Cesar Millan - Mein 4 Wochen Undercoverprojekt

by - Dienstag, Juli 05, 2016

Hallo ihr Lieben,

Cesar Millan ist ein Thema, das polarisiert. Dass es sowohl viele Menschen da draußen gibt die in mögen, wusste ich. Dass diese allerdings richtig aggressiv werden, wenn man ihren Messias kritisiert, war mir in dem Ausmaß nicht bewusst. Was ich meine? Sabrina von Dietutnichts hat vor einigen Wochen ihre Meinung zu ihm geschrieben und hat daraufhin (und das bis heute) viele bitterböse Nachrichten bekommen.

Die meisten von uns kennen Cesar Millan und die meisten haben eine gefestigte Meinung von ihm: Entweder man mag ihn, oder man kann ihn absolut nicht ausstehen. Ein Zwischendrin gibt es eigentlich nicht. Oft wird den Millan-Kritikern aber nicht die nötige Kenntnis zu seinem Erziehungsstil vorgeworfen. Und in der Tat muss ich einräumen, dass ich nach 2 Sendungen meine Meinung über ihn hatte. Aber stimmte die auch? Was, wenn das Fernsehen nur blöd geschnitten hatte und alles nur aufgebauscht war? Im April fasste ich daher den Entschluss, mich 4 Wochen unter die Cesar Millan Fans zu mischen und mehr über ihn, seine Fans und seine Methoden zu erfahren.


Mein Projekt: 4 Wochen unter Cesar Millan Fans



Was im Fernsehen lief, das hatte ich gesehen. Was in den Medien über ihn kursiert habe ich auch mitbekommen. Aber wie komme ich am besten hinter die Kulissen? Natürlich sollte mir das Internet helfen: Bei Facebook habe ich mir ein neues Profil zugelegt und habe sämtliche Millan-Seiten geliked und versucht, in mehrere Gruppen einzutreten. Gerade letzteres gestaltete sich allerdings schwieriger als gedacht! Viele große Gruppen haben nämlich einen Aufnahmestopp an neuen Mitgliedern. Irgendwie hab ich es dann doch in eine Gruppe geschafft und konnte mitlesen, was sich die Fans so gegenseitig für Tipps geben.

Was dachte ich dort zu lesen?

Als ich in Amerika gelebt habe, habe ich auch ab und an mal den DogWhisperer gesehen. Dort habe ich natürlich seine Methoden á la "wir treten den Hund" und "an der Leine ziehen hilft immer" gesehen. Viele behaupten ja, dass er in Amerika der einzige Trainer ist, der ernst genommen wird. Das habe ich anderes erlebt. Neben ihm lief im Animal Channel noch eine andere Trainerin, die nach europäischen Trainingsmethoden gearbeitet hat. Leider weiß ich den Namen nicht mehr. Ich war aber damals schon mehr von ihr angetan als von Herrn Millan. Somit war meine Erwartung in den Foren eher Tipps wie "Tritt deinen Hund, wenn er aufmuckt" zu finden. Aber eigentlich wollte ich neutral bleiben und wirklich komplett bei 0 anfangen.

Und an der Stelle muss ich zugeben: Ich habe keinen einzigen Ratschlag gefunden, dass man den Hund treten soll! Ganz im Gegenteil: Viele seiner Erziehungsansätze finde ich richtig gut!

"Früher", also zu meiner Amerikazeit die schon 6 Jahre zurückliegt, wurde es so hingestellt, dass man nur durch körperliche Kraft als wirklicher Rudelführer akzeptiert wird. Körperliche Traktion war in jeder seiner Sendung zu sehen. Viele erklären das mit seiner Herkunft aus Mexiko und weil man dort eine andere Auffassung von Tierhaltung habe. Für die Nasenstubser weltweit werde ich mich da einmal ranhängen. Aber so viel kann ich euch schon einmal sagen: Meine mexikanischen Freunde kannten ihn alle schon einmal nicht und auch wenn sie eine andere Auffassung von Hundehaltung haben, getreten hat von ihnen noch keiner seine Hunde.

