Jobs mit Dogs - Blutegeltherapeut und Ernährungsberater

Freitag, November 18, 2016 Hundekind Abby 0 Comments

Hallo ihr Lieben,

weiter geht es in unserer Rubrik "Jobs mit Dogs". Heute stellen wir euch gleich zwei Berufe auf einmal vor. Das liegt daran, dass die Tierärztin unseres Vertrauens, die sonst immer unsere Artikel für "Den Tierarzt gefragt" schreibt, beide Berufe ausübt. Übrigens schreibt sie gerade an ihrer Doktorarbeit, deswegen liegt die Artikelserie dieses Jahr ein wenig blank. Vielleicht haben wir aber Glück und das ändert sich nächstes Jahr. Die liebe Maren ist also Ernährungsberaterin und Blutegeltherapeutin gleichzeitig. Was das bedeutet, verrät sie am besten selber.



Hundekind Abby: Wie bist du dazu gekommen Blutegeltherapeutin und Ernährungsberaterin zu werden?
Maren: Ich habe erst als Tierarzthelferin gearbeitet und dann Tiermedizin studiert. Es gibt viele Themen, die die Patientenbesitzer beschäftigen. Eines davon ist das Thema Ernährung. Und das Angebot der Futtermittelindustrie ist nahezu unüberschaubar. Zusätzlich gibt es BARF (und leider viele „Radikalbarfer“) – das führt zu einer Verunsicherung der Tierbesitzer. Ich habe mich schon lange für das Thema „Futter für Hund und Katze“ interessiert, mich aber erstmal vor allem mit dem Bereich Fertigfutter beschäftigt. Was brauchen Hund und Katze? Was ist drin im Futter und was nicht? Was bedeuten die einzelnen Inhaltsstoffe etc.

Meine Hündin Matilda hat mich aufgrund ihrer ständig wiederkehrenden Bauchspeicheldrüsenentzündungen zum Thema BARF gebracht. Im Studium wird das BARFen nur in wenigen Vorlesungsminuten kurz angerissen und eher verrissen. Das fand ich sehr schade, da ich so zunächst keine Grundlage hatte wie so eine Ration aufgebaut werden muss. Und das Internet mit den vielen verschiedenen Foren und BARF-Rechnern ist leider keine wirkliche Hilfe. Und leider gibt es sehr wenige Tierärzte, die sich eingehend mit dem BARFen beschäftigen und auskennen. Ich habe mich daraufhin entschieden Fortbildungen zu besuchen und so den Kreis der Tierärzte, die sich mit Ernährung auskennen, zu erweitern.

Und zum Thema Blutegel kann ich nur sagen: es sind Wunderwerke der Natur! Meine Hündin Kayah, die leider letztes Jahr im Juni eingeschläfert werden musste, hatte ihr Leben lang Probleme mit den Gelenken. Mal ging es ohne Schmerzmittel, mal nur mit. Das war schon unbefriedigend. Als Studentin der Veterinärmedizin - und als fertige Tierärztin natürlich auch – führt man viele Gespräche mit Kommilitonen und Kollegen und liest Fachzeitschriften. Immer wieder stolperte ich dabei über die Blutegel. Also habe ich beschlossen das einfach bei Kayah auszuprobieren und habe mir hier in Leipzig jemanden gesucht, der das anbietet. Und ich war sofort überzeugt! Die Schmerzmittel konnten für einige Jahre komplett gestrichen werden. Und so habe ich angefangen mich zu belesen und war sehr überrascht wie viele Einsatzgebiete es für Blutegel gibt. Ich habe dann während und nach dem Studium Fortbildungen besucht um auch selbst die Blutegeltherapie anbieten zu können. Und auch heute bin ich immer wieder überrascht was die kleinen Tierchen alles bewirken.  Bei der Ernährungsberatung beschäftige ich mich nicht nur mit dem gesunden, sondern vor allem auch mit dem erkrankten Tier. Denn auch aus diesem Grund bin ich Tierärztin geworden – ich möchte nicht nur Krankheiten verhindern, sondern auch heilen bzw. den Zustand des Patienten verbessern. Ich arbeite eng mit den behandelnden Haustierärzten zusammen, lasse mir Befunde schicken und bespreche diese und meinen Ernährungsplan. Der Patientenbesitzer bekommt einen von mir erstellten Fragebogen. In diesem frage ich nicht nur die Daten des Tieres ab und die Ernährung bis jetzt, sondern auch welche Vorgeschichte der Patient hat, welche Erkrankungen gegebenenfalls vorliegen, wie aktiv der Hund ist, was gefüttert werden soll usw. Anhand des Fragebogens und einem Gespräch mit dem Besitzer kann ich dann eine individuelle und ausgewogene BARF-Ration errechnen oder aber auch geeignete Fertigfuttermittel empfehlen. Der Patientenbesitzer bekommt meinen Ernährungsplan schriftlich. Bei allen in Leipzig und Umgebung komme ich mit diesem Ernährungsplan zum Hausbesuch vorbei und bespreche jeden Punkt ausführlich und beantworte Fragen. Ist der Patientenbesitzer weiter weg, dann besprechen wir den Ernährungsplan telefonisch.

