Leinenwirrwarr Teil 1!

Leinenwirrwarr Teil 1!

Hallo ihr Lieben,

vor einigen Wochen haben wir euch davon berichtet, dass Abbys Verhalten sich recht negativ entwickelt hat und wir deswegen intensiv mit ihr trainieren müssen. Eines der Hauptprobleme, an dem wir arbeiten müssen, ist das Leinelaufen.

In den letzten 2 Jahren haben wir gefühlt alles versucht, um Abby abzugewöhnen, an der Leine zu ziehen. Eigentlich soll sie auch nur entspannt neben uns laufen. Wir haben uns zig Erziehungsbücher durchgelesen, Hundetrainer kontaktiert und versucht, auf sie einzugehen. Aber weder ständiges stehen bleiben, noch Richtungswechsel, noch das bestätigen vom ordentlichen Laufen mit Hilfe von Leckerlies hat geholfen. Wir sind wirklich ratlos und inzwischen auch mehr als nur frustriert…  Egal was wir machen, nichts zeigt auch nur die kleinste Besserung. Zeit also, uns etwas Inspiration zu suchen.

Deswegen haben wir eine Artikelreihe zum Thema „Leinenwirrwarr – so haben wir unserem Hund das Leinelaufen beigebracht“ gestartet. Vielleicht geht es dem ein oder anderen unter euch ja genauso wie uns und auch ihr schöpft etwas Hoffnung. Irgendwie muss es ja gehen…

Diese Woche ist Susan Schulze von Pfotentrainer so lieb, und lässt uns an ihren Erfahrungen teilhaben:

Fast jeder Hundehalter wünscht sich,
dass sein Hund schön neben ihm an der Leine läuft, ohne zu ziehen, ohne ständig
die Seite zu wechseln oder stehen zu bleiben, um mal zu schnüffeln. Was sich
erstmal total einfach anhört, ist leider eine der schwersten Übungen im
Zusammenleben mit dem Hund und erfordert einiges an fleißigen Training und
vielen Wiederholungen.
Aber was macht diese Aufgabe so schwer?
Mit jedem Ziehen kommt der Hund vorwärts und damit seinem Ziel –
Schnüffelstellen, andere Hunde, einen bekannten Menschen, … – ein kleines
Stückchen näher. 
Und das ist auch schon das ganze
Geheimnis *g* – der Hund darf mit seinem Ziehen nicht dahin kommen, wo er gerne
hin möchte. Er muss lernen, das er da nur hinkommt, wenn er brav neben uns
läuft und sich zurücknehmen kann. 

Nebenbei sind wir Menschen oft nicht besonders konsequent und das Ziehen stört
uns erst ab einem gewissen Grad – sodass es für den Hund sehr unklar ist, was
wir eigentlich von ihm wollen. Ordentlich an der Leine gehen ist eine sehr
komplexe Übung im Vergleich zu einer statischen Übung wie zum Beispiel Sitzen:
links oder rechts vom Hundeführer, in welchem Radius, Tempowechsel, Ablenkungen,
… das alles spielt eine große Rolle beim Lernen.
Das Ziel ist also, das der Hund an lockerer Leine neben seinem Menschen
läuft. Da es für viele Hunde, vor allem Welpen, am Anfang sehr schwer ist
sich über einen längeren Zeitraum zu konzentrieren und wir auch nicht immer
Zeit und Lust haben gezielt mit unserem Vierbeiner zu üben, arbeiten wir mit
einem Freizeit- und einem Trainingsmodus, der für den wirklich absolut klar
unterscheidbar ist.
Im *Trainingsmodus* wird der Karabinder der Leine an einem
Halsband eingeklinkt und es wird fleißig und gezielt geübt.
Um einen Traininsgeffekt zu erzielen, sollte das Leinentraining so oft es geht
in den Hundealltag integriert werden.
Der Aufbau: (ich beschreibe mal, das der Hund an der linken Seite vom Menschen
laufen soll)

(1)
Um ein Ansatzverhalten hervorzurufen, legst du ein Leckerchen links neben
deine Fersen und lässt deinen Hund fressen – während er frisst, gehst du ein
zwei Schritte vorwärts. Die meisten Hunde laufen nach dem Fressen sofort weiter
vorwärts und laufen am Menschen vorbei. Diesen Moment fangen wir ein und
bestätigen den Hund direkt mit Click und Keks auf unserer Höhe. Es bietet sich
an, den Keks wieder auf den Boden zu legen, damit der Hund nicht anfängt
erwartungsvoll hochzuhüpfen 😉