Ob er seine Methoden überdacht hat oder sie inzwischen nur anders dargestellt werden, kann ich an der Stelle nicht sagen. Auf jeden Fall habe ich sehr viele Parallelen zu meinen Erziehungsmethoden finden können. So ist es nicht so, dass der Rudelführer immer der ist, der sich mit Gewalt und Kraft durchsetzt. Vielmehr muss ein Rudelführer ruhig und gelassen sein und Autorität beziehungsweise Führungskraft ausstrahlen können. Das von ihm zu lesen hat mich wirklich sehr überrascht! Hat er doch den Begriff des Rudelführers bisher doch so negativ belastet.

Vielmehr konnte ich auf seiner Facebook-Seite auch viele positive Artikel lesen. So gibt er weiter, dass Massagen sehr hibbeligen und aufgeregten Hunden helfen können. Außerdem nimmt er sich auf dem Thema Hund und Hitze an. Er versucht also auch Präventionsarbeit zu leisten und stellt auch dar, dass man sich mit seinem Hund beschäftigen muss.


Was vermitteln seine Fans in den sozialen Netzwerken?

Nachdem ich positiv überrascht von der Darstellung von Cesar Millan selbst war, so neugieriger wurde ich, wie wohl seine Anhänger drauf sind. Sehr schnell ist mir aufgefallen, dass die Menschen, meist Damen, recht freundlich und sachlich zueinander sind. In vielen Hundegruppen ist das nicht vorstellbar. Da wird man schon angegiftet, weil man einen Hund vom Züchter hat, weil man die "falsche" Rasse ist, weil man barft, weil man nicht barft... Die Liste könnte noch ewig lang fortgeführt werden und ich bin mir sicher, ihr wisst was ich meine. Jedenfalls gab es das in der Gruppe, in der ich war, nicht. Wenn jemand um Hilfe gefragt hat, wurde ihm stets sachlich geantwortet und man musste sich keine Vorwürfe gefallen lassen.

Sehr interessant war auch, dass eine offizielle Trainerin von ihm in einer Gruppe ihr Wissen weitergibt. Dazu lässt sie Videos und Probleme erst von anderen analysieren und gibt erst danach ihr Wissen preis, korrigiert andere oder ermutigt sie, was sie schon alles gelernt haben. Ganz ehrlich: Welcher andere Hundetrainer würde sein Wissen denn kostenfrei weitergeben? Das fand ich sehr erstaunlich und absolut Gruppenfreundlich. So lernen die anderen User nicht einfach stumpf nachzuplappern, sondern mitzudenken und das Erlernte dann weiterzugeben.

Kommen wir aber nun zum Fachlichen. Mit "Tritt deinen Hund ruhig mal, wenn er nicht hört" habe ich gerechnet. Ob ich es gelesen habe? Nicht einmal! Stattdessen bekam man oft in meinen Augen wirklich gute Tipps.

In einem Beispiel ging es um einen Hund, der auf andere losging und auch Probleme hatte, ordentlich an der Leine zu laufen.

Person 1: "Was die meisten unterschätzen ist wie man den Gassigang beginnt. Zuhause fängt das schon an.. 
Wie sieht es zuhause aus bei euch? Rennt er vor dir durch die Zimmertür wenn ihr in ein anderes Zimmer geht? [...] Und steckt er für sowas viel Energie rein?"
Die Antwort darauf war, dass sie versucht den Hund zu blockieren, wenn er vorlaufen will.

