Warum lasst ihr sie nicht einfach kastrieren?

by - Mittwoch, März 11, 2015

Hallo ihr Lieben,

heute bin ich ein wenig kleinlaut, hatten wir doch heute wieder eine jener Begegnungen, die man nicht haben will.. und jetzt hab ich Angst, dass die Mama sich einen Floh ins Ohr hat setzen lassen.



Kurz zur Vorgeschichte: seit einer Woche fließt wieder Blut aus mir. Seit einer Woche versuche ich das so gut es geht wegzumachen, seit einer Woche liegt trotzdem überall in der Wohnung Blut. Die Mama meint, das Putzen momentan ein Kampf gegen Windmühlen sei...

Wir sind ja so nett und sagen Hundebesitzern, dass ich gerade blute. Die Männer finden mich ja gerade so heiß und die Mama will immer, dass die anderen bescheid wissen. Heute wurden wir dann gefragt, wieso ich nicht einfach kastriert werde. Dann wäre das Theater vorbei....

Ja.. und jetzt sitz ich hier... und hoffe und bange, dass die Mama ihre Meinung nicht ändert.

Warum?

Wir haben uns mit dem Thema tatsächlich schon ernster beschäftigt und es wurde entschieden: ich werde nicht kastriert!

Vorab: Was ist denn überhaupt eine Kastration? 
Bei der Kastration werden den Hündinnen operativ in Vollnarkose die Eierstöcke durchtrennt, manchmal auch die Gebärmutter entfernt. Somit können keine Eizellen gebildet werden, der Hormonhaushalt wird nicht durcheinander gebracht.
Bei der Sterilisation hingegen werden die Eileiter nur unterbunden, der Hormonumschwung kann nicht verhindert werden und die Läufigkeit kommt trotz Sterilisation.

Natürlich gibt es einige Vorteile der Kastration:
    • Die Läufigkeit bleibt aus
    • Dadurch muss man nicht befürchten, unfreiwillig Nachwuchs zu zeugen, wenn man mal eine halbe Stunde nicht auf den Hund im Wald aufpasst.
    • Man kann nach wie vor überall Gassi gehen.
    • Die Gefahr einer Scheinträchtigkeit und der damit möglichen Risiken einer Gebärmutterenzündung sind nicht mehr gegeben.
    • Die Hündin hat keine hormonellen Schwankungen durchzumachen.
    • Das Krebsrisiko minimiert sich (je nachdem wann man die Kastration durchführt auf bis zu 2%).
Gut, wenn man das jetzt so hört, dann dürfte doch eigentlich nichts gegen eine Kastration sprechen. Tut es doch!

Für uns das die größten Nachteile der Kastration: 
    • Es ist eine Operation in Vollnarkose. Niemand kann uns garantieren, dass ich die Narkose vertrage und wieder aufwache. Zudem können bei OPs immer Dinge schief gehen.
    • Durch die Hormonumstellung kann sich das Fell verändern, es kann zu Inkontinenz kommen und es kann passieren, das Futter schlechter verwertet wird.
    • Auch wenn es jetzt sehr öko-mäßig rüberkommt: es ist gegen die Natur!
Und die 3 Punkte reichen schon, damit meine 2Beiner mir das nicht antun. Eine OP ist und bleibt eine OP und bei der kann viel schief gehen. Warum sollen wir also das Risiko eingehen, dass ich inkontinent werde, nur weil ich 2 mal im Jahr etwas blute (und das meistens auch selber wegmache?). Klar ist es jedes Mal mit Anstrengungen verbunden, Strecken zu finden, auf denen ich trotzdem ohne Leine laufen kann und ohne dass mir ständig ein Rüde entgegen kommt. Aber das nehmen meine 2Beiner in Kauf. Und eine Garantie, dass ich nie an Krebs erkranken werde gibt es, leider, nicht. So hoffen wir einfach, dass bei mir alles gut bleibt und für 6 Wochen im Jahr herrscht bei uns einfach Ausnahmezustand. 

