Das Geheimnis, wie bei uns wieder Harmonie eingekehrt ist

by - Montag, März 30, 2015

Hallo ihr Lieben,

nachdem ich euch am Samstag schon erzählt habe, dass meine 2Beiner doch tatsächlich mein Bett nichtmitgenommen haben (ja, inzwischen haben sie offen zugegeben, dass sie das mit Absicht zu Hause gelassen hatten - weil wir keinen Platz mehr im Auto hatten!!), möchte ich euch heute ein wenig von unserem Halburlaub erzählen.

Normalerweise arbeitet der Papa ja bei uns in der Stadt. Da aber ein Arbeitskollege von ihm nun krank geworden ist, musste er in der Hauptzentrale einspringen. Weil er das vor 2 Wochen schon einmal für 2 Tage musste, und wir das absolut blöd fanden, sind wir mitgefahren. Das hieß kurzfristig: eine Unterkunft organisieren, die für mich geeignet ist und ins Budget der Firma passen muss. Wie auch immer die Mama das geschafft hat, sie hat eine Wohnung gefunden: komplett eingerichtet, mit Wasserbetten, einem Ofen und vor allem: Hunde sind absolut erlaubt und willkommen. Angeblich solle direkt hinter dem Haus auch gleich der Wanderweg in den Westenwald (oder Westerwald oder so ähnlich) losgehen.

Na da waren wir gespannt: meine erste lange Autofahrt seit 2 Jahren, die erste lange Autofahrt vom Nacktwelpen und überhaupt der erste Urlaub für den Kleinen. Damit ich die ganze Fahrt nicht wie auf Kohlen sitze, ist die Mama mit mir vorher noch einmal raus aufs Feld gegangen. Natürlich nicht, ohne mit mir weiter Leine laufen zu üben. Außerdem mussten wir auch an einem Grundstück mit Hund vorbei und ich sollte mich benehmen… angeblich hab ich das wohl ganz gut gemacht. Dann ging es also los, ich etwas müde, der Nacktwelpe neben mir und 4 Stunden Autofahrt vor uns. Abgesehen von 2 Pullerpausen für den Papa (von denen ich auch eine genutzt habe) sind wir durchgefahren – der Nacktwelpe hat ja geschlafen. Und dann kamen wir in diesem kleinen Örtchen an und tatsächlich: die Anzeige hatte nicht zu viel versprochen, direkt hinter unserem Haus war ein riiiiiiiiesen Wald!!

Aber es wurde schon dunkel und ich musste erst einmal beschnüffeln, wo wir jetzt genau waren. Ihr könnt euch ja gar nicht vorstellen, wie es da gerochen hat. ÜBERALL waren Hundedüfte. Der Vermieter hat den 2Beinern später erzählt, dass vor uns eine Berner Sennen Hündin da war. Aber wisst ihr wie komisch das war? Meine 2Beiner hatten anscheinend nicht mitbekommen, dass wir uns gerade in feindlichem Gebiet befanden und machten es sich auch noch gemütlich. Das wollte und konnte ich so nicht akzeptieren und habe weiter geschnüffelt und die Augen aufgehalten, wann die Hündin wiederkommt.

Irgendwann sind die 2Beiner dann auch noch ins Wasserbett schlafen gegangen und ich wusste erst nicht so richtig, was ich machen sollte – immerhin könnte die Hündin ja jederzeit zurückkommen. Nach einer Weile hab ich mich dann doch entschieden, mich zu den 2Beinern schlafen zu legen. Sollten die doch das Problem mit der Hündin klären.