Daraufhin antwortet Person 1: "Die Vorbereitung sollte so ablaufen wie als wenn man die Wohnung verlässt. Nach diesen Regeln bis aus einer das man den Hund natürlich mitnimmt nur das beim verlassen der Wohnung auch auf besondere Dinge geachtet werden müssen. Hört sich alles sehr kompliziert an ist es aber nicht. [...]"
Hier mischte sich Person 2 mit ein: "Mein Gefühl sagt mir, als ich deine erste Nachricht laß, dass es mit dir zu tun hat, also emotional mäßig. Mein Gefühl sagt mir es fehlt an Respekt [...]Warum hat der Hund das Gefühl dich und sich so extrem beschützen und verteidigen zu müssen? Wie fühlst du dich wenn ihr spazieren geht? Und besonders wenn du einen Hund siehst? Überprüfe mal deine Gefühle und sei sehr ehrlich zu dir selbst. Frage auch gerne andere, nicht deinen Partner , wie du auf andere wirkst in der Situation.  "
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In einem anderen Post schilderte ein Hundehalter, dass er an diesem Tag einen schlechten Tag hatte und bei Spaziergängen dementsprechend angespannt ist. Hunde geben einem auf diese Anspannung sofort Feedback und hören nicht. Daher fragte er, was die anderen in solch einer Situation tun.

Halter 1: "Also ich persönlich empfinde Anspannung als äußerst lästig. Gerade beim Gassi. Da will ich runter kommen und entspannen. Trotzdem wühlt mich manchmal irgendwas auf und ich realisiere nicht mal wie sehr ich grad unter Strom stehe.  Meine Hunde zeigen mir das auch. Sie hören schlicht nicht mehr und machen ihr eigenes Ding. Ich bin ihnen dankbar dafür. Durch ihr Verhalten wird mir bewusst, dass ich mich wieder auf das wesentliche konzentrieren sollte. Ich nehm mir einen Augenblick Zeit und dann klapp es auch wieder."
Halter 2: "Wenn du nun an der Tür stehst, und sie zittern und bibbern machen sie dass nicht um dich zu drängen sie machen es weil ihr Körper es Schwierigkeiten hat es zu absorbieren. Warum zittern sie und wimmelt blablabla ? Weil sie an sich arbeiten, sie wollen für dich sich beherrschen, sie wollen und sind dabei sich an die Regel zu halten. Für dich weil sie dich schätzen, leider schafft ihr Körper dass nicht richtig und glaube mir sie merken es und finden es selbst nicht klasse nicht deinen Wünschen zu entsprechen und das verstärkt das alles. 
Überlege , wenn sie nicht zittern und bibbern dann würden sie doch normal an die Leine zerren und sich den ersten weg aus der Tür verschaffen, richtig? Dann würden sie nicht bibbern und zittern usw da sie alles rauslassen. Wie kann man das ändern, du musst es ausprobieren! "
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Neben all solchen Tipps, gab es aber auch Analysen von diversen Videos. Hierbei ist mir ein Hundehalter besonders im Gedächtnis geblieben. Es war jemand mit 3 vollkommen kupierten Dobermännern. Woher der Halter seine Tiere hat weiß ich nicht, genauso wenig wie alt die Tiere waren. Auf den Videos war zu sehen, wie der Halter mit den 3 Hundern spazieren gegangen ist. Alle 3 trugen Kettenhalsbänder und liefen nebeneinander neben dem Halter. Kommentar zu den Videos war "Unsere Trainingsfortschritte. Was kann ich noch besser machen?"

Das erste was ich der Person entgegenschreien wollte war "Kauf ordentliche Halsbänder und achte auf deine Tiere!" Alle 3 waren offensichtlich angespannt und beschwichtigten die ganze Zeit.

Antwort 1: Du kannst die anderen beiden auf die andere Seite nehmen und dann mit Hund1 ein ruhiges laufen üben. Sie reagieren gut auf deinen Leinenruck 🏼. [...]Und wenn sie ruhiger ist die anderen auf die selbe Seite holen. Versuche es einfach aus und suche Positionen wo sie super laufen. [...] Jeder hat seine Position an der er sein bestes zeigt. 
Antwort 2: Also ich finde die laufen gut. Aber drei Hunde [...] und Handy ich weiß nicht ob du dich vollends auf alles konzentrieren kannst. Ohne Vorwurf ich könnte es nicht und wenn du das nicht bist bekommen es deine Hunde mit und werden auch unsicher vor allem wenn einer dabei ist der eh schon unsicher ist.

