Die Hund&Katz 2016

by - Mittwoch, August 24, 2016

Hallo ihr Lieben,

am Wochenende war in Leipzig wieder mal der Bär, oder besser der Hund, los. Die diesjährige Hund&Katz fand statt. Das ist die Leipziger Haustiermesse die jedes Jahr in der Leipziger Messe stattfindet und vom VDH veranstaltet wird. Wir haben uns Samstag auf den Weg gemacht um uns die Messe dieses Jahr wieder einmal anzusehen. Vor drei Jahren waren wir das erste Mal dort und nachdem wir letztes Jahr pausiert und ich inzwischen einige andere Messen besucht hatte, hatte ich die Hoffnung, dass sich einiges geändert hat.

Hauptgrund für die Messe ist die Hundeausstellung. Dieses Jahr wurden 6.250 Hunde gemeldet - das war Melderekord. Wir hatten die Möglichkeit auf einem Ausstellerparkplatz parken zu können und kamen von dort direkt in die Halle, in der die Ausstellungen stattfanden.


Auf über 20 Ringen wurden die Hunde zwischen 9 und 15 Uhr ausgestellt und um den Sieg gehofft. Bei jeder Ausstellung wurden die Hunde, die vorher von ihren Besitzern angemeldet wurden, in den Ring gebeten, dann gab es eine Zahnkontrolle. Jeder Hund der dabei wegzuckt hat eigentlich schon verloren. In der Ausstellungsszene muss sich jeder Hund von jedem ins Maul gucken lassen. Dann wird der Hund vom Ringrichter abgetastet und es erfolgt eine Gangprobe. Dabei müssen Hund und Herrchen vom Ringrichter vorgegebene Strecken laufen. Das kann eine gerade Strecke oder aber auch ein Kreis sein. Wenn mehrere Hunde im Ring sind gibt es noch ein Kreislaufen und es wird entschieden, welcher Hund gewonnen hat.


Übrigens ist nicht enscheidend, welcher Hund die anatomisch besten Merkmale aufweist sondern es kommt auf die persönlichen Vorlieben der Ringrichter an. Das schöne war: Wir konnten nicht einmal beobachten, dass ein Hund in den Ring gezwungen wurde oder man sonst grob mit den Tieren umgegangen war. Stattdessen saßen sowohl Mensch als auch Hund die ganze Zeit um den Ring rum und warteten darauf, ausgestellt zu werden.

Direkt neben den Ringen ging es weiter in die "Fun"-Abteilung. Soll heißen: hier gab es die ganzen Stände und die Showbühne.

Pedigree, Royal Canin und Eukanuba - die großen Marken durften natürlich nicht fehlen.

Die ersten (und auch größten) Stände waren die bekannten Marken von denen wir nichts halten. Ich fand es immer noch traurig zu sehen, wie viele Hundehalter nicht wissen, dass das Futter qualitativ nicht hochwertig ist und sich über die Messe-Angebote so freuten und so viel kauften wie irgends möglich.

An sich gab es im großen und ganzen wieder die gleichen Stände, die es immer gibt. Wirklich viele Neuigkeiten und kleine Stände gab es nicht. Das ist aber auch kein Wunder, immerhin sind die Standpreise der Wahnsinn! Das stellte sich dann auch als Problem heraus, als wir auf der Suche nach gesunden kleinen, soften Leckerlies waren. Auch an den Ständen, die sonst recht gutes Zeug angeboten hatten, fand man nur Leckerlies mit vielen unnützen Zutaten. An der Stelle hat es uns gefreut, dass wir den Lieblingsshop wieder gefunden haben. An dem lassen wir irgendwie jedes Mal bei der Messe Geld. Und da haben wir dann auch gesunde, kleine, weiche Leckerlies gefunden. Ansonsten haben wir kein Geld ausgegeben, wir brauchten aber auch nichts. Und auch dieses Jahr hätte ich mir gewünscht, dass man gerade auf so einer Messe wie bei der in Leipzig darauf achtet, was dort angeboten wird. Aber auch dieses Jahr fand man wieder Kettenhalsbänder und ähnliches. Aber die sind ja bei Ausstellungen auch beliebte Halsbänder, dahin waren also meine Illusionen..

Wer für seinen 4Beiner etwas suchte wurde auf jeden Fall fündig.

