Hundeerziehung: unsere Baustellen

by - Mittwoch, August 05, 2015

Hallo ihr Lieben,

wir haben euch ja schon des öfteren erzählt, dass sich Abby seit meiner Schwangerschaft einige "Baustellen"angeeignet hat. Besonders in unserem Gastartikel bei Fiffibene haben wir darüber rumgeningelt.

Aber wir wären nicht wir, wenn wir nicht daran arbeiten würden. Heute möchte ich euch aber erst einmal genau vorstellen, was wir mit Baustellen meinen, wie wir daran arbeiten und ob wir vielleicht schon Erfolge erzielen konnten.



1. Das Leinelaufen

Wohl das leidigste Thema bei Abbys Erziehung. Wir haben gefühlt schon alles ausprobiert und nichts hat geholfen. Deswegen haben wir liebe Bloggerkollegen gefragt, wie sie das angestellt haben. Die Resultate davon könnt ihr in unserer Leinenwirrwarr-Serie nachlesen. Am Ende werden wir euch auch verraten, wie das Leinelaufen bei uns momentan aussieht und ob sich schon etwas ergeben hat.

2. Das Ningeln

Die wohl nervigste Angelegenheit, die sich in den letzten Monaten auch drastisch verschlimmert hat. Abby will auf sich aufmerksam machen, koste es was es wolle - und seien es auch nur unsere Nerven. Es wird draußen geningelt, drinnen geningelt, bei Besuch geningelt, wenn sie kurz wo warten muss - kurz: fast überall. Besonders doof ist das, wenn andere Menschen in unserer Nähe sind. Die denken dann immer, dass wir dem Hundekind etwas böses tun.



Tun wir aber nicht. Im Gegenteil: wir ignorieren es jetzt und zwar so lange, bis sie ruhig ist. Vorher wird nichts weiter gemacht. Wir gehen nicht raus, wir gehen nicht weiter, der Ball wird nicht geworfen. Es muss erst Ruhe herrschen. Glaube uns, das ist die schwierigste Aufgabe, die wir seit langem hatten.

Ob es sich auszahlt? Wir hoffen es. Momentan ningelt sie noch und hat noch nicht verstanden, dass ruhig sein etwas bringt. Aber das wird noch. Wir glauben ganz fest daran.

3. Die Leinenpöbelei

Furchtbar. Egal wo ein Hund kommt es wird sich in die Leine gehangen, gebellt und sich groß gemacht, als gäbe es keinen Morgen. Wann sie sich das genau angewöhnt hat können wir gar nicht mehr sagen. Irgendwann zwischen dem 3. und 5. Schwangerschaftsmonat von mir. Warum sie das macht? Erst dachten wir, weil sie mich beschützen will. Diese Theorie mag ich inzwischen nicht mehr glauben. Ich denke viel eher, dass sie es sich damals abgeguckt hat und jetzt nicht mehr weiß, wie sie aus diesem Teufelskreis rauskommt. Außerdem bekommt sie genau dann ja Aufmerksamkeit, bei der sie momentan ja zurückstecken muss.

Was hilft dagegen? Noch haben wir kein Allheilmittel gefunden. Ablenken und Bogenlaufen heißt momentan die Devise. Wenn es nicht möglich ist, sofort wieder umzudrehen und einen anderen Weg zu nehmen, laufen wir auch ins Gebüsch. Dann lasse ich sie meistens sitzen und lenke sie mit einem Spielzeug oder Leckerlies ab. Funktioniert, wenn wie den anderen Hund noch nicht gesehen hat.Wenn sie ihn schon gesehen hat, wird meistens doch gebellt und sich in die Leine gehangen. Es heißt also, die anderen Hunde vor ihr sehen und hoffen, dass ich interessanter bin.

4. Das Rudel nicht trennen wollen

Mal schnell den Müll noch wegbringen, während der andere Abby schon mal ins Auto bringt? Geht bei uns nicht. Eben fix in den Supermarkt gehen, während der andere draußen mit ihr wartet? Ein Ding der Unmöglichkeit. Dann fängt sie an in einer Lautstärke zu fiepen und krächzen, dass es einem das Herz zerreißt.



Wir wurden deswegen schon von anderen Menschen angesprochen, was wir mit dem Hund machen. Weder Leckerlies, noch Spielzeug holen sie in dem Moment aus ihrer kleinen Welt raus. Da hilft also nur: Situation aushalten und erst weitergehen, wenn sie ruhig ist. (gilt auch, wenn derjenige, der weggegangen ist, wiederkommt). Nun, das geht aber nirgends, wo andere Menschen sind. Gott sei Dank haben wir aber ein Fleckchen auf der Erde gefunden, wo man fast ungestört ist. Das ist jetzt unsere Übungsstrecke. Es wird ein langer Weg aber es wird. Es wurde schon nach dem 1. Training besser.