Alle anderen Antworten waren in etwa gleich. Keiner hat aber etwas zu den Halsbändern oder den Beschwichtigungssignalen der Hunde gesagt. Das hat mich an der Stelle sehr traurig gemacht und auch verwundert. Wie konnte man die offensichtliche Körpersprache der Hunde nicht mit analysieren?

Bis hierhin weiß ich also fast nur positives zu berichten. Das einzig negative ist, dass der Leinenruck bei den Anhängern von Herrn Millan geduldet und vor allem auch verbreitet wird. In dem letzten Beispiel wurde der Leinenruck noch als etwas gutes beschrieben und auch in anderen Videos wurde empfohlen, dem Hund mit einem Leinenruck ein Zeichen zu setzen. Dass mit der Leine, mit der der Leinenruck durchgeführt wurde auch die 2 anderen Hunde getroffen wurden, wurde komplett ignoriert. Oder vielleicht gewollt? Das weiß ich nicht.



Aber natürlich habe ich noch viel mehr erlebt. So viel, dass es einen einzigen Artikel sprengen würde. Deswegen lest jetzt noch schnell den Teil 2 meines Undercoverprojektes.

Aber sagt mal, wie steht ihr eigentlich zu Cesar Millan?

Eure Dini

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15 Kommentare

  1. Ich weiss ehrlich gesagt nicht, woher du die ganze Zeit diese "Tritt deinen Hund" Idee hast.Solch Tips habe ich selbst von CM Fans nie gehört. Mit solchen offensichtluch agressiven Mitteln arbeitet CM selten. Ich habe mich auch viel mit ihm auseinandergesetzt auch seine Bücher gelesen und meine Meinung von dem guten Mann könnte schlechter nicht sein. Hunde zu treten hat er nie propagiert, auch seine Anhånger nicht. Elektroschocker, Würgehalsbänder, Bauchfaltenzwicker, das ist so eher sein Ding. Gerechtfertigt wird das dann damit, dass Wölfe in der Natur auch körperluch maßregeln. Also mit Schmerzen zufügen arbeitet er durchaus.Das wir dann immer nur irgendwie garmlos umformuliert. Da "zwickt" man den Hund mal eben ein bisschen. Dass der vor schmerz aufschreit sagt da aber eigentlich alles. In einem seiner Bücher ist sogarmit Bildern dargestellt, wie man einem Hund ein Halsband so umlegt, dass es bei Zug für den Hund möglichst unangenehm ist. Aber dass das bei CM etwas gutes sein soll, hast du ja schon erkannt.

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    1. Noch eine kleine Ergänzung: Ich finde, um Cesar Millan am besten beurteilen zu können, sollte man sich weder auf irgendwelche Facebook Gruppen, noch auf seine zurecktgeschnittene Sendung verlassen, sondern auf seine eigenen Worte schauen (deshalb finde ich auch nach wie vor, dass jeder, der irgendwie über Cesar Millan urteilen will, Mal eines seiner Bücher gelesen haben sollte). Vor einigen Jahren wurde vom Cesar Millan Team im Internet ganz ordentlich "Schadensbekämpfung" betrieben. Viele Videos seiner Sendung, in sein sein Umgang mit Hunden von anderen Hunetrainern analysiert wurde 8ebenso einige "private" Videos, die nicht in seiner Sendung zu sehen waren!) wurden gelöscht, aber hier ist zum Beispiel ein Video, in dem man ganz gut seine eigene Einstellung zum Thema "Hunde durch Schmerzen etziehen" sehen kann: https://www.youtube.com/watch?v=0I6JavkIaUE
      Seine Rechtfertigung "Ich habe die Elektroschockhalsbänder ja nicht erfunden, ich zeige den Leuten ja nur, wie man sie richtig einsetzt", ist nicht akzeptabel. Es gibt keine Art Elektroschockhalsbänder richtig einzusetzen, auch nicht "professionell". Wenn man dagegen ist, dann ist man dagegen und muss das, gerade, wenn so viele Hundebesitzer zu einem als Vorbild schauen, das auch zum Ausdruck bringen. Oder man ist eben nicht dagegen, dann sollte man aber auch dazu stehen.
      Eigentlich sagt der Interviewer hier alles, was ich dazu zu sagen habe, schade nur dass Cesar Millan auf viele Seiner Argumente garnicht eingeht "Warum benützt du Schockhalsbänder, schlägst Hunde mit der Faust, etc, wenn gezeigt wurde, dass man mit positiver Verstärkung das Selbe erreichen kann...?" - "Oh, ich benütze auch essen als Belohnung!"