Übrigens: Würdet ihr weiblichen 2Beiner die Eierstöcke durchschneiden lassen, nur damit ihr nicht mehr jeden Monat blutet?

Eure Abby


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8 Kommentare

  1. eigentlich wäre es bei Menschen empfehlenswerter, schließlich plagt frau sich jeden Monat und nicht nur zweimal im Jahr damit rum.. ;o)
    ich finde Eure Entscheidung gut und sehe es ebenso.. wenn wir dann irgendwann unsere Hündin bekommen, wird sie ebenfalls unkastriert bleiben.. und einmal im Monat muss sie dann halt als Kuschelhund für Frauchen herhalten.. da kann ich sie ja wohl im Gegenzug auch unterstützen.. ;o)

    liebe Grüße
    shira

    PS: ich find das übrigens toll, wie Ihr alles so prima hinbekommt.. so oft hab ich schon traurig von "Hundeerziehung geht nicht mehr, wenn das Baby da ist, deswegen kommt der Hund weg" gelesen.. da tut es wirklich gut zu sehen, dass es eben doch geht =)

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  2. Liebe Abby,

    auch mein Frauchen stimmt euch da total zu. Sie hat die Erfahrung ja mal gemacht, meine Vorgängerin musste damals aus gesundheitlichen Gründen kastriert werden. Sie war schon älter und die Docs empfahlen uns, auch die Gebärmutter mit rauszunehmen, da nach einem Scheidenvorfall (der Grund für die OP) sich oft Probleme mit der Gebärmutter ergeben. Bis zu diesem Zeitpunkt kam es fürs Frauchen auch nie in Frage, sie kastrieren zu lassen, aber dann war es eben gesundheitlich nötig. Meine Vorgängerin war nie scheinträchtig, hatte keinen Krebs. Nach der OP wurde das Fell aber sehr fettig und sie nahm deutlich zu. Nur inkontinent wurde sie nicht. Auch ich soll nicht kastriert werden, weil es gegen die Natur sei, sagt Frauchen. Und wenn wir Hündinnenbesitzer treffen, die uns schon von weitem auf die Hitze aufmerksam machen, sind wir immer sehr froh, denn leider tun das nicht alle und passiert doch was, ist ja der Rüde eh immer der Doofe, selbst wenn er angeleint ist und die Hündin frei herumläuft und sich anbiedert.

    Wuff-Wuff dein Chris

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  3. Wir machen uns total unbeliebt aber ich finde es mehr gegen die Natur, wenn viele unkastrierte Hunde sich zwangsweise ein Revier teilen müssen und einen funktionierenden Geschlechtstrieb haben, den sie nicht ausleben dürfen ;-)
    Ich bin weder 100%ig Pro noch 100% Kontra Kastration, tendiere aber eher zu Pro, denn ich denke eben, dass es oftmals die pure Quälerei ist, wenn den Rüden täglich läufige Hündinnen vor der Nase rumturnen (und das ist in Ballungsgebieten nun einmal so) un die Hündinnen haben auch mitunter Streß pur, wenn sie ständig einen "Tut-nix" am Hintern kleben haben...
    Allerdings denke ich auch, dass es einfach jedem selbst überlassen bleiben sollte - ohne Diskussion...

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  4. Hallo liebe Abby! Ich habe noch einen Nachteil der kastration, den dein Frauchen nicht aufgeführt hat. Das ist bei uns der Hauptgrund, weshalb wir Genki bisher auch nicht kastriert haben: Es gibt Metastudien, die zeigen, dass kastrierte Hunde öfters an Krebs erkrankenk, weil der Eingriff in den Hormonhaushalt das Immunsystem schwächt:
    http://www.tierarzt-rueckert.de/blog/details.php?Kunde=1489&Modul=3&ID=18951
    Das Krebsrisiko, das sich minimiert, betrifft nur mit den Geschlechtsorganen verbundene Krebsarten, also zB Gebärmutterkrebs oder Brustkrebs. Das Risiko von Brustkrebs auf 2% senken kann man nur, wenn man sofort kastriert, also noch vor der ersten Läufigkeit. Nach der ersten Läufigkeit sind es nur noch 8%, nach der zweiten 25 Prozent und nach der 3 hat es keinen EInfluß mehr! (Quelle:http://www.tierarztpraxis-rogalla-rummel.de/wiss_krank_kastrationhuendin.html)
    Mit anderen Worten: In deinem Fall hätte es, fürchte ich, keinen Nutzen mehr. :(

