Tier unter dem Weihnachtsbaum? Warum nicht?

by - Freitag, Dezember 09, 2016

Hallo ihr Lieben,

in ein paar Tagen ist Weihnachten und überall liest man spätestens jetzt wieder, dass man Haustiere nicht zu Weihnachten verschenken soll. Und wisst ihr was: Ich finde solche Posts nicht zielführend! Warum? Ganz einfach: Zu Weihnachten darf man keine Tiere verschenken, aber die Zeit über das Jahr durch ist es okay? Versteht mich nicht falsch: Ich bin auch nicht dafür, dass man Tiere wahllos an irgendwelche Kinder verschenkt, aber heißt es nicht immer überall, dass Kinder unbedingt mit Tieren aufwachsen sollen? Wie sollen die Kinder also an Tiere kommen? Vielmehr fände ich es wichtig Eltern eine Idee an die Hand zu geben, wie man den Einzug eines Tieres richtig gestaltet. Und wenn man es richtig macht finde ich, dass ein Tier auch durchaus zu Weihnachten einziehen kann. Und vorneweg: Ich habe 1993 von meinem Onkel ein Tier geschenkt bekommen. Muki! Muki war ein Meerschwein, welches (leider nur) 3 Jahre bei uns gelebt hat, bevor sie nach kurzer Krankheit gestorben ist. Was ich die anderen Jahre zu Weihnachten bekommen habe kann ich euch nicht erzählen. Alles andere hat sich nicht in meinen Kopf gebrannt und mein Leben auch nachhaltig so beeinflusst, wie dieses kleine Wesen, welches mir tatsächlich der Weihnachtsmann gebracht hat.



Also liebe Eltern: Wenn ihr in Erwägung zieht, euren Kindern oder Verwandten ein Haustier zu schenken, dann lest euch diesen Post bitte gut durch (und vor allem auch bis zum Ende) und verinnerlicht ihn. Dann kann ein Haustier das aller schönste Geschenk auf der Welt werden! Aber schenkt ein Tier nicht einfach so. Denn das ist absolut verantwortungslos! Nachfolgend zeige ich euch, wie wir unserem Minimenschen den Wunsch vom eigenen Haustier (irgendwann einmal) erfüllen würden.


1. Wie wichtig ist dem Kind der Wunsch?

Wie lange fragt euer Kind schon nach einem Tier? Wenn es die Idee erst vor ein paar Tagen oder Wochen im Kindergarten oder der Schule aufgeschnappt hat: Finger weg. Kinder ändern ihre Wünsche so schnell. Nur, weil euer Kind jetzt ein Tier möchte, erfüllt ihm den Wunsch nicht gleich. Lasst das Kind beweisen, wie ernst ihm dieser Wunsch ist. Das sollte meines Erachtens schon mindestens ein Jahr sein. Euer Kind möchte jetzt ein Tier und nächstes Jahr auch noch und nervt euch das ganze Jahr über? Dann fände ich es okay über die Anschaffung eines Tieres nachzudenken.


2. Wer trägt die Verantwortung für das Tier?

Die Eltern! Immer die Eltern. Egal wie alt euer Kind ist. Solange es bei euch zu Hause lebt seid ihr dafür verantwortlich, dass das Tier gefüttert, gereinigt und versorgt wird. Wenn ihr über die Anschaffung eines Hundes nachdenkt seid ihr auch immer dafür verantwortlich, dass der Hund täglich zum Gassi raus kommt. Natürlich könnt ihr eurem Kind beibringen, wie man zum Beispiel einen Meerschweinkäfig sauber macht oder einen Hund füttert. Aber von ihm zu verlangen und zu erwarten, dass er täglich mehrmals an die Versorgung des Tieres denkt ist dem Kind gegenüber nicht fair. Das kann es noch nicht leisten. Ihr seid also in der Verantwortung euch immer um die Bedürfnisse des Tieres zu kümmern und euer Kind darf euch dabei unterstützen. Wenn ihr nicht gewillt seid, für die nächsten 7-8 Jahre einen Kleintierkäfig sauber zu machen und täglich an das Füttern zu denken, dann lasst es. Gleiches gilt natürlich für die Bedürfnisse eines Hundes. Im Grunde macht ihr euch ein Geschenk welches euer Kind mit nutzen darf!