Ein weiteres Highlight der Hund&Katz ist das alljährliche DogDiving. Für alle, die noch nicht wissen was DogDiving ist: Das ist die neue "Kultsportart" und kann auf der Messe jedes Jahr von jedem 4Beinigen Besucher getestet werden. Dabei ist im Hof der Messe ein riesiges Wasserbecken mit einem Sprungblock aufgebaut, der recht groß ist. Herrchen oder Frauchen werfen dann ein Lieblingsspielzeug ins Wasser und bestenfalls springt der Hund dann hinterher. Wie in jeder Sportart gibt es auch beim DogDiving einen Gewinner: Nämlich der, der am weitesten springt.

DogDiving - die neue Funsportart?
Die letzten Jahre hatten wir es immer verpasst bei dem DogDiving vorbeizuschauen. Deshalb waren wir ganz glücklich, dass wir es dieses Jahr nicht vergessen hatten. Zudem hatten wir noch einen sehr guten Platz direkt hinter dem Fotograben und so konnten wir den Hunden beim springen zusehen. Naja, oder auch nicht. So begeistert Frauchen oder Herrchen nämlich waren: Nicht jeder Hund war begeistert von der neuen Funsportart.


6 oder 7 Hunde hatten wir uns angesehen und schlussendlich sind nur 2 Hunde gesprungen. Die anderen fanden die hohe Kante und den Sprung ins Unbekannte (verständlicherweise) total blöd und sind einfach nicht ins Wasser gesprungen. Blöd für den Veranstalter, schließlich soll DogDiving doch jedem Hund Spaß machen und da gehen nicht mitmachende Hunde einfach nicht.

Wer nicht will, der will eben nicht!

Also wurden den Hunden diverse Spielsachen vor die Nase gehalten oder es wurde versucht sie mit Leckerlies über die Rampe ins Wasser zu "begleiten". Warum man nicht einfach gesagt hat "Okay, der Hund hat da keinen Spaß dran und traut sich nicht, in unbekanntes Gewässer zu springen" habe ich nicht verstanden. Auch einen Hund über eine Rampe ins Wasser gehen zu überreden hätte ja nichts mehr mit dem Sport zu tun.


Aber es gab sie doch: Die Hunde, die gesprungen sind. Und an der Stelle muss man auch sagen: Hut ab! Einer der Hunde ist bis auf 5 Meter gesprungen. Das ist eine beachtlie Leistung. Ob die Hunde schon einmal DogDiving gemacht haben oder ob sie sogar vorher trainiert haben, das wissen wir an der Stelle nicht. Dafür weiß ich aber noch, dass ich nach folgendem Sprung einer meiner 2 schlimmsten Momente auf der Hund&Katz sah:


Der erste Sprung des Hundes war super und er schien Spaß daran gehabt zu haben, seinem Spielzeug hinterherzuhechten. Im Wasser angekommen, hatte er allerdings keine Orientierung mehr, wusste nicht mehr wo sein Herrchen war und versuche über die erst beste Möglichkeit das Wasser zu verlassen. Dabei wurde er von der Mitarbeiterin im Wasser eingesammelt und sie hat versucht, ihn wieder nach vorne in Richtung Rampe zu bringen. Doch der Hund war absolut panisch und versuche nach jedem Schritt mehr Richtung Rand zu kommen. Und dann kam der Fotograf:


Und dieser fackelte nicht lang und nahm den Hund. Dieser versuchte nach wie vor dem Wasser und den unbekannten Personen zu entkommen. Und dann packte der Fotograf den Hund im Nacken, zog ihn mehr oder weniger über seine Schulter und trug ihn nach vorne. In dem Moment war ich so geschockt, dass ich leider aufgehört habe zu fotografieren. Der Hund schien das Ganze aber genauso furchtbar gefunden zu haben wie ich. Danach sollte er nämlich noch einen zweiten Sprung machen. Überraschung: er traute sich nicht.

Ich hatte auch die Schnauze voll, also ging es zurück in die Halle. Sobald man diese wieder betrat bemerkte man, wie unwahrscheinlich laut es darin doch ist. Mehr als 38.000 Besucher waren auf der Messe und nicht nur die machten Krach, auch die Hunde vor Ort waren teilweise recht unentspannt. Umso mehr hat es uns gefreut, aber auch einige entspannte Tiere zu sehen.


Die Ida meistert ihre erste Messe mit Bravour!