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  5. Immer dieses Weiberkram... bluten *Kopfschüttel*
    Aber hier wird auch nix operiert, solange es nicht nötig ist. Eine OP ist wohl der gößte Eingriff in die Natur überhaupt!

    Schlabbergrüße Bonjo

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  6. Liebe Abby,

    ich bin mir ziemlich sicher, Dein Frauchen wird Dich nicht kastrieren lassen - wenn es nicht aus medizinischen Gründen erforderlich werden sollte.
    So haben wir es bei uns auch immer gehandhabt. Unsere Hündinnen waren immer intakt ... aber Dingo und Damon wurden kastriert. Dingo mit knapp 9 Jahren als er Probleme mit Hoden und Prostata bekam - Damon früher, weil er so einen übermäßigen Trieb hatte ... er musste während der Läufigkeiten von Lady regelmäßig an Infusionen gelegt werden!

    Bei Cara hatten wir keine Wahl, als wir sie mit fünf Monaten aus dem Tierheim holten da war sie schon kastriert ... und wir wünschten oft, es wäre anders!

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Damon und Cara

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  7. Ich finde Eure Entscheidung gut, namentlich, wenn Abby keiner Probleme mit der Läufigkeit, wie der Scheinträchtigkeit hat. Es mag immer Gründe geben, warum man seinen Hund kastrieren möchte, wenn es nur die Blutflecken sind, ist dies kein ausreichender Grund.

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

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  8. Wir haben unser Lunchen nach langer Überlegung kastrieren lassen! Wir hatten folgende Beweggründe:

    1. Luna wurde ja durch einen Unfall schwanger (Guten Tag, da haben sie aber einen schönen Jacky - und was macht ihr Jacky auf meinem Jacky?????? - so lief das ungefähr ab :-D ) und wir wollten ihr auf keinen Fall eine zweite Schwangerschaft zumuten.

    2. Das mit den Berichten, wonach durch eine Kastration das Krebsrisiko höher liegt als ohne, sei mal dahin gestellt. Es gibt leider nur widersprüchliche Studien. Wir haben uns auf den Erfahrungen aus unserem Bekanntenkreis gestützt, wo von 7 Hündinnen, 3 kastriert sind und schon 3!!! von den unkastrierten an Eierstockkrebs leiden. Auch das ist keine empirische Studie, aber es hat halt unsere Entscheidung schon mit beeinflusst.

    Das waren unsere zwei Hauptgründe für eine Kastration, dass die Menstruation ausbleibt und der Hund ein wenig ausgeglichener ist, ist ein schöner Nebeneffekt, aber kein Hauptgrund, denn dies sollte man schon beachten, wenn man sich für ein Weibchen entscheidet.

    Ich gebe dir Recht, dass jede OP Risiken hat, dennoch kann man doch sagen, dass das Risiko in den jungen Jahren doch noch weit geringer ist. Jeder soll sein Pro und Contra abwägen und, in meinen Augen fast schon das wichtigste, möglichst im Sinne des Tieres entscheiden, also was das Beste für sie ist.

    Unsere Maus hat die OP wunderbar überstanden, das schwierigste danach waren nur die 14 Tage, die man sie möglichst ruhig halten, und darauf achten sollte, dass sie nirgends hoch- oder runterspringt. Ihre Narbe ist kaum sichtbar und unter dem leichten Bauchflaum nicht zu erkennen.

    Ich hoffe ich konnte dir ein wenig helfen :-)

    LG Jerome

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