Was ist da eigentlich drin?

by - Dienstag, November 17, 2015

Hallo ihr Lieben,

sagt mal, wisst ihr eigentlich was in eurem Futter drin ist? Also klar, was auf der Vorderseite des Futters steht, das ist klar, aber welche einzelnen Zutaten drin sind?

Wir haben diesem ganzen Fachchinesisch bisher nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt und sind deshalb aufs Barfen umgestiegen. Und bei Leckerlies? Ja Getreide sollte nicht drin sein aber sonst? Da meine 2Beiner sich nun immer mehr mit den Zutaten ihres Essens beschäftigen, will die Mama auch wissen, was in meinem Futter ist.



Wir möchten uns daher in den nächsten Wochen etwas intensiver mit dem Fachchinesisch auf der Rückseite der Verpackungen beschäftigen, ganz ohne Wertung der einzelnen Stoffe, einfach nur um zu verstehen, was da drin ist. Wusstet ihr übrigens, dass es alleine beim Bedrucken der Inhaltsstoffe riesen Unterschiede gibt? Den Herstellern wird nämlich freigestellt ob sie den tatsächlichen Inhaltsstoff oder einen Sammelbegriff angeben. Ein Beispiel wäre: Getreide als Sammelbegriff oder Weizen als tatsächliche Zutat. Wenn der Sammelbegriff angegeben ist muss auch nicht in jedem Futter immer das gleiche sein. Angenommen das eine Mal verwendet der Hersteller als Getreide Roggen, das ist ihm aber auf Dauer zu teuer, so kann er ohne Probleme und ohne Änderung der Deklaration auf günstigeres Weizen umsteigen.

Um uns langsam durch das Chinesisch zu kämpfen haben wir als Beispiel einen Hunderiegel genommen, der als Extra zu einer Zeitschrift geschickt wurde. Und heute möchten wir euch zwei Inhaltsstoffe vorstellen. Das erste, was nach Getreide und Fleisch auf der Verpackung steht sind "tierische Nebenerzeugnisse".

Was sind denn tierische Nebenerzeugnisse?

Die wichtigste Info vielleicht vorweg: Tierische Nebenerzeugnisse sind nicht für den Verzehr von Menschen geeignet. Laut Definition können tierische Nebenerzeugnisse alles sein, was es an einem Tier so gibt: ganze Tierkörper, Tierkörperteile, Innereien oder auch Dinge, die ein Tier so produziert, die wir Menschen aber nicht essen. Hierzu gehören neben Eizellen und Samen auch Embryonen, Mageninhalte, Häute, Kolostrum, Hufe, Federn, Blut oder Hörner. 

Tierische Nebenerzeugnisse unterteilt man in 3 Kategorien:
Kategorie 1 umfasst alle Erzeugnisse eines Tieres, das aus ansteckenden Krankheits- bzw. Seuchengründen getötet werden musste. Da es nicht auszuschließen ist, dass die Krankheitserreger auch im Futter auf andere Lebewesen übergehen, müssen diese ohne weitere Verarbeitung vernichtet werden.
Kategorie 2 umfasst alle Erzeugnisse eines getöteten Tieres, welches keine ansteckenden Krankheiten hatte. Auch diese Überreste müssen vernichtet werden. Allerdings darf hier das Fleischmehl noch als Dünger verwendet werden. 
Kategorie 3 beschriebt all jene Nebenerzeugnisse, die frei von erkennbaren Krankheiten sind und für die Hundefutterherstellung benutzt werden dürfen. Hierbei kann es sich auch um Innereien oder Produkte handeln, die der Mensch ebenfalls essen könnte, es aber nicht tut. Ein Beispiel hierfür wären Zungen. 

Was ist eigentlich Sorbitol? 

Als nächster Inhaltsstoff ist Sorbitol angegeben. Anders als bei tierischen Nebenerzeugnissen, haben wir das Wort noch nicht einmal irgendwo gehört. Aber dank Google haben sich die Fragezeichen über unserem Kopf schnell in Luft aufgelöst.

Sorbitol gehört, wie auch Lactit oder Xylit zu den Zuckeralkoholen. In vielen industriell gefertigten Lebensmitteln wird Sorbit, oder auch Sorbitol, als Ersatz für Sacharose, also gewöhnlichen Zucker, verwendet. Auch wenn es nur etwa halb so süß sein soll wie Zucker und weniger Kalorien hat, gibt es viele Menschen die an einer Sorbitolunverträglichkeit leiden. Auf den Inhaltslisten der 2Beiner wird es als E 402 angegeben.
Sorbitol wird aber nicht nur industriell zugefügt. Gerade in Kernobst wie Äpfeln oder Pfirsichen ist es in höherer Dosis enthalten. In getrockneten Früchten ist der Sorbitolgehalt durch den Wasserverlust wesentlich höher. In der Hundefutterherstellung wird Sorbitol aufgrund seiner wasserbindenden Eigenschaften als Feuchtigkeitsbinder eingesetzt. 