Hundekind Abby: Was würdest du Leuten raten, die sich ebenfalls in die Richtung weiterbilden wollen?
Maren:  Das ist schwer zu beantworten. Weiterbildung ist immer wichtig. Auch als Tierbesitzer. Dabei ist das Internet aber nicht (immer) die beste Quelle. Und gerade zum Thema BARF gibt es da teils kontroverse und teils sehr radikale Meinungen. Da ist es häufig schwierig das Richtige raus zu filtern. Ich hoffe es klingt nicht arrogant, denn so ist es keinesfalls gemeint, aber ich bin der Meinung, dass es Dinge gibt – und da gehören Ernährung und Blutegel dazu – die nur in die Hände von Spezialisten gehören. Also in die Hände von Tierärzten, TierarzthelferInnen oder wirklich gut ausgebildeten Tiertherapeuten, die eng mit Tierärzten zusammenarbeiten.  
Ich habe viele Rationen gesehen, die von „Ernährungsberatern“ berechnet wurden. Da gab es teils heftige Mangelversorgungen oder massive Überversorgungen, die mit der Zeit zu Erkrankungen führen bzw. führen können. Oder grobe Fehler bei Erkrankungen, die diese dann fördern, aber nicht für eine Verbesserung des Gesundheitszustandes sorgen.
Blutegel sind ein Arzneimittel und unterliegen dem Arzneimittelgesetz. Somit gibt es Vorschriften wer Egel beziehen kann und wie mit ihnen vor, während und nach dem Einsatz zu verfahren ist. Das heißt, dass ein Hundebesitzer nicht einfach Blutegel kaufen und anwenden kann. 



Hundekind Abby: Was genau machst du dabei überhaupt?
Maren: Die Blutegel werden nach einem ausführlichen Vorgespräch und der eingehenden Untersuchung des Patienten an der/den betroffenen Stelle(n) angesetzt. Dann heißt es geduldig sein, denn die Egel hängen für mindestens 30 Minuten am Patienten, saugen Blut und geben ihren Speichel mit den vielen wirksamen Substanzen an das Gewebe ab. Im Anschluss ist dann Durchhaltevermögen der Patientenbesitzer gefragt, da die Bissstellen offen bleiben müssen und man die Blutung nicht stoppen darf. Und die kann durchaus mehrere Stunden anhalten. Wie viele Egel wie oft angesetzt werden ist natürlich abhängig von der Indikation.




Bei der Ernährungsberatung beschäftige ich mich nicht nur mit dem gesunden, sondern vor 1.       allem auch mit dem erkrankten Tier. Denn auch aus diesem Grund bin ich Tierärztin geworden – ich möchte nicht nur Krankheiten verhindern, sondern auch heilen bzw. den Zustand des Patienten verbessern. Ich arbeite eng mit den behandelnden Haustierärzten zusammen, lasse mir Befunde schicken und bespreche diese und meinen Ernährungsplan. Der Patientenbesitzer bekommt einen von mir erstellten Fragebogen. In diesem frage ich nicht nur die Daten des Tieres ab und die Ernährung bis jetzt, sondern auch welche Vorgeschichte der Patient hat, welche Erkrankungen gegebenenfalls vorliegen, wie aktiv der Hund ist, was gefüttert werden soll usw. Anhand des Fragebogens und einem Gespräch mit dem Besitzer kann ich dann eine individuelle und ausgewogene BARF-Ration errechnen oder aber auch geeignete Fertigfuttermittel empfehlen. Der Patientenbesitzer bekommt meinen Ernährungsplan schriftlich. Bei allen in Leipzig und Umgebung komme ich mit diesem Ernährungsplan zum Hausbesuch vorbei und bespreche jeden Punkt ausführlich und beantworte Fragen. Ist der Patientenbesitzer weiter weg, dann besprechen wir den Ernährungsplan telefonisch.

