2 Jahre Minimensch - ein Danke und ein Entschuldigung

by - Montag, Januar 16, 2017

Hallo ihr Lieben,

wie sehr die Zeit doch verfliegt. Heute vor zwei Jahren kam unser Minimensch auf die Welt und hält uns seit dem auf Trab. So viel ist in den letzten 713 Tagen passiert und doch kommt es uns so vor als wäre es gestern gewesen, dass wir ins Krankenhaus gefahren sind und nur ein paar Stunden später Abby das kleine Wesen präsentiert haben.

In diesen letzten zwei Jahren hat sich unser ganzes Leben verschoben, der Mittelpunkt ist weg von uns, auf dieses kleine Bündel Mensch geschwappt und Abby ist mittendrin. Es war nicht immer leicht aber vieles ist so toll gelaufen, dass an der Stelle ein Danke und ein Entschuldigung an Abby nötig ist.


Warum eine Entschuldigung?

Abby hat sich verändert. Nicht immer nur zum positiven und daran sind wir Schuld. Daran bin ich Schuld. Ich war und bin ihre absolute Bezugsperson. Egal was ist, ich war ihr Fels in der Brandung, so wie sie meiner war. Ich habe das Geld für die Anschaffung und die ersten Monate auf einem Kreuzfahrtschiff verdient und bin danach einige Monate zu Hause geblieben, ohne gearbeitet zu haben. Danach habe ich wegen ihr eine Teilzeitstelle gesucht, damit ich dennoch genug Zeit für sie habe. Kaum hatte ich Feierabend, bin ich nach Hause gefahren und bin mit ihr raus. Als mir ein Auto in meines reingefahren ist, habe ich nur die Personalien vom Fahrer aufgenommen, weil ich nach Hause wollte - das Hundekind musste doch pullern. (Übrigens: Nicht nachmachen, immer die Polizei holen!). Und dann wuchs auf einmal ein kleines Würmchen in meinem Bauch und mir ging es so schlecht. Ich habe die ersten vier Monate fast nur über dem Klo gehangen. Morgens bin ich irgendwie zum Sofa geschlurft und von da aus nur immer wieder ins Bad. An ein Gassigehen war nicht zu denken. Alles, was ich vorher gemacht habe,musste der Papa übernehmen und das neben seinem Vollzeitjob. Klar, dass sie da schon zurückstecken musste. In der Zeit hat sie angefangen, ihre Leinenaggression zu entwickeln. Dann ging es mir knapp 2 Monate gut. Viel zu wenig Zeit, um diese Macke wieder wegzutrainieren und danach konnte ich mich kaum noch bewegen und wenn, hatte ich für den Rest des Tages Schmerzen. Dann kam der Minimensch und unser Start lief nicht wie geplant. Ich weiß noch, dass ich davon geträumt habe mit den Kleinen in der Trage und Abby stundenlang spazieren zu gehen. Daraus wurde nichts. Bei jeder Sichtung eines Hundes, und sei er noch so weit weg, stand Abby auf zwei Beinen und hing in der Leine. Wie oft hatte ich Probleme, mich auf den Beinen zu halten. Dann noch ein Baby vor dem Bauch haben? Viel zu gefährlich. Also musste auch da eine Notlösung her und Abby kam immer noch nicht so viel raus, wie sie es von früher gewöhnt war. Ein ganz schlimmer Teufelskreis begann und der wurde schlimmer, als der Minimensch anfing auch noch selber zu laufen. Eine absolute Katastrophe für einen Hütehund. Und mir brach es jedes Mal das Herz, wenn wir ohne sie los sind und sie zurück lassen mussten. Wie sehr bricht es mir das Herz daran zu denken, dass sie nicht mehr so viel draußen war wie früher. Wenn mich jemand fragen würde, was ich ändern würde, dann wüsste ich die Antwort: Ich hätte damals einen Gassiservice beauftragen sollen. Aber dachte ich doch, dass es jeden nächsten Tag besser werden würde. Musste doch Übelkeit und Anfangsschwierigkeiten irgendwann vorüber sein. Aber alles ändert sich inzwischen. Der Minimensch geht zur Tagesmama und sobald ich dann wieder zu Hause bin, geht es mit Abby raus. Auch weiter und länger. Und es wird trainiert. Das Beste: Am 4. Februar haben wir endlich unseren Intensivtag bei einer Trainerin. Ich bin schon so gespannt und dann machen wir hoffentlich alles wieder gut, wo sie die letzten zwei Jahre so zurückstecken musste.



