Wenn das Hundekind einem den Urlaub versaut.

Donnerstag, Oktober 06, 2016 Hundekind Abby 11 Comments

Hallo ihr Lieben,

während unserer Blogpause waren wir natürlich nicht untätig, sondern haben ganz viel erlebt. Endlich haben wir jetzt auch Zeit euch davon zu berichten.

Im November wird das Hundekind 4 Jahre alt. Seit mehr als 3,5 Jahren erzähle ich ihr also, dass ich ihr irgendwann das Meer zeigen werde. Dieses Jahr war es dann endlich so weit und wir haben uns alle schon lange nicht mehr so sehr auf etwas gefreut wie auf diesen Urlaub. 6 Tage hatten wir direkt am Meer gebucht. 6 Tage, in denen wir ganz viel erleben und sehen wollten - mit dem Hundekind aber auch ohne. Und besonders auf einen Tag hatte ich mich ganz besonders gefreut: Das Meeresmuseum und das Ozeaneum in Stralsund. Als Zoolotsin für mich die Möglichkeit mich in Sachen Fischgetier weiterzubilden und außerdem hatten beide Einrichtungen einen super Ruf. Meiner Chefin hatte ich auch Bescheid gesagt und so stand das Vorhaben, unbedingt dorthin zufahren. Während der Papa sich vor allem auf unsere Wanderungen freute, war das für mich das Highlight!

Auf unseren Urlaub an die Ostsee hatten wir uns anders vorbereitet als auf den spontanen Trip nach Bayern. Da wir wesentlich mehr Gepäck dabei hatten, fuhren wir mit Papas Auto. Das hieß gleichzeitig, dass die Hundebox nun in das Auto müsste. Gar kein Problem und auch das Probeliegen in dem Auto verlief ohne Probleme, besser sogar noch als in meinem Auto. Auch die Fahrt war super. Kaum war der Motor gestartet, lag Abby in ihrer Box und träumte wahrscheinlich schon vom Meer. 6,5 Stunden später waren wir dann auch endlich da. Der Salzgeruch strömte uns direkt in die Nase und das Rauschen war schon vor der Information unserer Bungalowanlage zu hören. Der Urlaub ging also schon vor der Anmeldung los – gleichzeitig mit Abbys Geningel. Nagut, die Fahrt war lang und sie muss jetzt noch im Auto warten bis ich wusste wo wir wohnen würden. Das würde sich sicher gleich legen.

Außerhalb des Bungalows war alles gut!
Ein paar Minuten später standen wir dann in unserem Bungalow und bewunderten alles und das Hundekind? Die schrie sich die Seele aus dem Leib als wir nur zum Auto sind um die restlichen Dinge zu holen. Bayern holte uns wieder ein. Es lag also nicht daran, dass der Papa nicht mit bei war. Das Problem musste also ein anderes sein. Aber was? Mit fremden Umgebungen hat sie nie ein Problem gehabt, auch zu unserem Halburlaub war alles super und da gab es den Minimenschen schon. Der Papa meinte nun aber, dass er jetzt endlich versteht wie das Hundekind in Bayern drauf gewesen sein muss. Also erst einmal Deckentraining. Ihre Decke von zu Hause hatten wir mitgebracht. Auf der schlief sie und ruhte sich auch sonst sehr gut aus. Drauflegen ging auch, aber abschalten? Uns vertrauen, dass hier nicht gleich etwas in die Luft fliegt? Fehlanzeige. Als es dann spät wurde ging es erst einmal ins Bett. Immerhin hatte der Papa am nächsten Tage Geburtstag, der erste Ausflug (ohne Abby) und Einkaufen stand auf dem Plan.

Am nächsten Morgen nach der ersten Runde Canicrossen wollten wir aufbrechen. Der Papa hat sich extra erbarmt an seinem Geburtstag mit Abby eine riesen Runde zu rennen. Nach einer Stunde kamen die beiden wieder, total glücklich und geschafft. Jetzt könnte das Hundekind sich ausschlafen – hatten wir gehofft. Als wir gerade die Tür vom Bungalow geschlossen und Richtung Auto gegangen sind ging das Geheule auch schon laut los. Gefühlt noch viel lauter als in Bayern. Aber hier in den dünnen Bungalows konnten wir sie ja nicht alleine lassen. Ein kurzes Überlegen was wir jetzt machen sollen später sprang das Hundekind in die Box und war ruhig. Mist verdammter. Wir hatten eine Tour durch eine Brauerei geplant und dann mussten wir unbedingt einkaufen gehen und jetzt sitzt der Hund im Kofferraum. Wohl oder Übel musste sie da aber bleiben. Das Auto war genau vor der Brauerei geparkt, die war leer und auch sonst war nicht viel los.