Als die am nächsten Morgen aber immer noch nicht wieder da war, fing ich an, mich etwas zu beruhigen und mich am Morgen auch schön an die Mama und den Nacktwelpen zu kuscheln. Rückblickend kann ich euch sagen, dass unsere Morgen jeden Tag gleich aussahen: der Nacktwelpe wurde gefüttert, fertig gemacht, dann hat sich die Mama angezogen und dann bekam auch ich mein Halsband um, die Kottüten wurden eingesteckt, ein paar Leckerlie in die andere Jackentasche, der Nacktwelpe kam ins Tragetuch und die Leine wurde obligatorisch festgemacht. Dann hieß es, für genau 2 Minuten wirklich schön an der Leine zu gehen und dann durfte ich rennen! Zwei Mal hab ich es geschafft, direkt neben den Weg zu kackern, so dass die Kotbeutel tatsächlich zum Einsatz kamen, und dass in einem Wald ohne Mülleimer! Kurzerhand wurde dann ein Baum, gleich am Anfang vom Wald als „Haltebaum“ missbraucht, der Kotbeutel da aufgehangen und am Ende wieder mitgenommen.


So standen wir also am Anfang des tollen Waldes. Bei uns hier in der Tieflandsbucht gibt es nicht so schöne Wälder, und ich war ja total neidisch, wenn ich immer eure Fotos mit den tollen Wäldern gesehen habe. Jetzt war ich auch endlich in einem und was für einem schönen!

(Bilder können mit Klick vergrößert werden)


Aber ein schöner Wald bringt unser Harmonie nicht wieder. Der Alltag war in der letzten Zeit vorrangig vom Nacktwelpen dominiert, und ich habe nur eine untergestellte Rolle gespielt. Oft fielen Gassirunden sehr kurz aus oder wir mussten uns beeilen, damit wir pünktlich zur nächsten Mahlzeit wieder zu Hause waren. Ja und meinen Platz auf dem Sofa hatte er auch eingenommen.

Nun war es aber so, dass der Nacktwelpe zwischen 7 und 8 ins Bett geht. Danach gehören die 2Beiner mir und die Couch war außerdem so groß, dass ich meinen eigenen Platz hatte. Natürlich wusste ich, dass die Mama ein schlechtes Gewissen hat, weil ich so vernachlässigt wurde und so hat es mich umso mehr gefreut, dass sie sich abends immer zu mir gelegt hat, wenn ich auf dem Sofa geschlafen habe. Das Kraulen am Bauch hab ich ja so vermisst. Ja, und dann wollte ich sie natürlich auch nachts nicht wieder hergeben. Also hab ich mich kurzer Hand jede Nacht an sie gekuschelt – und ich durfte bleiben, ja noch viel besser, sie hat sich sogar an mich rangekuschelt und die ganze Nacht ihren Arm um mich gelegt. Da wäre ich ja schön blöd gewesen, vor dem Frühstück schon aufzustehen.

Aber das Beste war, dass wir wieder lange Spaziergänge unternommen haben. Jeden Tag sind wir mindestens zwei Mal in den Wald, meistens einmal ohne den Papa und einmal mit ihm. Das Gute dabei war, dass der Papa den Nacktwelpen dann nehmen konnte. Immerhin hatte die Mama die Kamera dabei, weil sie ihre Fotografiekenntnisse verbessern wollte. So sollte ich also nicht nur vor und zurücklaufen, zwischendrin mal genau zwischen den 2Beinern, nein ich sollte auch wieder posen. Natürlich mach ich das so gerne für die 2, wenn ich sehe, welche Freude die schönen Fotos ihnen bereiten. Wisst ihr, was der Vorteil am Posen ist? Man bekommt ganz viele Leckerlies fürs Stillhalten.  



Irgendwann kannten wir die wichtigsten Wege von dem Wald dann aber doch, damit es mir aber nicht langweilig wird, haben wir angefangen, eines meiner liebsten Spiele draußen zu spielen: suchen! Also flogen die Leckerlies nur so durch die Luft und ich durfte hinterherspringen, sie finden und dann auch genüsslich verspeisen. Kaum war eins gefunden, saß ich dann wieder neben der Mama und hab auf das nächste gewartet.




