Das Wunder vom Kap Arkona

by - Montag, Oktober 10, 2016

Hallo ihr Lieben,

das Kap Arkona ist der nördlichste Punkt Rügens und gehört zu den wichtigsten Must-sees auf der Insel. Also stand es auch bei uns auf der Liste was wir unbedingt sehen wollten. Zu Hause hatte der Papa eine Wanderung dorthin geplant. Eine Strecke sind knapp 10 km, das sollten wir in knapp 6 Stunden schaffen – so der Plan. Gut gelaunt öffneten wir also unsere Bungalowtür und das Hundekind schießt an uns vorbei, rennt alles und jeden um und krakält wieder durch die ganze Anlage, als gäbe es keinen Morgen. Also Augen zu und durch und so schnell es geht aus der Bungalowanlage raus.

Nach gut einer Stunde stummen Marsches von uns und panischem Geningel von ihr, waren unsere Gemüter wieder runtergefahren und wir freuten uns auf die Wanderung und das Kap. Gegen Mittag wollten wir gerade eine Pause machen und ein paar Fotos schießen, da fiel uns auf, dass der Akku der Kamera nicht da war. Nach kurzem Hin und her, wer denn jetzt Schuld daran war, ging es zurück zum Bungalow. Ohne Fotos wollten wir da nicht hin und überhaupt, die Strecke ist mit Kind viel zu lang, alles blöd. Im Bungalow wieder angekommen wurden also alle ins Auto verfrachtet und die 10 Kilometer hingefahren. Am Kap gibt es einen zentralen Parkplatz, von dem aus man zum Leuchtturm laufen konnte. Die Strecke wären rund 2 Kilometer, bis zum Fischerdorf Vitte von dort aus noch einmal 1,5 Kilometer. Also ein Kinderspiel für das, was wir uns ja eigentlich vorgenommen hatten. Abby kam wieder ins Zuggeschirr und an den Gurt und los ging es. So dauerte es auch nicht lang und wir waren in einem kleinen malerischen Örtchen, was direkt zum Leuchtturm führte und schon hier kamen uns die ersten Hunde entgegen. Na das kann ja spaßig werden… Der Papa und ich guckten uns nur kurz an und wir beiden wussten, wie angepisst der andere schon jetzt war aber es hilft ja nichts. Die Parkgebühr war schon bezahlt und umgedreht wird jetzt nicht wieder.

Der Minimensch war beim Papa und ich wollte mich mit dem Hundekind durchkämpfen. Wie im Training zu Hause musste ich ruhig bleiben und versuchen, noch nicht an die Schreckenszenarien zu denken, die gleich kommen könnten. Stattdessen erfreuten wir uns an dem schönen Wetter und dem echt niedlichen Örtchen. Nach einigen Metern wurde uns dann schlagartig bewusst, dass wir schon an ganz vielen Hunden vorbei sind und das Hundekind absolut cool geblieben ist. Zwar wurde immer mal geguckt, wer da läuft, aber sie blieb auf unserer Seite, orientierte sich an mir und blieb vor allem ruhig. Die zwei Kilometer bis zum Kap waren somit eine wunderbare Übungsstrecke und der Beweis dafür, dass das Training in den letzten Monaten eben doch etwas gebracht hatten. Es wurde bis zu unserem Zwischenziel tatsächlich nicht ein Hund angebellt. Wir wussten gar nicht, was wir sagen sollten und mein Grinsen wurde nach jedem Hund immer breiter. Hätte ich keine Ohren, wären es sicher einmal um den ganzen Kopf gegangen und der ganze Frust und Ärger der letzten Tage war wie weggeblasen.
Oben am Kap dann angekommen hieß es erst einmal Pause einlegen. Eine recht große Wiese am Anfang des Platzes rund um den Leuchtturm kam uns gleich ins Auge und darauf geschätzt 20 Hunde, die gerade ebenfalls versorgt wurden. Nicht nur wir hatten uns also heute auf den Weg gemacht, sondern auch mehrere Hundewanderungen. Am Leuchtturm direkt angekommen kam uns auch ein Mann entgegen „Na, so viele Hunde wie heute, hatten wir aber lange nicht.“ Da waren wir also, mitten drin und doch absolut friedlich. Stolzer hätte ich absolut nicht sein können.

Das einzige Problem war jetzt nur, dass Abby in einer Lautstärke geningelt hat, sobald wir stehengeblieben sind. Das sorgte dann im Fischerdörfchen dafür, dass wir beim Fischbrötchenkaufen von allen angeguckt und gefragt wurden, was der Hund denn hätte. Wenn wir das nur wüssten....
Sobald es dann aber wieder weiterging, war auch Abby wieder ruhig, lief ihres Weges und erfreute sich einfach nur daran, dass wir zusammen unterwegs sind. Gerade auf dem Weg nach Vitte war es so, dass uns auf dem Weg dahin viele Hundebesitzer entgegengekommen sind, deren Hunde nicht so entspannt waren wie Abby. Eine Dalmatinerbesitzerin ist sogar ein paar Schritte in den Wald gegangen um uns und den nachfolgenden Hunden aus dem Weg zu gehen. So ging es uns bis vor dem Urlaub auch und ich konnte so sehr nachempfinden, wie es ihr geht.

Übrigens, seit dem Tag bleibt Abby bei fast allen Hunden entspannt und so auch wir. Das ist ein absolut neues Lebensgefühl. Wir sind wahnsinnig gespannt, wie sich das weiterentwickelt und genießen momentan einfach nur entspannte Gassigänge. Warum es seit unserer Wanderung zum Kap Arkona so ist? Wir haben keine Ahnung! Für uns ist es unser kleines Wunder!


Eure Dini

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2 Kommentare

  1. Jeder braucht mal sein kleines Wunder. Schön, dass Abby nun so entspannt ist. Ich wünsche euch, dass es so bleibt,

    Flauschige Grüße
    Sandra & Shiva

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  2. Na, das sind dann doch mal gute Nachrichten aus Eurem Urlaub :)
    Wir drücken die Daumen und Pfoten dass das Hunde-Kind mit dem Rest auch noch klar kommt! Wäre Euch und vor allem ihr zu gönnen!!!!!!

    Viele liebe Grüße
    Steffi mit Ren & Stimpy

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