Von einem "guten Zustand" sind wir noch weit entfernt, aber wir freuen uns tatsächlich auch über kleine Erfolge. Irgendwann muss es dann ja nur "klick" bei ihr machen und dann haben wir hoffentlich kaum noch Probleme. Achja, übrigens ist uns bewusst, dass Abby als Hütehund ein Rudel zusammenhalten will - aber das ist zuviel des Guten.

Ihr seht, bei uns wird fleißig gearbeitet. Habt ihr auch solche "Baustellen"?

Eure Abby

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4 Kommentare

  1. WIr haben ja ganz viele Baustellen. Das "Leinenpöbeln" (das bei uns aber eigentlich kein Leinenpöpeln ist, weil man darunter ja versteht, dass der Hund nur an der Leine pöbelt, aber ohne Leine nicht und Genki würde sich auch ohne Leine auf die meisten Hunde stürzen wollen) haben wir zwar auch nie wegbekommen, aber stark verbessern können. Eine Zeit lang war es ja so schlimm, dass Genki beim Anblick fast jeden Hundes ausgetickt ist, selbst wenn dieser auf der anderen Straßenseite lief. Wir haben das dann mit einem Hundetrainer in einer Gruppe geübt, an der Genki genau das immer und immer wieder machen musste: An der Leine an anderen Hunden vorbeilaufen ohne zu murksen und wir haben damit auch ganz akzeptable Ergebnisse erzeilt: Manchmal tickt er immernoch völlig aus, aber meistens nur noch, wenn uns der Hund wirklich zu nahe kommt, wir also zum Beispiel an einem schmalen Weg direkt an ihm vorbei laufen müssen. Ist ein Hund auf der anderen Straßenseite oder weit genug von uns entfernt, ist Genki zwar angespannt und zieht auch an der Leine, aber es gibt meistens kein Gebelle und Geknurre mehr (Ausnahmen gibt es leider immer, manche Hunde kann er auch auf Distanz nicht ab, aber es ist zum Glück nicht mehr die Regel). Dafür hat Momo sich in diesen Situationen das Ningeln angewöhnt. Sieht sie einen anderen Hund, dann wird gejammert. :(

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  2. Das "nigeln" kenne ich auch sehr gut.. Emmely jammert zwar recht leise aber penetrant in einem sehr hohen Ton zum Beispiel wenn wir gleich raus wollen. Oder sie auf den Hundeplatz will, aber noch nicht dran ist. Oder oder oder. Ich mache es wie du. Erst wenn sie leise ist, geht's weiter - manchmal reicht bei ihr aber auch ein mahndendes Wort.
    Eine unserer Baustellen ist weiterhin das Jagen von Kaninchen - es gibt Momente da kommt sie zurück auch wenn sie schon nah dran war, aber an manchen Tagen schaltet sie einfach auf taub.
    Eigentlich hilft da dann nur konsequentes Schleppleinentraining, aber da wir im Moment viel für die nächsten Tuniere trainieren, wird das Jadgdproblem im Herbst / Winter angegangen.. Eins nach dem anderen..

    Liebste Grüße
    Lizzy und das Indianermädchen

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  3. Ohje, da habt ihr aber einiges an Baustellen. Dieses Gefiepe beim sich trennenden Rudel kenne ich von meinem Kumpel Dusty. Der hat dann einen Ton drauf, man könnte meinen, er wird geschlagen. Also echt oberpeinlich. Ich finde es aber klasse, dass ihr trotz der vielen Zeit, die für den Nacktwelpen drauf geht, weiter mit Abby arbeitet.

    Wuff-Wuff dein Chris

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  4. Oooohja, das Ningeln, wie du es nennst (wir nennen es motzen :-) ) kenne ich nur zu gut, auch in der Tonlage. Immer dann, wenn es Herrn Moe nicht schnell genug geht, kommt diese Stimmlage zum Einsatz: Futter nicht schnell genug da, nicht schnell genug draußen, nicht schnell genug den Ball geworfen. Da hilft nur: Entschleunigen und warten. Aushalten. Aber es nervt extrem! Über unsere anderen Baustellen habe ich ja auch mal geschrieben, Leinenpöbelei ist da auch ein ganz großes Thema...
    Aber ich bin sicher, irgendwann bekommen wir alle das so hin, dass wir damit leben können. Perfekt wird es wohl nie, aber sicherlich muss man einfach daran arbeiten.

    Ich bin gespannt, wie es bei euch weiter geht und drücke euch die Daumen, dass es schnell besser wird.

    Liebe Grüße
    Nicole

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