Ihr seht also, die Tatsache, dass wir uns Zeit füreinander genommen haben und zusammen eine neue Umgebung erkunden konnten, hat uns wieder zusammengeschweißt. Schon nach dem 2. Tag hatte ich wieder viel mehr Freude und Spaß daran, auf die 2Beiner zu hören, dass mir sogar die hoppelnden Hasen egal waren, und ich wieder zur Mama zurückgerannt bin um ihr zu zeigen, dass sie doch mein Rudel ist. Mein Rudel, von dem ich so gerne Aufmerksamkeit, Futter und Streicheleinheiten bekomme - eben genau wie früher!

Eure Abby


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9 Kommentare

  1. Liebe Abby,

    so ein Halburlaub scheint ja etwas richtig gutes zu sein - und es ist toll, dass ihr alle wieder mehr zeit füreinander hattet. Das hat sicher euch allen gut getan :)
    Ich bin mir sicher, das Leben mit so einem Nacktwelpen ist nicht immer einfach für Dich und Deine Zweibeiner ... es dauert eben alles etwas länger oder muss etwas schneller gehen. Ich finde es aber toll, dass Du so geduldig bist und Deine Zweibeiner auch teilst. Es wird ja auch sicher besser, wenn der Nacktwelpe größer wird ;)
    Der riesige Wald war sicher toll - ich kann mir vorstellen, da konnte man echte Abenteuer erleben.

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Damon und Cara

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  2. Hey Abby,
    ach der Westerwald ist gar nicht weit von uns entfernt. Da habt ihr euch ja genau in unserer Gegend rumgeschlichen, ohne etwas zu sagen ;).

    Schön das ihr den Halburlaub so genossen habt.
    Wuff, Deco + Pippa

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  3. Obwohl die dein Bett nicht mitgenommen haben, hört sich das doch alles irgendwie sehr SEHR schön an :)
    Und ich finde, dass du in dem Wald sehr gut rein passt!

    Schlabbergrüße Bonjo

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  4. Liebe Abby,

    so ein Halburlaub scheint ja echt was Tolles zu sein. Nun gut, die Gegend mag das Frauchen nicht so, sie musste da ja beim letzten Urlaub ganz schön hungern, aber bei euch scheint es ja ganz gut geklappt zu haben. Die Wege und der große Wald sind echt super, da kann ich dir wirklich nur zustimmen.

    Wuff-Wuff dein Chris

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  5. So ein Halburlaub mit mehr Zeit füreinander wirkt wirklich oft kleine Wunder - schön zu lesen, dass es bei euch so war!
    Liebe Grüße
    Sali

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  6. Das ist aber ein herrlicher Halburlaub ohne eigenes Bett. Die Bilder sprechen für sich und ich bewundere Deine Mama sehr, wie sie das alles stemmt. Du kannst froh sein, dass sie das so prima hinbekommt und Ihr ein paar schöne Tage verleben konntet. Auch wenn es nicht immer leicht ist, Du mal zurückstecken musst, kann Du sicher sein, dass deine Mama Dich liebt und versucht Dir gerecht zu werden…

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

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  7. Zuerst einmal muss ich sagen, dass die Fotos aussehen, wie direkt aus dem Märchenbuch ausgeschnitten, Wahnsinn!
    Wie toll, dass euch der Urlaub so gut getan hat. So eine Wirkung sollte eigentlich jeder Urlaub haben!
    Liebe Grüße
    Lotta

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  8. Das sieht ja wunderschön aus! Klasse das dein Frauchen wieder mehr Zeit für dich hat. Genieße es in vollen Zügen. Bei uns ist auch ganz toller Wald Abby. Wenn ihr wollt können wir uns mal auf eine Runde treffen. Ihr wohnt ja nicht weit weg. :-)

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  9. Die Fotos sind euch echt gelungen! Es ist wirklich schön zu lesen, dass euch der Halburlaub was gebracht hat und ihr euch wieder "gefunden" habt. Aber so ein fantastischer Wald, muss ja seine Wirkung auf jeden haben! Wir freuen uns für euch!

    LG Jérôme

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