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    2. Das mit den Tritten gab es vor einigen Jahren in seiner Sendung. Und zwar regelmäßig. Eigentlich in jeder Sendung die ich gesehen habe.
      Ob man jetzt seine Bücher tatsächlich lesen muss oder sich einfach alles andere anguckt was er veröffentlicht finde ich, bleibt sich gleich. Man sollte sich nur tatsächlich eingehender damit befassen und nicht einfach weil man "irgendwo gehört hat, dass..." urteilen.

      Zu deinem 2. Teil werde ich morgen in meinem 2. Teil des Berichts kommen. Deswegen möchte ich an der Stelle noch nicht viel dazu sagen.

      Liebe Grüße

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    3. Ich weiss nicht, ob man seine Bücher tatsächlich lesen "muss", aber ich finde, dass man, wenn man sich ein Bild von CM machen will, schauen sollte was ER macht und sagt und nicht, was seine Anhänger in irgendwelchen Facebookgruppen machen und sagen. Das sind für mich zweierlei Dinge. Er sagt ja in dem Interview oben eigentlich selbst, dass er nicht dazu aufruft, dass man den Hund mit Gewalt erziehen soll - Das traktieren der Hunde mit Elektrohalsbändern und Schlägen soll man nämlich (seine Worte) den "Professionals", also ihm, überlassen. Was ich damit sagen will ist, dass, wie er selbst mit Hunden umgeht und wie man ihn deshalb beurteilen soll und wie seine Fans seine Erziehungsmethoden umsetzen, nicht unbedingt das Selbe sind.
      Das benützen von Elektroschokhalsbändern ist in Deutschland zum Beispiel illegal. Da verwundert es also nicht, dass keiner in einer Facebookgruppe solche Tipps gibt.

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    4. Um ihn gings ja dann hauptsächlich im 2. Teil :)

      Elektrohalsbänder sind bei uns Gott sei Dank verboten. Daher bin ich an der Stelle nicht darauf eingegangen, da von allen gekommen wäre "Aber in Deutschland sind die doch eh verboten...". Es gibt aber noch viel mehr Dinge die er macht, die nicht so "krass" sind wie die Elektrohalsbänder. Die werden aber eben gerne verharmlost, weswegen ich die im 2. Teil mit aufgenommen habe.

      Und der Umgang seiner Fans untereinander finde ich, hat dennoch auch einen wichtigen Einfluss. Wenn sogar diese offizielle Trainerin von ihm sich teilweise distanziert, sollte das eben doch zu denken geben.

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  2. Sehr schöner Artikel - Danke :)

    Ich kann zu Milan nur recht wenig sagen. Es ist Jahre her und ich habe weniger TV gesehen, als Bücher gelesen.