3. Welche Bedürfnisse hat das Tier?

Wenn euer Kind jetzt anfängt über ein Tier zu sprechen und das Thema für euch nicht abwegig ist, dann kauft ihm jetzt zu Weihnachten erst einmal Literatur zu dem Tier. Es gibt viele Ratgeber über diverse Haustiere. Gerne könnt ihr auch mehrere Bücher kaufen um das Wissen noch zu erweitern. Und dann könnt ihr nach Weihnachten zusammen mit eurem Kind die Bücher lesen. Auch hier gilt: Lasst die Kinder damit nicht alleine. Wenn ein Tier bei euch einzieht seid ihr genauso in der Verantwortung und solltet mit eurem Kind zusammen lernen, was euer neues Familienmitglied benötigt.

4. Wollt ihr das wirklich?

Egal welches Tier ihr euch zulegen wollt: Jedes Tier benötigt Zeit und Aufwendung. Ihr könnt jetzt über das nächste Jahr testen, ob ihr und das Kind das wirklich leisten wollt und könnt das ganz einfach testen. Möchtet ihr einen Hund, könnt ihr mit anderen Hunden täglich Gassi gehen. Viele Tierheimhunde freuen sich über Gassipartner oder auch in der Nachbarschaft kann man fragen, wer beim Gassigehen Unterstützung braucht. Oft freuen sich viele über Hilfe. Hier dürft ihr aber auch nicht nur an Sonnentagen rausgehen. Gerade bei schlechtem Wetter könnt ihr herausfinden, ob ihr das die nächsten 13 Jahre wirklich täglich wollt. Auch bei Kleintieren geht das ohne Probleme: Gerade in er Ferienzeit suchen viele Menschen eine Ferienbetreuung für ihre Tiere. Das wäre eure Möglichkeit, das Interesse des Kindes wirklich zu testen. Sollte das Kind nach ein paar Tagen schon genervt sein, wisst ihr dass der Wunsch nicht weiter zu beachten ist.


5. Wo bekommt man das Tier her?

Das Thema ist auch besonders wichtig: Die Anschaffung eines Tieres kostet Geld. Und damit meine ich nicht nur das Tier an sich, sondern auch das Equipment. Das könnt ihr auf Großeltern und Onkel und Tanten verteilen. Die Auswahl des Tieres sollte aber immer bei euch bleiben, denn ihr wisst welches Tier am besten zu euch passt. Und auch hier muss ich sagen: Geiz ist nicht geil! Bitte kauft keine Billighunde auf ebayKleinanzeigen. Die Aufzucht eines Welpen/Hundes kostet Geld und Züchter verlangen nicht ohne Grund so viel Geld. Wenn ihr nicht so viel Geld für einen Hund ausgeben möchtet, dann schaut in den Tierschutzvereinen. Dort sind die Anschaffungskosten günstiger und die Tiere sind nicht alle verhaltensgestört, wie man immer sagt. Aber kauft KEINEN Billigwelpen! Dahinter steckt in 98% die Welpenmafia und ihr werdet kurze Zeit nach dem Einzug feststellen, dass die Tierarztkosten die Anschaffungskosten um ein vielfaches übersteigen. Also spart nicht an der falschen Stelle!


6. Wie läuft der Einzug?

Soll das Tier wirklich zu Weihnachten einziehen? Dann fällt Familienbesuch das Jahr flach. Sobald ein Tier bei euch eingezogen ist, soll es die Möglichkeit haben sich in Ruhe bei euch einzuleben. Das geht nicht, wenn ihr jeden Tag Besuch habt. Möchtet ihr aber auf die Verwandschaft nicht verzichten, so schenkt einen Gutschein und lasst das Tier ein paar Tage oder Wochen später einziehen. Und denkt dran: Wenn ihr euch einen Hund holt, so nehmt euch genügend Urlaub. Der Welpe braucht euch besonders in der ersten Zeit. Daher könnt ihr inh nach 2 Wochen nicht schon alleine lassen. Macht euer Arbeitgeber da mit? Wenn nicht, verschiebt den Einzug!


Warum ist Weihnachten eigentlich sogar ein guter Moment für ein Tier?