Nach einer kurzen Heulattacke von Abby hat sie sich dann auch in ihre Box gelegt und geschlafen. Das, was ich nie machen wollte, nämlich den Hund im Auto zu lassen musste jetzt sein, weil es nicht anders ging. Auch wenn es in dem Moment keiner laut sagen wollte: Stralsund war gestorben. Nichts mit riesige Wale ansehen und mehr über Fischgetier lernen. Stattdessen wurde unser ganzer Urlaubsplan umgeschmissen und mit viel Bauchschmerzen überlegt, wo man das Hundekind mitnehmen könnte. Es ist ja nicht so, dass sie an der Leine bei Artgenossen ausflippt… Nein, alle, aber nicht das Hundekind... Also hat sie es schon am ersten Tag geschafft uns den so lang ersehnten Urlaub zu versauen. Und natürlich hat sich ihr panisches Schreien bis zum letzten Tag nicht gelegt. Der Minimensch darf nach ihr gar nicht selber laufen. Um Himmels Willen, wir Rabeneltern setzen ihn sogar auf den Boden und er soll selber laufen. Die kleinen Beine, die nutzen sich doch in den jungen Jahren ab!

Und wenn wir bei Wandetouren stehen geblieben sind, dann war das auch jedes Mal ein Weltuntergang. Es wurde in einer Lautstärke gejault,gefiept und panisch reagiert, dass alle umstehenden Passanten uns ganz merkwürdig ansahen, was wir dem armen Hund denn nur antaten. Mh, naja stehen bleiben eben. Ihr etwas zu trinken herausholen oder für uns mal was zu essen. Alles ganz schlimm. Deswegen haben wir es im ganzen Urlaub sogar bis auf 1 mal vermieden, irgendwo eine Postkarte oder ein Fischbrötchen zu kaufen. Zum Aussuchen und bezahlen muss man nämlich stehen bleiben… Auch wenn man weiß, dass man die Leute nicht wiedersieht ist einem ein großer, laut krakälender Hund mehr als unangenehm. Zumal sie sich dabei auch noch jedes Mal in die Leine hängt und dann auch noch schwer bis unmöglich zu halten ist. Irgendwann hatte sogar der Minimensch Angst vor ihr.


Mit all unserem Training sind wir also in bekanntem Umfeld super weitergekommen, aber sobald wir irgendwo sind, wo Abby das 1. Mal ist dreht sie durch. Wie wir ihr das jetzt abtrainieren? Ich weiß es nicht, ich bin ein wenig verzweifelt deswegen. Ich muss die Woche mal ein Telefonat führen, vielleicht weiß ich dann mehr.

Feststeht auf jeden Fall: Wir wollen uns nicht noch einen Urlaub von ihr versauen lassen. Nicht, weil wir wegen ihr nicht auf Dinge verzichten wollen, sondern weil es für sie auch ganz furchtbar sein muss. Und ohne sie in den Urlaub fahren ist auch keine Option. Also ihr Lieben da draußen: Habt ihr Tipps wie wir das unter Kontrolle kriegen können?

EDIT: Inzwischen wissen wir, dass Abby ein Problem mit der Schilddrüse hat und ihr Verhalten daher kommt.

Eure Dini

Kommentare :

  1. Autsch, das klingt ja noch schrecklicher als beim letzten Mal :-( Mir fallen dazu spontan wieder Bach-Blüten ein, ich habe ja beim letzten Mal schon berichtet, dass die Fluse sich nach dem Urlaub ebenfalls so komisch benahm. Inzwischen hab ich ihn wieder hinbekommen. Die Frage ist ja, ist es wirklich Panik was Abby zum kreischen bringt oder hat sie schlicht gelernt, dass sie damit ihren Willen durchsetzen kann? Ich hab hier nämlich auch so ein Exemplar, der ganz genau weiß, an welchem Schräubchen er drehen muss, damit ich springe... Und da ich weiß, wie laut der kleine Terrierist sein kann und wie viel einfacher, wenn man gewisse Situationen vermeidet, kann ich mir eine Kombination aus beiden wunderbar vorstellen...
    Wenn Du magst, schreib mir eine Mail. Ich bin mir sicher, dass sich da mit der passenden Bach-Blüten-Mischung und Training (ich bin mir sicher, Du brauchst jemanden, der Dir den Rücken stärkt) gute Fortschritte erzielen kannst.
    Liebe Grüße
    Susanne

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  2. Schwierige Sache. Das kann einem den Urlaub schon madig machen :(. Unser Bub hat sich beim letzten Kurztrip auch ähnlich verhalten, was er erst macht seitdem kein Zweithund mehr da ist. Vielleicht mal in die Richtung überlegen:). Kenne eure Situation jetzt nicht und weiss nicht ob das in Frage käme:). Viele Grüße - Diana

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    1. Also wenn's nach mir ginge sofort ;) aber der Papa meint es gibt keinen bis wir eine größere Wohnung bzw. Haus haben :-/

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  3. Aaaalso ich hab jetzt schon ein wenig griesgrämig geschaut..

    1. Der Hund versaut keinen Urlaub, er macht seinem Unmut Luft. Weil etwas nicht passt, nicht weil er dich ärgert. Tatsächlich hast du wohl etwas falsch geplant und möglicherweise hast du dem Hund den Urlaub versaut? ;P

    2. Den Hund nach einem Tag in einem fremden Bungalow allein lassen und über das Gejammer wundern. Das ist nicht dein Ernst..