    Ich nehme bei vielem nur mit, was meinem Bauchgefühl richtig erscheint. Dabei blieb mir bei Milan eines hängen (und man bedenke ich denke oft über 15 Jahre zurück):

    Er war einer der Ersten, die überhaupt von der "Mood" (dem Energie-Level) des Hundes und Halteres gesprochen haben. Vor nocht nicht allzuvielen Jahren, war das ziemlich... rebellisch. Und in vielen Grundlagen, gebe ich ihm recht. Was bei mir hängen geblieben ist, nach meiner Interpretation seiner Weise: Überlege in welchem Energie-Level (das Wort ist irgendwie bissel doof, aber ich fände auch kein besseres) Du Deinen Hund haben möchtest und leite ihn (auch Durch Deine Energie) dorthin.

    Dieser Ansatz war früher nicht selbstverständlich. It´s all about the energy..

    Das bleib mir hängen, wenn ich an Milan denke..und war ein weiser Rat.

    Was mir leider auch hängen bleibt, ist, dass mir das Energie-Level der meisten MilanGegner so gar nicht behagt. Sehr aggressiv, selten sachlich. Da ich weder Pro noch Contra bin, da ich ehrlich gesagt nur sehr wenige bewegte Bilder von Milan kenne...fällt mir das immer auf, eher als neutraler Betrachter.

    Daher bewundere ich Deine Mühe Dinge neutral zu betrachten und zu benennen. Es gibt kein schwarz-Weiß (außer bei Abby und Hiro :D)... es gibbt meist oft viele Grautöne. Für sich zu unterscheiden, was man annimmt und was nicht. das ist Reife.


    Lg Hiro, Elli und Frauchen

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  3. Es ist mal interessant auch "die andere Seite" zu lesen. Vielen Dank für deinen Undercover-Einsatz. Ich habe von ihm schon ein Buch gelesen, das war nicht schlecht. Eine Trainerin bei uns im Verein ist totaler Fan von ihm, aber sie ist jetzt weder besonders grob noch herrisch. Sie ist bestimmt in ihrem Auftreten und die Hunde haben alle Respekt vor ihrer Ausstrahlung. Leider leider hat sie auch diese "Erziehungshalsbänder" propagiert und das finde ich ganz besonders doof. Bei mir muss ein Halsband besonders breit und weich sein. Shivas Hälschen braucht keine Gewalt und einen Leinenruck finde ich auch sehr daneben. Er rutscht mir auch mal raus, wenn sie sich wirklich besonders doof an der Leine aufführt.
    So grundsätzlich finde ich, dass es bei jedem Trainer was gutes und was schlechtes zu finden gibt. Ich pick mir immer das raus, was ich okay finde und den Rest hak ich unter irrelevant ab.

    Flauschige Grüße
    Sandra & Shiva

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  4. Huhu,

    Ich habe auch die Videos von ihm gesehen und mag ihn und seine Methoden aufgrund seiner Videos nicht. Von diesen Halsbändern will ich mal gar nicht erst anfangen... Ich finde es auch seltsam, dass er am Ende den Leuten immer die Hunde wegnimmt um sie dann bei sich in seinem Rudel zu halten. Aber na gut...

    Tatsache ist: Man kann leider viele nette und kluge(mal mehr oder weniger) Worte in Bücher verpacken, aber wenn es darauf ankommt muss man halt richtig reagieren und wissen was man da macht. Wie viele Leute geben einem die besten Tipps, die sie aber nicht in der Lage sind selbst richtig anzuwenden? Ich kann leider nicht sagen warum er im Fernsehen so mit Hunden umspringt, aber es ist jedenfalls nicht besonders nett anzusehen...

    Und ich glaube, würdest du in solchen Gruppen seine Methoden anzweifeln und kritisieren, dann wären die Leute schnell genauso unnett wie in den anderen Gruppen...habe schon mal Beiträge zu dem Thema gesehen, welche völlig eskaliert sind...