Wenn ihr euch wirklich sicher seid, dass ihr ein Tier haben möchtet und zusätzlich eurem Kind noch eine Freude macht, dann kann Weihnachten ein ganz fabelhafter Zeitpunkt sein. Warum? Ganz einfach. Für uns (und sicher ganz viele da draußen) ist Weihnachten ein ganz besondere Fest: Das Fest der Liebe. Der materielle Wert von Geschenken ist uns nicht wichtig. Wichtig ist, dass sich jemand Gedanken gemacht hat, wie man anderen eine Freude macht. Das kann ein kleiner Brief sein oder eben die Erfüllung des größten Wunsches. Weihnachten ist etwas ganz besonderes und wenn man dem Kind erklärt, dass Weihnachten eben so eine wichtige Bedeutung hat, dann wird es auch erkennen, dass es etwas ganz besonderes ist, dass ihr das Tier an diesem Tag bekommt. Eigentlich sollte der Einzug eines Tieres immer wie Weihnachten zelebriert werden. Daher wäre es nicht ratsam an einem x-beliebigen Wochentag mit dem Tier nach Hause zu kommen und dann ist es einfach da. Erklärt dem Kind, dass der Einzug eines Tieres so etwas besonderes ist und das überhaupt mit nichts zu vergleichen ist. Der Einzug eines Tieres ist das wundervollste was euch allen passieren kann und es kann die Entwicklung eures Kindes positiv beeinflussen. Aber ihr müsst eben daran denken, dass es eine Menge Veränderung und Verantwortung bedeutet. Und wenn ihr keine Lust habt euer Leben wegen eines Tieres so massiv zu verändern, dann bitte tut allen den Gefallen und schenkt euren Kindern kein Tier. Dann freut es sich sicher, in den Ferien auch einfach nur so auf Tiere aufpassen zu können oder im Tierheim mitzuhelfen.

Tiere sind kein einfaches Weihnachtsgeschenk, sie sind eine Bereicherung, mit der man umzugehen wissen muss. Ihr kauft euch nicht einfach einen Hund oder zwei Meerschweinchen, ihr erweitert eure Familie um ein weiteres Familienmitglied zu dem man immer stehen sollte. Auch wenn es schwer wird. Daher verschenkt sie nicht nach dem ersten Wunsch. Testet eure Kinder, ob es ihnen damit wirklich ernst ist. Und dann denkt dran: Ihr holt euch (!) ein Tier und euer Kind darf damit aufwachsen.

Eure Dini

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5 Kommentare

  1. Ich bin deiner Ansicht, dieses Thema sollte nicht nur zur Weihnachtszeit angesprochen werden, sondern auch Ostern, Geburtstage und andere Feiertage werden gerne genutzt um Tiere zu verschenken. Aber es sollte gut überlegt sein, da ein Tier Verantwortung bedeutet.Man sollte sich im klaren sein was ein Tier braucht und kann man es ihm auch geben? In diesem sinne, lg Claudia

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    1. Schön, dass ich mit meiner Meinung nicht alleine da stehe :)

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  2. Ich hatte zu diesem Thema meinen Kommentar bei Neele und Wilma hinterlassen. Ich bin kein Freund dieser "Blogparade", weil er auf der einen Seite sicher richtig ist aber in der Gesamtschau doch etwas ungenügend ist....



    Ich lese dies in der letzten Zeit auf vielen Blogs und finde die Beitragsidee eigentlich sehr gut. Verantwortungsvolle Hundehalter werden dies genauso sehen, weniger verantwortungsvolle Menschen lassen sich wohl davon nicht abschrecken…..

    Im Übrigen sollte ein Tier, insbesondere auch eine Hund niemals eine unüberlegte Anschaffung sein, sondern das Ergebnis von reiflicher Überlegung, der bewussten Übernahme von Verantwortung und dem festen Willen den Hund eine Leben lang in guten und schlechten Zeiten zu begleiten, den Wunsch, ihn so anzunehmen, wie er ist und ihm den Respekt entgegen zu bringen, den er verdient.

    Ich mache so etwas nicht an Weihnachten oder Geburtstagen fest….

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke, die auch unter dem Weihnachtsbaum liegend so geliebt und versorgt wird, wie wir es jetzt tun….

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    1. Deine Gesichtpunkte, die naturgemäß eher auf den Kinderwunsch eingehen teile ich selbstverständlich auch. Es ist nicht der zeitpunkt entscheidend, sondern die Art der Vorbereitung und des Veranatwortungsbewusstseins....

      Viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

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  3. Liebe Sabine,

    du hast natürlich Recht: Bei Erwachsenen ist das Thema noch einmal ein anderes. Aber ich lese überall, dass man Kindern auf gar keinen Fall Tiere zu Weihnachten schenken darf. Und das finde ich so eben falsch.

    Ich bin voll und ganz auf deiner Seite: ein Tier darf nie eine unüberlegte Entscheidung sein. Es gibt Leute, denen ist das egal und die wird man nicht erreichen. Aber wenn eben jemand da draußen überlegt und dann ein paar hilfreiche Tipps liest, bewahrt das vielleicht einen Hund/Meerschwein/ was auch immer vor dem Aussetzen in den Sommerferien.

    Liebe Grüße Dini

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