Quellen, die zur Recherche genutzt wurden: EUR-Lex, Hundefutterberater, Reingeschnüffelt, Gesundheit


Das alleine 2 uns nicht eindeutige Zutaten unter den ersten 4 Inhaltsstoffen waren, hat uns jetzt doch etwas überrascht. Umso mehr sind wir schon auf die nächsten Stoffe gespannt.

Was sagt ihr? Kennt ihr euch aus mit den Inhaltsstoffen oder guckt ihr auch eher wie "ein Schwein wenns donnert"?

Eure Abby

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7 Kommentare

  1. Ich find das Thema Hundefutter - Zusammensetzung - Zusatzstoffe mega spannend und sehr sehr wichtig. Wir barfen nicht, Luna und Phalène bekommen Trockenfutter. Während meiner Fortbildung zum Schulbegleithunde-Team war "Futter" eines der Themengebiete, über die wir recht umfamgreich informiert wurden - und doch muss ich zu meiner Schande gestehen, dass Vieles auch wieder in Vergessenheit gerät... dazu dann noch das Fachchinesisch, das es einem Lailen einfach auch schwer macht zu verstehen, worum es geht!
    Kein Getreide. Vor allem kein Mais - wenn ich mich recht erinnere, hemmt ein Stoff, der im Mais enthalten ist, bei Hunden die Produktion und/oder Ausschüttung von Endorphinen ("Glückshormon")... lieber nochmal nachforschen, ehe ich was Falsches behaupte, aber so ist es mir im Gedächtnis geblieben.
    Dürfen wir eine Empfehlung aussprechen? "Ente&Kartoffel" von Josera. Meines Erachtens von der Zusammensetzung her ziemlich gut. Hat als erster DLG-zertifizierter Petfood-Hersteller ein "sehr gut" bekommen - und meine Mädels fressen es so gerne, dass es sogar als Leckerli fungiert!

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    1. Hallo Nicola,

      danke für deinen Kommentar.
      Ich bin sehr gespannt, was ich noch "herausfinden" werde.
      Die Frage, was nun ein gutes Trofu ist, lässt sich denke ich nicht allgemein beantworten, deswegen möchte ich auf so etwas auch gar nicht eingehen. Jeder findet etwas anderes im Trofu wichtig oder unnötig. Das fängt bei Krokettenbeschaffenheiten an und endet in der Zutatenliste. Deswegen soll es hier, wie gesagt, nur um reine Aufklärung des Chinesisch gehen :)
      Das mit dem Mais klingt allerdings auch sehr spannend... sollte man sich auch einmal kundig machen.

      Liebe Grüße
      Abby

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  2. Interessanter und spannender Beitrag! Ich schaue immer genauestens auf die Zutaten, die sich in Finns Leckerchen befinden. Finn wird gebarft und verträgt das auch super! Für mich war es wichtig ihn so artgerecht wie möglich zu ernähren. Was wir sehr oft als "Naschen" verwenden ist Trockenfleisch! Darauf fährt er total ab :) Gerne mache ich auch seine Leckerlies selbst, denn da weiß ich zu 100% was drin ist :)
    Liebste Grüße
    Lisa & Finn

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    1. Oh ja, die Mama hat auch immer viel gebacken, aber seit dem das Menschenkind da ist, ist auch die Zeit dahin... aber selbermachen finden wir nach wie vor am allerbesten.

      liebe Grüße
      Abby

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  3. So richtig gut kennen wir uns nicht mehr aus, weil wir ja für Socke kochen und da wissen wir, was wir da mischen. Frisches Fleisch, Kartoffeln, frisch gekochtes Gemüse und Obstkompott…Aber wir haben uns das mal früher angesehen und waren entsetzt, dass u.a eiweißhaltiger Klärschlamm im Hundefutter ist. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob man das unter der Beschreibung Rohasche findet….

    Auf jeden Fall ist das spannend zu erfahren.
    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

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    1. Wir sind auch ganz froh, dass wir wissen was in ihrem Futter ist, ohne jegliche Zusatzstoffe. Schauen wir mal, was wir noch interessantes erfahren.

      Liebe Grüße
      Diana

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  4. Spannendes Thema! Beim Futter liest Frau Zweibein auch sehr genau. Bei den Leckerchen drückt sie auch mal eine Auge zu, da es die bei uns wirklich nur sehr selten gibt und ich die meist geschenkt bekomme.
    Liebe Grüße
    Lotta

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