Hundekind Abby: Siehst du dich als Ersatz für den Tierarzt oder eine Ergänzung? Und was sagen Tierärzte zu deinen Einsatzgebieten?
Maren:  Ich bin selber Tierärztin und möchte im Anschluss an meine Promotion gerne in die Praxis. Aber natürlich möchte ich auch dann weiterhin Ernährungsberatung und Blutegeltherapie anbieten. Ich habe in Studium, Fortbildungen und Fachliteratur viel über die verschiedenen Erkrankungen gelernt, weiß wo ich mit Ernährung oder Blutegeln unterstützen und somit helfen kann und weiß auch wo die Grenzen sind. 





Ich arbeite eng mit vielen Kollegen zusammen und die sind froh, dass es insbesondere im Bereich der Ernährung mit mir eine Ansprechpartnerin gibt. Natürlich fragt man als Tierarzt auch nach der Fütterung des Patienten. Und wenn dann seitens des Patientenbesitzers gesagt wird, dass der Hund oder die Katze gebarft wird und kurz aufgezählt wird was so alles gefüttert wird, dann kann man das nur schwer überblicken, wenn man sich damit nicht eingehend befasst hat.  Wenn dann noch eine Erkrankung dazu kommt, wird es noch komplexer. Also werden diese Patienten an mich überwiesen und die Rationen überprüft und angepasst.

Hundekind Abby: Werden Ernährungsberater für Hunde und Blutegeltherapeuten gut angenommen oder nur von einer Randgruppe von Hundebesitzern?
Maren: Ja, es wird gut angenommen. Und ich kann nicht sagen, dass nur eine bestimmte Gruppe Hunde- oder Katzenbesitzer zu mir kommt. Insbesondere die Ernährung ist ein großes Thema und die Verunsicherung, vor allem der Hundebesitzer, nimmt zu.

Hundekind Abby: Was würdest du Leuten raten, die sich ebenfalls in diese Richtung weiterbilden wollen?
Maren: Das ist schwer zu beantworten. Weiterbildung ist immer wichtig. Auch als Tierbesitzer. Dabei ist das Internet aber nicht (immer) die beste Quelle. Und gerade zum Thema BARF gibt es da teils kontroverse und teils sehr radikale Meinungen. Da ist es häufig schwierig das Richtige raus zu filtern. 




Ich hoffe es klingt nicht arrogant, denn so ist es keinesfalls gemeint, aber ich bin der Meinung, dass es Dinge gibt – und da gehören Ernährung und Blutegel dazu – die nur in die Hände von Spezialisten gehören. Also in die Hände von Tierärzten, TierarzthelferInnen oder wirklich gut ausgebildeten Tiertherapeuten, die eng mit Tierärzten zusammenarbeiten.  Ich habe viele Rationen gesehen, die von „Ernährungsberatern“ berechnet wurden. Da gab es teils heftige Mangelversorgungen oder massive Überversorgungen, die mit der Zeit zu Erkrankungen führen bzw. führen können. Oder grobe Fehler bei Erkrankungen, die diese dann fördern, aber nicht für eine Verbesserung des Gesundheitszustandes sorgen.

Blutegel sind ein Arzneimittel und unterliegen dem Arzneimittelgesetz. Somit gibt es Vorschriften wer Egel beziehen kann und wie mit ihnen vor, während und nach dem Einsatz zu verfahren ist. Das heißt, dass ein Hundebesitzer nicht einfach Blutegel kaufen und anwenden kann.  

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Liebe Maren, wir danken dir für deine tollen Antworten. Wenn ihr jetzt noch mehr über Maren erfahren wollt, könnt ihr natürlich auch auf ihrer Website vorbeischauen.

Liebe Grüße
Abby

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