Warum ein Hund Geld kostet.

Freitag, Oktober 30, 2015 Hundekind Abby 9 Comments

Hallo ihr Lieben,

vor ein paar Tagen hat es uns mal wieder dazu hingerissen, bei den Kleinanzeigen dieses einen Auktionshauses zu stöbern. Eigentlich wollten wir das ja nicht mehr machen, weil wir uns immer aufregen, und genauso endete es dieses Mal.



Wir haben eine ganz "interessante" Anzeige gefunden. Eine Such-Anzeige wohl gemerkt. Bei angegebenem Preis stand 100 € VB. Und darin war folgender Text zu finden:

"Hallo liebe Verkäufer und Züchter,
wir sind auf der Suche nach einem Hund. Wir sind eine Familie mit Kindern. Wir sind immerschon mit Tieren aufgewachsen und vermissen es, deshalb möchten wir es wagen. Wir können ein liebes zu Hause mit Grundstück anbieten. Uns ist es egal ob Mädchen oder Junge, sie sollten nicht jünger wie 1 jahr sein und nicht älter als 3 Jahre, bitte keine WELPEN und sollte Kniehoch werden. Wir besitzen eine Bestätigung im Mietvertrag das wir ein Hund im Haus halten dürfen. Wir haben alles an Zubehör da und freuen uns auf lange Spaziergänge mit dir zu machen. Wir bitte um Verständnis NUR KURZHAAR. nix gegen langhaarige. Muss sauber sein und vor allem andere Hunde mögen. Wegen dem Preis lässt sich bestimmt was vereinbaren, da ein Tier ein Lebewesen ist und nicht ein Profit sein soll, ist es uns sehr wichtig Unterkunft hat voran statt Geld. [...]"

Die Rechtschreibfehler gab es in der Anzeige genau so, die haben wir nicht geändert. 

Uns ist, gelinde gesagt, der Kragen geplatzt. Nicht einmal, weil das Tier schon vor der Anschaffung bestimmte Dinge können soll und muss, nein, sondern weil es Menschen gibt die die Dreistigkeit besitzen zu sagen, dass das Tier bestenfalls kein Geld kosten soll - es an der Stelle sogar soweit treiben zu behaupten, dies im Wohle des Tieres zu schreiben. Schließlich soll man mit Tieren ja kein Geld verdienen.

An der Stelle müssen wir mal virtuell auf den Tisch hauen. Die Anschaffung eines Tieres kostet Geld. Bestenfalls sogar mehr als 100 €. Wieso? Weil ein Tier, egal welches, danach auch Unterhalt kostet, Steuern, Tierarzt, weiteres Zubehör...

Warum ist unsere Gesellschaft inzwischen so gepolt, am besten für die Anschaffung nichts bezahlen zu wollen? Klar, wir sparen auch gerne und freuen uns über ein Schnäppchen. Aber es gibt doch Dinge im Leben, bei denen uns das Geld egal ist. Dinge, die uns wichtig sind. Und mit Dinge bezeichnen wir jetzt nicht Gegenstände, sondern in diesem Fall auch ein Hund, ohne ihn als Sache abzustempeln.

Sogar ein Hund aus dem Tierschutz kostet Geld. In der Regeln zwischen 250 - 400 €. Das sind die Beträge gewesen, die wir durchschnittlich gesehen haben. Aber warum ist das so?

Weil ein Hund Unterhalt kostet, Steuern, Tierarzt, weiteres Zubehör... Und in Tierheimen ist es nicht nur 1 Hund, da sind es, je nach Kapazität des Tierheims, bis zu Hunderten. So muss jeder Hund bei Aufnahme erst einmal ärztlich durchgecheckt werden. Bei unserem Tierarzt kostet einmal untersuchen, ohne irgendwas finden um die 10-15 €. Dann möchte solch ein Hund natürlich auch etwas fressen. Gehen wir mal im besten Fall von einem Aufenthalt im Tierheim von einem Monat aus, so frisst er durchschnittlich einen Sack Futter. Beim günstigen Futter dürften das gut 40 € sein. Zusätzlich müssen die Tiere versorgt, die Zwinger, in denen sie leben, ausgemistet werden. Das machen die Tierpfleger. Die dürften 40 Stunden die Woche arbeiten. Bei einem Mindestlohn von 8,50 Euro die Stunde sind das pro Monat ca. 1.360 Euro. Anteilig davon berechnen wir für unseren Hund einmal 80 Euro. Der wurde eben ein wenig zwischendurch auch noch gestreichelt. Dazu kommt noch Wasser zum Trinken. Bei viel Glück muss in dem Ort keine Hundesteuer für Tierheimhunde bezahlt werden und das Zubehör wie Leinen und Halsband wurden gespendet. So würden für einen Hund, der ohne gesundheitliche Beschwerden nur einen Monat im Tierheim sitzt alleine Kosten in Höhe von rund 100 Euro entstehen.