Umso näher wir der Showbühne kamen, umso deutlicher wurde auch, warum es so laut in der Halle war. Dort gab es um die Bühne rum eine Tribüne die voll besetzt mit Zuschauern war. Und hier wurde ständig Musik gespielt. Als wir daran vorbeigingen kam einmal "Who let the Dogs out?" in einer Lautstärke, dass ich mich total erschrocken hatte. In dem Moment waren aber auch Hunde auf der Bühne. Für mich ein absolutes Unding. Genauso, dass die Menschen zum Applaudieren animiert wurden. Also schon total frustriert von den paar Stunden, die wir da waren wollten wir uns noch die Show der Rettungshundestaffel ansehen. Und ich muss an der Stelle sagen: zum Glück sind wir geblieben. Das war nämlich unser absolutes Highlight. Es wurde erklärt und gezeigt, was man mit den Hunden übt, damit sie für den Ernstfall einsatzbereit sind.


So ist es für die Rettungshundearbeit besonders wichtig, dass die Hunde lernen ihrem Herrchen/Frauchen zu vertrauen - bedingungslos und in jeder Situation. Daher wurden 4 kräftige Männer aus dem Publikum gebeten, bei der Show mitzuhelfen. Sie sollten einen Laufsteg halten, über den die Hunde dann laufen sollten.

Der Steg wird von völlig Fremden gehalten...
... aber der Hund orientiert sich nur an senem Frauchen
Nach jeder Übung gab es für den Hund ein Lob und natürlich das ein oder andere Leckerlie.

Aber auch das Tragen des Hundes muss geübt werden, ebenso das Übergeben des Hundes an einen anderen Hundeführer. Das ist zum Beispiel wichtig, wenn der Hund in Gelände geschickt wird, zu dem man ihn genau  bringen will. Oder auch das Ein- und Aussteigen aus den Autos wird nicht immer von der gleichen Person überwacht.



Auch das Suchen wurde vor Ort demonstiert und an der Stelle kann man nur sagen: Man hat gesehen, was für tolle Teams die Hunde und ihre Besitzer sind und mit welcher Freude sie zusammengearbeitet haben.


Ja und dann, kurz bevor wir gehen wollten kamen 2 Ansagen durch die Lautsprecher. In der ersten wurde der Halter eines Autos ausgerufen, er sollte sich sofort an seinem Auto einfinden. Und kaum war diese verklungen, kam eine weitere: "Bitte lassen Sie Ihre Hunde bei dem Wetter nicht unbeaufsichtigt in Ihren Autos zurück". Man hat in dem Moment gemerkt, was für ein Raunen durch die Hallen gingen. Jeder hatte sofort verstanden, dass der Halter des Autos seinen Hund im Auto gelassen hat. Ein absolutes Unding. Ich verstehe nicht, wie man trotz der jährlich wiederkehrenden Warnungen seine Hunde bei heißen Temperaturen im Auto lässt. An der Stelle aber Daumen hoch für die Messe, dass der Halter sofort ausgerufen wurde und es noch einmal die Durchsage gab, die Hunde nicht in den Autos zu lassen. Ich hoffe, der Halter wurde sofort der Messe verwiesen.

Naja und dann noch eine kleine Randnotiz liebe Messeveranstalter: Wenn ihr damit werbt, dass die Hallen klimatisiert sind, dann klimatisiert sie doch bitte auch. Es war warm und stickig in euren Hallen und das fanden nicht nur wir. Mal sehen, ob wir nächstes Jahr wiederkommen und schauen, ob sich irgendwas verbessert hat.

Eure Dini

You May Also Like

2 Kommentare

  1. Hört sich alles genauso an wie die Hund & Katz in Dortmund, auf die wir letztes Jahr von einem Zuchtverein eingeladen waren und nie wieder besuchen werden.

    Die Ausstellungsflächen waren hoffnungslos überfüllt oder überall wurden Hunde mit Haarspray, Farbe und ähnlichem behandelt. Nirgendwo haben wir Wassernäpfe gesehen, geschweige denn mal einen der Ausstellungshunde auf dem Löseplatz gesehen.

    Und wie die Besitzer und Richter mit den armen Hunden umgegangen sind, war einfach nur schrecklich.

    Dazu ebenso Stände der üblichen Verdächtigen, die du schon erwähnt hast.

    Also, solange da sich vom VDH nicht endlich mal was ändert werden wir jedem empfehlen, diese Messen auf keinen Fall zu besuchen. Die sollten sich echt was schämen.

    LG Kellie

    AntwortenLöschen
  2. Dieser Bericht liest sich ganz schrecklich. Besonders die Absätze wo du über das DogDiving berichtet hast.

    Wir werden in diesem Jahr auch noch eine Messer besuchen und hoffen das beste!

    Liebste Grüße
    Dani mit Inuki und Skadi

    AntwortenLöschen