(2)
Hat der Hund das Prinzip verstanden, das es sich lohnt sich direkt nach dem
letzten Keks wieder auf der Höhe des Menschen einzufinden, werden die Schritte
zwischen den Belohnungen immer mehr. Der Hund muss sich nun schon ein wenig
mehr konzentrieren und mehr für seinen Keks tun. Wird die Leine doch einmal
straffer, drehen wir sofort um und arbeiten in die andere Richtung weiter.
Denn: mit dem ziehen soll der Hund absolut nicht mehr vorwärts kommen.

(3)
Die Strecken werden immer länger und es werden gezielt andere Orte,
Ablenkungen usw. aufgesucht. 
Um noch effektiver zu sein und die Idee „ziehen lohnt sich nicht“
beim Hund zu festigen, kann man auch im Freizeitmodus den Hund für lockeres
Laufen belohnen.

Natürlich muss man sagen, dass man einen absoluten Ziehhund, der schon seit
fünf Jahren nichts anderes gelernt hat, nicht innerhalb weniger Trainingsrunden
vom Gegenteil überzeugen kann 😉 Da muss man ein wenig mehr Geduld und
Trainingszeit investieren und vielleicht noch die ein oder andere zusätzliche
Übung machen.

Leinentraining ist wirklich umfangreich und gehört in den Hundeschulen scher zu
den Top 3 der Übungen, die sich die Menschen mit ihren Hunden wünschen und die
klappen sollten. Nur die Hausaufgaben mag keiner machen *g*. 
Bei den meisten Hunden funktioniert dieses Training wunderbar und da man sich
bildlich mehr vorstellen kann, gibt es noch ein kleines Video 🙂

Viele Grüsse und viel Spaß beim Üben 🙂

Susan mit Lara & Luna

Wir sagen vielen herzlichen Dank und freuen uns schon auf nächste Woche, wenn der nächste Beitrag zur Reihe „Leinenwirrwarr – so haben wir unserem Hund das Leinelaufen beigebracht“ erscheint.

Liebe Grüße
Abby

7 Gedanken zu „Leinenwirrwarr Teil 1!

  1. Ich bin sehr gespannt auf diese Reihe. Vielleicht ist ja doch noch der ein oder andere Trick für uns dabei, denn die Leinenführigkeit haben wir auch nie gemeistert.
    Diese Methode mit den Leckerchen kannten wir zum Beispiel noch nicht – Auch wenn das für uns leider keine Methode ist, weil Genki Leckerchen draußen leider oft weniger interessant findet als den nächsten Busch. 🙁 Damit kommen wir vielleicht 3 Meter weit, bis er das Interesse verliert.

  2. Wir haben auch lange geübt, bis Charly das locker an der Leine gehen endlich begriff. Und auch heute muss ich immer mal wieder eine Trainingseinheit einschieben. Bei uns hat der Richtungswechsel und das stehenbleiben und warten, bis der Hund guckt sehr gut geholfen. Der Bericht ist aber sehr interessant und wenn die Fellnase auf Leckerlies abfährt bestimmt eine gute Lösung.

    Wir sind auf den nächsten Beitrag gespannt.

    Liebe Grüße
    Sonja und Charly

  3. Toller Artikel, den wir mit interesse verfolgen werden.
    Vielleicht komme ich mit meinem Kontrolleti mit Beschüterwahnt auch mal an einen Punkt, wo nur noch das Laufen an lockerer Leine das Problem ist und nicht der Fahrradfahrer, das Mofa, der Jogger, das Auto, der andere Hund etc… 😉

    Gruß Silke + Lyko

  4. Eine klasse Idee, Abby. Hier klappt das Leinelaufen ja eigentlich, außer die großen interessanten Ablenkungen kommen. Da vergess ich schon mal, was ich eigentlich machen sollte. Ich bin gespannt, wie die ganzen Übungsansätze aussehen.

    Wuff-Wuff dein Chris

  5. Ui, Leinenführigkeit. Auch nicht gerade mein Lieblingsthema. Mittlerweile klappt es, aber es war eine weiter Weg, bis ich Frau Zweibein so weit hatte, schnell genug zu laufen, damit ich nicht ziehen musste. 😉
    Liebe Grüße
    Lotta

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