Kleine Anmerkung: Alle Zahlen sind von mir aus meinen bisherigen Kosten abgeschätzt. Auch habe ich keine Ahnung wie viel Trockenfutter so ein Hund nun tatsächlich frisst oder ob jeder Hund bei Aufnahme einen Bluttest und Kottest abgeben muss. Dann stimmen die Kosten natürlich vorne und hinten nicht.

Nun ist es aber ja gerade in Tierheimen so, dass die Kosten der problemlosen Hunde die der Problemhunde auffangen sollen. Soll heißen: auch wenn unser Beispielhund "nur" 100 € Kosten verursacht hat, so kann ein anderer Hund schon viel mehr Kosten erzeugen. Schon sobald eine Krankheit diagnostiziert wurde, OPs anstehen oder eine trächtige Hündin ihre Welpen im Tierheim bekommt. Auch kann es sein, dass der Hund im Tierheim erst kastriert wird. Da kommen schnell 3- oder sogar 4stellige Beträge zusammen. Aber da kann man natürlich von zukünftigen Besitzern nicht verlangen, diese Kosten zu tragen. Also wird eine Mischrechnung aufgemacht.

Wie kann man also auf die Idee kommen zu sagen, jemand, der eine Schutzgebühr erhebt um wenigstens einen Teil der Kosten erstattet zu bekommen, sei nur auf Profit aus? Dürfen wir solche Anzeigen heute überhaupt noch dulden oder sollte man diesen Menschen einfach mal ins Gewissen reden?

Die Menschen sollten endlich aufhören geizig zu sein, wenn es um die Anschaffung eines Tieres geht. Ja, ein Tier kostet Geld und das nicht erst, wenn man es hat. Wenn man nicht gewillt ist schon bei der Anschaffung eines Tieres eine Summe x in die Hand zu nehmen, so sollte man das Geld lieber in ein Plüschtier investieren!

So, das musste mal raus!

Eure Abby

Kommentare :

  1. Wuff Abby,
    Mir war beim lesen des Artikels auch zum Schreien und die Nackenhaare haben sich aufgestellt - und bin ganz deiner Meinung, bei den Anforderungen ist wohl ein Plüschtier das Richtige

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  2. Liebe Abby,

    ich gebe dir absolut Recht. Was du in der Kostenaufstellung noch vergessen hast, sind die Strom- und Heizungskosten für das Tierheim, die Computer, die auch dort benötigt werden usw. Ich sage auch immer, wer von Anfang an kein Geld für den Hund ausgeben will, der wird es auch später nicht tun, wenn ihm etwas fehlt. Deshalb finde ich es gut, wenn Hunde oder andere Tiere in der Anschaffung eben höherpreisig sind, weil man sich dann dreimal überlegt, ob man dem Tier wirklich ein gutes Zuhause mit allem, was dazu gehört, Zeit, Futter, Spielzeug, Tierarzt usw., bieten kann.

    Wuff-Wuff dein Chris

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    1. Da hast du vollkommen Recht!
      Und wenn ich jetzt noch darüber nachdenke, müssen Tierheime ja sicher auch Versicherungen zahlen. Das kommt dann auch noch dazu....

      Liebe Grüße
      Abby

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  3. Ich bezahl schon 80€ im Monat für 1 Hund 😱 Die denken wohl der verbraucht dann nix ? Völlig unverständlich.

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  4. Tja, da überwiegt dann wohl der Gedanke: „Ich tue dir doch einen Gefallen, du willst dein Tier nicht mehr, ich nehme es gerne. Deswegen muss ich auch nichts bezahlen.“

    Wenn ich ehrlich bin: Moe hat uns nur 70 € in der „Anschaffung“ gekostet. Was aber nicht daran lag, dass wir darum geschachert haben. Uns war der Preis ehrlicherweise total egal, wir wollten diesen Hund.