    LG Denise

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    1. Hallo Denise,

      an der Stelle möchte ich mich erst einmal nur zu deinem letzten Punkt äußern:
      Tatsächlich habe ich es miterlebt, dass in dieser Gruppe, in der ich war, ein Mitglied war, dass bekennender Nicht-Millan-Fanwar. Soweit ich es mitbekommen habe ist das eine gute Bekannte der Administratorin und deswegen wurde die Person dort geduldet. Sie hat auch einmal kritisch nach den Mathoden gefragt und natürlich war man nicht begeistert, dort kritische Stimmen zu hören. Die Person wurde aber trotzdem respektvoll behandelt und es wurde keiner ausfällig. Natürlich weiß ich, dass das nicht immer und überall so ist.

      Ich finde es aber prinzipiell nicht gut eine Seite zu liken oder in eine Gruppe zu gehen, um dort extra Stunkt zu machen. Auf neutralem Boden kann man sich ja gerne austauschen, aber wegen einer Diskussion extra zu einer Gruppe dazuzustoßen wo man weiß, dass sie alle überzeugt von etwas sind halte ich für contraproduktiv.

      Liebe Grüße
      Dini

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  5. Ich bin kein Fan vión Milan - auch kein Gegner.
    Einen Punkt möchte ich zu bedenken geben:
    In den Sendungen, in denen er körperlich ruppig rangeht, arbeitet er in der Regel mit extrem agressiven Hunden. Es ist nicht so, als würde er jeden Hund erstmal präventiv durchprügeln, sondern das erschien mir immer als letztes Mittel, wenn ein Hund völlig abdreht und nicht mehr ansprechbar ist (man korrigiere mich wenn ich falsch liege). Das kann man immer noch probat oder unsinnig finden und ich kann beide Ansichten nachvollziehen, aber soweit ich das in Erinnerung habe, reden wir hier vom Extremfall. Das kann man schlecht mit viele gängigen Shows vergleichen, in denen der Hund das Sofa anknabbert oder zu viel bellt.

    Ich habe nur ein Buch von ihm gelesen, aber dort wurde großes Gewicht auf artgerechte Auslastung, Erziehung und innere Haltung gelegt. Er betont immer wieder, dass der "Rudelführer" Sicherheit, Ruhe und Souveränität ausstrahlen muss, und sich eben nicht in erster Linie körperlich durchsetzen sollte. Davon habe ich viel gelernt. Und er ermutigt die Leute, sich mit ihren Hunden zu beschäftigen, ihnen Bewegung zu beschaffen und sie körperlich auszulassen.

    Andere Dinge wie unreflektierten Leinenruck oder die engen Würgehalsbänder finde ich total daneben. Aber man ist erwachsen und kann sich selber überlegen was man übernimmt und was nicht, und ist am Ende selber verantwortlich für das, was man tut.

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    1. Nachtrag: Die andere Hundetrainierin, deren Name dir nicht mehr einfällt, ist eventuell Victoria Stiltwell? Die ist Engländerin.

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  6. Ich muss sagen, dass ich seine Bücher sehr gut fand und sie auch alle gelesen habe.

    Aber wie bei fast allen Erziehungsstilen gibt es einiges was ich gut finde und was für mich nicht o.k ist.

    Dieser kleine Tritt, der übrigens nicht weh tun soll, lehne ich absolut ab... Und auch die Halsbänder sind nicht meine Welt.

    Aber, dass er Hunden hilft die sonst eingeschläfert werden ist super und dafür mag ich ihn.

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  7. Über die Bücher von CM kann ich nichts sagen, da ich keine gelesen habe. Ich habe aber viele Hundeflüsterer-Folgen und auch andere Sendungen mit ihm gesehen. Unabhängig von den Trainingsmethoden sind die Sendungen katastrophal. Oft wird mit aggressiven Hunden gearbeitet und das mit Methoden – unabhängig davon, ob man sie für angebracht und sinnvoll hält oder nicht – die sehr einschneidend und grob sind. Nun hat ja der Mann unbestritten viel Erfahrung. Aber die Zuschauer gucken sich das natürlich ab. Und wenn diese rabiaten Methoden (Zischen, Knuffen, Zwicken, auf den Rücken werfen, körperlich einschränken, einschüchtern) von unerfahrenen Menschen bei sensiblen Hunden angewendet werden, kann sehr großer Schaden entstehen. Davor wird nicht gewarnt.

