Wäre es anders?

Freitag, Juni 17, 2016 Hundekind Abby 7 Comments

Hallo ihr Lieben,

Mittwoch Abend lagen das Hundekind und ich zusammen im Bett. Der Minimensch hat noch geschlafen und der Papa war gerade duschen. Das sind immer ein paar Minuten, die nur uns beiden gehören und wir liegen zusammen im Bett und wenn Abby es möchte, dann wird gekuschelt.

An diesem Abend lag sie dann für einen Moment da und guckte ganz nachdenklich und genau in dem Moment kam mir der Gedanke "Wie wäre es wohl mit Nala geworden?"



Für diejenigen, die die Geschichte nicht kennen, hier noch einmal die Kurzfassung. Am 27. Juni 2012 waren wir das erste Mal bei unserer lieben Züchterin. Eigentlich wollten wir nur Welpen gucken, da wir am nächsten Tag einen Termin bei einer anderen Züchterin hatten. Den Termin hatten wir nach dem Besuch abgesagt. Zum einen, weil wir unser Herz schon verloren hatten, zum anderen weil wir uns bei ihr gut aufgehoben gefühlt hatten. Es passte einfach alles. Ein paar Stunden nach unserem Besuch riefen wir wieder bei ihr an und sagten, dass wir unser Herz an die kleine Maus mit dem gelben Halsband verloren hatten und sie nehmen würden. Sie hatte nichts dagegen und so sind wir danach jede Woche hingefahren und haben unsere Maus besucht. Die kleine mit dem gelben Halsband war nicht Abby, sondern bekam den Namen Nala. Abby wollte nie etwas von uns wissen, schaute uns nie mit dem Hintern an. Brauchte sie auch nicht, wir hatten unser Herz ja Nala geschenkt. Sie freute sich jedes Mal mehr wenn wir kamen, hörte schon auf ihren Namen und konnte bereits "sitz". Eine Woche bevor wir Nala endlich zu uns holen durften bekamen wir einen Anruf von unserer Züchterin. Die Maus ist den Morgen gestorben. Meine ganze Welt ist in diesem Moment zusammengebrochen. Die nächsten zwei Tage weinte ich nur noch. An Essen war nicht zu denken. Meinen größten Wunsch, den ich mir nach 24 Jahren endlich erfüllen wollte, zerplatzte wie eine Blase. So lange hatte ich auf meinen ersten Hund gewartet und dann stirbt sie eine Woche bevor sie zu uns ziehen durfte. Eigentlich wollte ich mich dann nur von dem Wurf und auch von unserer Züchterin verabschieden und ihr noch einmal für alles danken. Am Telefon hatte sie bereits gesagt, dass sie uns gerne den Welpen mit dem grünen Halsband geben würde, aber ich lehnte ab. Man nimmt ja nicht ein "Spielzeug", nur weil das andere kaputt ist. Kaum kamen wir aber zu unserem letzten Besuch ins Wohnzimmer, saß dieser kleine Welpe mit grünem Halsband vor uns und ging für den Rest des Tages nicht mehr weg von uns weg. Ich bin mir nach wie vor sicher, dass sie uns sagen wollte "Ich möchte zu euch". Und so gab ich verwirrt, unvorbereitet und auf mein Herz hörend dem kleinen Hundekind recht und sagte unserer Züchterin, dass wir sie doch nehmen würden. Eine Woche später holten wir sie dann ab, unsere kleine Abby.



Inzwischen sind wir mit Abby durch gute und schlechte Zeiten gegangen. Wir haben mit ihr die Hundeschule besucht, waren impfen, haben ihr gezeigt was Urlaub bedeutet und haben sie groß gezogen. Inzwischen ist sie eine großartige große Schwester und meine beste Lehrerin. Mit ihrer Leinenaggression ist es nicht nicht immer einfach mit ihr, aber wir arbeiten daran und machen Fortschritte.

Dennoch kam mir am Mittwoch Abend kurz in den Kopf, wie es wohl mit Nala wäre. Ich fragte mich nicht, ob es einfacher mit ihr wäre, aber wie unser Alltag mit ihr aussehen würde. Wäre sie auch so toll zum Minimensch? Wie wäre sie an der Leine gelaufen? Hätten wir mit ihr auch Erziehungsprobleme gehabt, wenn ja welche? Und vor allem: Würden wir auch abends so schön zusammen im Bett liegen können?

In dem Moment legte Abby ihren Kopf anf meine Schulter und schleckte mir kurz über die Wange als wolle sie mir sagen, dass Nala ja bei uns ist und uns immer beschützt und auf uns herab guckt. Ich habe ihr dann einen Kuss auf die Nase gegeben und ihr kurz in die Augen geguckt.



In dem Moment ist mir wieder einmal bewusst geworden, dass wir damals alles richtig gemacht haben und dass es richtig war, auf mein Herz zu hören.

Eure Dini

Kommentare :

  1. Wow! Die Geschichte kannte ich noch nicht. Das muss ja furchtbar sein, wenn ein solcher Anruf kommt.
    Ich bin mir sicher, ihr habt die richtige Entscheidung getroffen. Vielleicht hat Abby es an dem Tag gespürt.
    Gerade in der Zusammenführung von Mensch und Hund bin ich überzeugt, dass es oft Schicksal ist. Man bekommt immer den Hund, den man braucht, sagt man. Und da ist auch etwas dran :)

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    1. Ja und ich brauchte offenbar einen, mit dem ich so viel Hundeerfahrung kriege wie manche nach 10 Hunden nicht :D

      Der Anruf war auch ganz schlimm.. und ich kann dir noch genau sagen, was ich den Tag über gemacht habe und was noch alles schief ging.. :-/

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  2. Sowas ist natürlich bitter. Abby ist dann wohl euer Schicksal. Ob mit Nala das Leben anders verlaufen wäre? Bestimmt. Aber dann hättet auch ihr all die schönen Augenblicke mit Abby nicht! Ich denke, so wie es ist sollte es sein.

    Liebste Grüße
    Dani mit Inuki und Skadi

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  3. Ach Gottchen, so eine schöne, traurige Geschichte.
    Warum ist Nala den so plötzlich verstorben? Ein Unfall?

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    1. Sie hatte einen angeborenen Herzfehler, der durch eine Obduktion festgestellt wurde. :(

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    2. Armes Kleines...
      Aber manchmal sind diese traurigen Episoden auch für etwas gut.

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  4. Was für eine rührende Geschichte. Aber so traurig wie es ist, ich denke es sollte so sein. Und Abby hat auf euch gewartet.
    Nora sollte am Anfang auch zu anderen Leuten ziehen. Ich hatte mich sofort Hals-über-Kopf in die Kleine verliebt, aber leider war sie schon jemand anderem zugesagt worden. Aber einer ihrer Brüder wäre noch frei. Ich war am Boden zerstört, und so Leid es mir auch tat, ich sagte ab, den Rüden wollte ich nicht.
    Zwei Wochen später kam dann ein Anruf. Die Züchterin war dran und fragte, ob ich noch Interesse an Nora hätte. Die anderen Leute hätten sich nun doch für ihren Bruder entschieden, da Nora so absolut nichts von ihnen wissen wollte, nicht einmal zu ihnen gekommen war und nicht das kleinste bisschen Interesse an ihnen zeigte. Ich sagte natürlich sofort zu. Bei uns war es auch direkt anders, wir hatten sofort einen Draht zueinander, sie raste auf mich zu und schlief zufrieden auf meinem Schoß ein. Mein Herzenshund eben :-)
    Liebe Grüße
    Jasmin mit Nora, Rico und Sam

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