    Das es aber Menschen gibt, die immer alles möglichst gratis wollen und überhaupt nicht bedenken, dass die Kosten dann erst losgehen... Unglaublich. Ach ja, und Erziehung sollte auch vorhanden sein. Natürlich. Einmal das Komplettpaket bitte und bei Nichtgefallen Umtausch, vielen Dank. Ich kann gerade nur den Kopf schütteln...

    Liebe Grüße
    Nicole

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  5. Ich rege mich über so etwas garnicht auf, sondern belächle eher die Naivität der Menschen. Viele denken nämlich, einen Hundewelpen "zu produzieren" kostet rein garnichts. Man setzte einen Hund auf den anderen und schwupps, 3 Monate später hat man süße kleine Welpen - komplett ohne Mehrkosten. Wieso soll der Hund dann auch noch etwas kosten? oder gar mehr als 100€. Ich hatte Mal eine Anzeige gelesen, bei der eine Französische Bulldoggen gesucht wurde. Der Anzeigeninseriere schrieb, er wolle nicht "mehr als 100€ ausgeben, da ihm irgendwelche Titel nicht wichtig seien". Da denkt jemand offenbar, das "von" im Hundenamen sei ein Adelstitel und nicht etwa durch die Zugehörigkeit zu einem im Zuchtverein registrierten Zwinger entstanden. Also, einen Adelstitel braucht mein Hund jetzt auch nicht... ;) Aber was es tatsächlich damit zu tun hat und dass in einem ordentlichen Zwinger zahlreiche Untersuchungen, angefangen von medizinischen Untersuchungen der Eltern, Großelter, Urgroßeltern der Hunde, mehrfaches Röntgen und Untersuchung der Mutterhündin vor und manchmal auch nach der Trächtigkeit, Spezialfutter, Untersuchung, Wurfboxen, Ultraschallampen, Pipimatten, Spielzeug, Eentwurmung und Impfung der Wepen inbegriffen ist - eventuell ein Kaiserschnitt bei Komplikationen und ganz zu schweigen vom zeitlichen Aufwand, den ein Wurf voller Welpen bedeutet (und Zeit ist offenbar nichts wert? Wenn man 5 Stunden am Tag mit Hinterherputzen, Versozialisieren, Füttern und Pflegen von Welpen verbringt, und das womöglich auch noch Nachts, dann soll das gefälligst ein reiner Spaßfaktor sein und nicht mit Geld honoriert werden). Und viele Menschen sind sich dessen einfach nicht bewußt.
    Traurig ist natürlich, wenn sich diese Menschen tatsächlich nicht nur nicht bewußt sind, dass alleine die "Produktion" der Welpen viel Geld kosten kann, sondern auch der Hund selbst im Laufe seines Lebens laufend Kosten produzieren kann. Ich mache dieses Jahr eine Kostenaufstellung aller meiner Kosten für Genki und Momo - Bisher bin ich so weit, dass ich mir von dem Geld drei weitere Hunde vom Züchter hätte kaufen können....

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    1. Da hast du absolut Recht! Ich bin jetzt hier absichtlich "nur" von einem Tierheimhund ausgegangen, weil die Person ja explizit keinen Welpen wollte und nur die wenigsten sich einen erwachsenen Hund beim Züchter holen... Ich bin absolut dafür, dass die Preise von Züchtern gerechtfertigt sind, zumindest wenn dabei auch Rücksicht auf die Tiere genommen wird..

      Auf deine Kostenaufstellung bin ich seeeeeeeeeeeehr gespannt!! Und eigentlich wäre das auch einmal eine Idee für nächstes Jahr - so zum Vergleich was kostet ein großer, was kostet ein kleiner Hund!

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  6. tja, solche leute gibt es immer wieder und wenn dann mal der tierarzt aufschlagen muss müssen wir wahrscheinlich weg weils ja geld kostet! :(

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  7. Wie Recht du hast! Ich schaue auch immer mal wieder in diese Kleinanzeigen - da habe ich nämlich auch meine Bella her, die "wegen gesundheitlicher Gründe dringend abzugeben war" (Pustekuchen, da muss etwas ganz anderes hinter gesteckt haben...). Genau die Anzeige, die du gelesen hast, habe ich auch gesehen! Manche Leute sind wirklich... gnarf....

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