#BloggerfürFlüchtlinge - es muss mal gesagt werden!

Sonntag, September 06, 2015 Hundekind Abby 3 Comments

Hallo ihr Lieben,

habt ihr schon von der Aktion "Blogger für Flüchlinge" gehört? Ja, es hat nichts mit Hunden zu tun. Dennoch ist das ein Thema, das uns alle angeht und wir möchten euch an der Stelle gerne einmal unsere Sicht der Dinge nahe legen.


Wie ihr alle mitbekommen habt, suchen gerade viele Menschen, die aus ihrer Heimat aufgrund diverser Umstände flüchten, Schutz. Schutz vor Krieg, Schutz vor Folter, Schutz vor Armut und Hunger. All das sind Dinge, von denen wir hier in Europa keine Ahnung haben. Sicher argumentieren jetzt viele, dass es auch in Deutschland Armut und Hunger gibt - wohl wahr. Dennoch gibt es in Deutschland Suppenküchen, Sozialkaufhäuser und spezielle Stellen, in denen bedürftige Menschen sich für wenig Geld Essen kaufen können. Es gibt Länder, in denen gibt es so etwas nicht. Es gibt Länder, in denen die Regierung die Bürger umbringt, wenn diese demonstrieren, flüchten wollen oder sich sogar aktiv gegen die Regierung stellen. All das können wir uns hier in Deutschland nur vorstellen, müssen uns davor aber nicht fürchten. Wir haben also keine Ahnung, was die ganzen Flüchtlinge, die Momentan in unser Land "strömen", überhaupt durchgemacht haben, was sie gesehen haben.

Umso beschämender ist es, was momentan in den Netzwerken abgeht. Viele reißen online, in dieser "Scheinwelt" ihre Klappe auf und hetzen gegen diese Menschen, die hier nur Schutz suchen. Natürlich ist es erlaubt, Ängste zu haben. Schließlich passiert hier etwas, was es vorher so noch nie gab. Neue Entwicklungen machen oft Angst. Und natürlich darf man über diese Ängste sprechen. Was man allerdings nicht darf, ist Flüchtenden Hilfe verweigern oder noch schlimmer: diejenigen, die helfen wollen, daran zu hindern!

Viel schlimmer als die elektronischen Hetztiraden ist allerdings das, was in der "echten Welt" passiert: ehrenamtliche Helfer werden mit Steinen beschmissen, Flüchtlinge werden verprügelt, Kinder werden in S-Bahnen angepinkelt und Flüchtlingsheime werden angezündet. So stolz wir immer darauf waren aus dem schönen Sachsen zu kommen, so sehr schämen wir uns dafür, was vor allem hier gerade passiert! Leider wird Sachsen immer mehr mit dem Thema Flüchtlingshass verbunden. Wöchentlich darf Legida, ein Ableger von Pegida, in der Innenstadt demonstrieren, Flüchtlingsheime werden auch nicht immer nur in kleinen Ortschaften angezündet, nein, das passiert auch nicht einmal 200 Meter von unserem Zuhause, direkt neben unserem Weg in unser Wäldchen.

Leider kann man dumme Menschen nicht in Schlaue umwandeln. Man kann an der Stelle nur an die appellieren, die noch nicht wissen, was sie von der ganzen Sache halten sollen. Diesen möchten wir an der Stelle sagen: Es sind alles Menschen wie du und ich. Viele hatten in ihrem Heimatland ein gutes Leben und sind geflüchtet, weil sie sich und ihre Kinder retten wollten.

Auch wir helfen. So haben wir zum Beispiel unsere Schränke ausgeräumt und geguckt, welche Sachen wir noch anziehen und welche nicht. Alles, was länger als ein Jahr nicht mehr getragen wurde und noch schön aussieht, haben wir in Boxen verteilt und geben diese an die Flüchtlinge. Alle Proben, die wir während unserer Schwangerschaft bekommen haben, werden zusammengesucht. Das Flüchtlingsheim in unserer Nähe wird demnächst bezogen und auch da kann man helfen.



Wir hatten auch schon unsere ersten Begegnungen mit Flüchtlingen. Kennt ihr das Argument gegen Flüchtlinge, dass die ja in Markenklamotten rumlaufen? Das sind Spenden. Als wir letzte Woche einkaufen waren, haben wir im C&A, als eine super Rabattaktion lief, fast ausschließlich Flüchtlinge gesehen. Stellt euch vor, die sehen wirklich aus wie normale Menschen, sie benehmen sich unauffällig und anständig. Und auch uns machen die Schleier der muslimischen Damen immer ein beklemmendes Gefühl. Aber wenn solche Damen im Laden stehen und eine Lederjacke anprobieren, dann nimmt einem auch diese Beklommenheit.

Sicherlich können wir nicht jedem zeigen, dass Flüchtlinge keine gefährlichen Menschen sind. Schließlich reicht ein Artikel, in dem einer einen Deutschen verprügelt hat, und alle werden wieder über einen Kamm geschert. Auch wir finden, dass diese Straftäter dann bestraft werden sollten, aber kein Flüchtling kommt als Straftäter nach Deutschland sondern als jemand, der hier Schutz um sein Leben und das Leben seiner Kinder sucht. Bitte denkt das nächste Mal daran, wenn ihr etwas gegen Flüchtlinge sagen wollt.

Wenn ihr noch mehr über Flüchtlinge wissen wollt und ob sie uns wirklich gefährlich werden, so schaut euch doch bitte [DIESES] Video an.

Liebe Grüße
Abby und Diana

Weitere Blogs zu dem Thema: Moe and Me | Serendipity | Les Wauz

Kommentare :

  1. DANKE für diesen Artikel! Immer, wenn ich mal wieder von diversen Facebookkommentaren ernüchtert bin, sind solche Beiträge ein Lichtblick. Das Video habe ich gleich mal in Facebook geteilt.
    Liebe Grüße von einer ansonsten still mitlesenden Katrin und ihren beiden vierbeinigen "Flüchtlingen" Nelly (aus Spanien) und Socks (aus Bosnien)

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    1. Hallo ihr 3,

      ich danke euch für das liebe Kommentar! Es ist und bleibt ja ein heikles Thema - dennoch finden wir, dass man sich nicht verstecken sollte, sondern Farbe bekennen in dem Fall das Richtige ist.

      Liebe Grüße
      Abby und Diana

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  2. Ja, ein schwieriges Thema, und mich schmerzt es, wenn ich sehe, dass Facebook-Kontakte (es sind ja nicht immer wirklich richtige Freunde), die man schätzt, weil sie sich im Tierschutz engagieren, plötzlich täglich mehrere Kommentare posten, die alle nicht nur vor Besorgtheit, sondern vor Abneigung triefen. Ich gehe dann auch teilweise in die Diskussionen, aber es ist schwierig, keiner geht gern von seiner Meinung ab. Und ich bin wirklich ganz sachlich dabei, stelle niemanden gleich in die rechte Ecke (viele haben ja wirklich einfach Angst), möchte dafür aber auch nicht unsachlich in die Gutmenschenecke gestellt werden...
    Aber genug davon für heute, ich schicke Dir viele Knuddeleinheiten und Frauchen liebe Grüße
    Das Monsterrudel

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