    3. Abtrainieren kannst du das, in dem du es übst. Eben woanders als in der gewohnten Umgebung, genauso wie du es in der gewohnten Umgebung geübt hast. Hunde merken sich ihre Trainingsorte, deswegen wird in gutem Hundetraining nicht immer am gleichen Ort geübt, sondern ab und zu gewechselt - das ist eine Charakteristik eines kompetenten Trainings!

    4. Wir machen das mit Hund so - immerhin waren wir vier Wochen durch Nordeuropa unterwegs mit ihm - dass wir einfach nacheinander gegangen sind. Dann hat der eine eben was mit mdem Hund gemacht, ein Bier getrunken oder was anderes angeschaut, während der eine ins Museum gegangen ist. Ja, ist ein wenig aufwendig und vor allem Zeitintensiv. ABER: Jeder kann sehen was man will. Und für uns war das kein Problem.

    5. Gehts nicht ins Natureum, falls ihr euch nochmal überlegen solltet Richtung Ostsee zu fahren. Unnötig. Und auch die Windflüchter sind ... nicht spannend.


    Liebe Grüße :)
    www.reisedichzusammen.at

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  4. Also, wir haben auch schon mit unserem Hund Urlaub gemacht. Muss aber sagen, unser Hund ist fast nie alleine. Höchstens mal eine Stunde, wenn wir einkaufen gehen. Aber ansonsten geht der überall mit oder wir gehen nicht. Und im Urlaub war er überall mit dabei. Und es hat ihm und uns so viel Spass gemacht. Ich war richtig stolz auf den kleinen Racker. Muss aber auch sagen, da wo wir Urlaub gemacht haben waren die Menschen auch sehr hundefreundlich, sodass man ihn auch überall mitnehmen konnte.

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  5. Oh je, das hört sich nicht gut an. Habt ihr es mit der Autobox im Bungolow versucht? Denn im Auto war Abby doch ruhig. Ansonsten kann ich dir nur den Tipp geben, einen Hundetrainer um Rat zu fragen.

    Liebe Grüße
    Sonja und Charly

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  6. Oh das klingt aber gar nicht schön. Jedoch sind die Fotos der Hammer, ich liebe sie. Ich möchte später auch unbedingt mal einen HUnd haben. :)

    Liebe Grüße Pierr

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  7. ja, also irgendwas scheint dem Hundekind so gar nicht zu passen!
    Ich würde mir da auch einen erfahrenen Trainer zur Seite holen und das mal mit ihm/ihr besprechen und nach Lösungen suchen...
    Ren & Stimpy sind zum Glück immer gut drauf solange wir dabei sind... aber auch alleine bleiben im Urlaub (in einer fremden Umgebung) klappt sehr gut. Wobei ich die beiden niemals nie nach nur ein paar Stunden in der Unterkunft dort alleine lassen würde... das kommt erst nach 2 eher 3 Tagen in Frage....
    Aber ich denke mit guten Trainingsansätzen lässt sich da wirklich was regeln!

    Viele liebe Grüße
    Steffi mit Ren & Stimpy

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  8. Wir haben auch einen weißen Schäferhund. Wir könnten auch dieses Lied singen. Wir merkten das schon an kleinen Ausflügen, das Flake ein absolutes Gewohnheitstier ist. Alles andere stresst ihn. Wir fahren (leider) ohne ihn in den Urlaub. Nein er kommt in keinen Zwinger oder so gesperrt sondern ist in einer Hundepension, die die Hunde im Haus hält. Oder eben bei Bekannten. Ist nicht das, was wir uns wünschten, aber so ist das nun mal. Lieben Gruß von der Sandra aus dem Sommerzimmer.

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  9. Das tut mir so leid. Leider habe ich keine Idee, was man dagegen tun kann. Ich kann nur von Socke berichten, die beim ersten Urlaub auch unsicher war. Doch haben wir sie nie im Zimmer alleine gelassen. Nicht eine Minute war und ist sie alleine, wir teilen uns auf und organisieren uns anders. Aber wir haben auch kein Kind und wir haben nicht solche Pläne – wie Fortbilden – wie Ihr. Ich weiß aber, dass Linda von Andrea genauso reagiert und lieber im Auto wartet, als im Hotelzimmer.

    Wollt Ihr Euch mal an einen Hundetrainer wenden, denn Urlaub mit der Familie solltet Ihr doch alle machen können?

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

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  10. Ich habe immer gerne die Tiere Freundschaft mit Menschen zu beobachten. Besonders cool ist, wenn die Freundschaft des Hundes mit einem kleinen Kind. Ich war vor kurzem auf einer Kreuzfahrt entlang der antarktischen https://poseidonexpeditions.com/de/antarktis/. Bei mir auf dem Schiff gab es ein Paar mit einem Hund. Als wir auf dem Eis ging, rollte der Hund ein kleines Kind auf dem Rücken. Wenn Sie sehen, ein solches Herz beginnt Blut zu vergießen.

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