    Nun gibt es ja auch andere Sendungen mit Hundeexperten, in denen die Fälle verkürzt dargestellt werden, aber ich kenne keine, die so extrem sind und deshalb so gefährlich für den Laien. Davon abgesehen glaube ich eher der Fraktion, die sagt, seine Methoden beruhen auf Annahmen über Hunde, die wissenschaftlich längst widerlegt sind. Ich kann mit dem Rudelführer-Zeug nichts anfangen. Wer ein bisschen herumgoogelt oder in Foren liest, stellt fest, dass es unzählige Leute gibt, die glauben, der Hund will die Weltherrschaft an sich reißen, wenn er zuerst durch die Tür geht oder aufs Sofa hüpft. Manche Leute sind vollkommen besessen von diesem Dominanz-Quark und traktieren ihre Hunde mit dauerndem "Ich bin hier der Chef" Gehabe. Der schönste Suchbegriff zu dem Thema, der auf meinen Blog führte war "Hund kuschelt mit meinem Mann obwohl ich Rudelführer bin". Das ist das Werk von Cesar Millan.

    Mir entgehen sicher auch einige Signale von Hunden, aber dass die Hunde in Millans Sendungen oft beschwichtigen und trotzdem hart angegangen werden, das ist selbst mir aufgefallen. Das kann nicht richtig und gut sein.

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  9. Ich habe mit Cesar Millan auch so meine Probleme - das ganze Thema rund um den Leinenruck, Einschüchterung des Tieres, nicht genug auf Körpersingnale achten und so weiter und so fort bringt mich dazu, ihn nicht allzu sehr in den Himmel zu loben. Ich würde aber auch nicht sagen, dass der Mann "nichts kann" - gerade bei sehr, sehr kritischen Fällen, bei Hunden, die in Amerika kurz vor der Einschläferung standen, weil sie aggressiv waren, scheinen seine radikalen Methoden große Erfolge gehabt zu haben. Ob er einen Hund durch seine radikale Art bricht, um mit ihm arbeiten zu können, lasse ich jetzt mal so im Raum stehen...
    Worauf ich hinaus will ist aber, dass ich, obwohl ich Herrn Millan kritisch gegenüber stehe, ein Buch von ihm zuhause habe. Ich habe einen Teil davon schon gelesen und muss sagen, dass mir die Tipps eigentlich ganz gut gefallen. Es geht, meiner Meinung nach, immer darum, sich mit dem, was man liest kritisch auseinander zu setzen. Zu beurteilen ob das, was vorgeschlagen wird, für den eigenen Hund wirklich notwendig ist oder ob man sich von einem Tipp zwar inspirieren lassen kann, ohne ihn aber ganz und gar so umzusetzen, wie er gegeben ist. So geht es mir aber nicht nur mit Herrn Millan - so geht es mir mit jedem anderen Hundetrainer. Ja, selbst das Buch von Frau Falke und Herrn Ziemer ("Entspannt allein") habe ich kritisch gelesen. Jegliche Anleitung, die man sich irgendwo her holt, sollte man überdenken. Passt sie zu mir, zu meinem Hund, zu meinen Überzeugungen, kann ich selbst daran vielleicht etwas verändern, sodass es besser zu uns passt? Es geht nicht darum, sich einen Hundetrainer zu suchen und dessen Meinungen quasi schon "bibeltreu" zu übernehmen - finde ich jedenfalls. Kritisch sein und sich das, was einen wirklich überzeugt, zu Herzen nehmen - das sollte das A und O sein. In der Hundeerziehung, in der Persönlichkeitsentwicklung - egal wo.

    Liebe Grüße

    Sabrina mit Bella

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