Und ein Dankeschön?

Ja, sie hatte es nicht so schön, wie ich es ihr gerne gemacht hätte. Aber sie nimmt es uns nicht übel. Abby freut sich, dass sie die letzten zwei Jahre fast immer an unserer Seite war. Und sie ist so toll mit dem Kleinen. Auch wenn man immer versucht aufzupassen, so eine kleine Kinderhand ist schneller mal auf dem Hund gelandet, als man reagieren kann. Ja, da wurde mit dem Minimenschen geschimpft, aber sie hat nie etwas gemacht. Sie hat es über sich ergehen lassen und ist gegangen, wenn es ihr zu viel wurde. Nicht einmal hat sie ihn angeknurrt oder die Zähne gezeigt. Nicht einmal hat sie sein Spielzeug angefasst oder angefressen.
Seine Kuscheltiere sind alle unberührt, während ihre zerfleddert wurden. Wenn der Kleine sich ihre Kuscheltiere doch einmal geschnappt hat? Kein Problem. Entweder, es hat sie nicht mehr interessiert oder sie hat sich ruhig vor ihn gelegt und geguckt, was er macht.
Irgendwann hat sich der Kleine irgendwie ihren Klicker geschnappt und klickerte durch die Wohnung und Abby verstand die Welt nicht mehr. Also kam der Minimensch auf den Schoss und ich habe ihm erklärt, dass es pro Klick ein Leckerlie gibt. Normalerweise ist sie sehr rau, wenn sie sich ihre Leckerlies holt. Bei ihm ist sie nicht in Richtung seiner Hände gegangen, sondern hat die Leckerlies vom Boden aufgehoben.
Unser Familienbett existiert nach wie vor. Der Kleine schläft (anfangs) in seinem Bett, neben meinem und kommt in der Regel in der Nacht dann zu mir gekrabbelt. Bis dahin schläft Abby auf ihrer Decke. Sobald der Kleine in meinen Armen liegt, zieht sie still und heimlich in sein Bett und kuschelt ihren Kopf nicht selten gegen seinen. So aufzuwachen ist die aller schönste Art und Weise munter zu werden. Wenn der Kleine übrigens mal schlecht geschlafen hat und somit auch ich, ist sie auch am nächsten Morgen müde und kuschelt sich an uns.



Sie ist einfach die allerbeste und wenn ich könnte, würde ich ihr zeigen, wie dankbar ich ihr dafür bin. Ich bin mir aber sicher, dass sie das weiß und auch dass sie weiß, dass wir bald draußen keine Probleme mehr haben werden. Sie hat mir die letzten zwei Jahre nicht übel genommen, also darf ich das auch nicht. Zusammen bekommen wir das hin und somit ist sie nicht nur die beste große Schwester für den Kleinen, sondern auch noch die beste Lehrerin für mich.

Und ihr lieben Eltern da draußen. Ich weiß, auch ihr habt es nicht leicht. Ich habe auch ein paar Mal überlegt ob es nicht doch besser für Abby wäre, wenn wir ihr ein neues Zuhause suchen und ich verstehe euch, wenn euch der Gedanke auch kommt. Aber gebt euren Hund nicht auf. Es kommen wieder bessere Zeiten. Ihr werdet wieder Zeit für eure Hunde haben. Und bis dahin? Sucht euch jemanden, der euren Hund wenigstens 2 mal die Woche zum langen Spazieren gehen mitnehmen kann. Dann müsst ihr nicht mehr so ein schlechtes Gewissen haben.Und dann wird es bald so toll, wie man sich das immer vorstellt!

Dini

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9 Kommentare

  1. Der Artikel ist so toll. Bin gerührt. Lg Claudia

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  2. Ein zu Herzen gehender Artikel! Ich fühle mit dir, denn auch wir hatten mit Charly letztes Jahr Probleme. Und ich finde es super, dass du dir Hilfe geholt hast. Es geht bald wieder bergauf, davon bin ich ganz fest überzeugt ...

    Schade, dass ihr so weit weg wohnt, sonst hätte ich gerne das Gassigehen für euch übernommen.

    Liebe Grüße
    Sonja und Charly

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    1. Oh wie lieb <3
      Ja das mit den Entfernungen ist manchmal echt blöd...
      Liebe Grüße

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  3. Es ist kaum zu glauben, dass der kleine Mann schon zwei Jahre geworden ist. Ich erinnere mich noch an die erste zauberhafte Mail. Du kannst stolz auf Dich sein, dass Du das alles so gut stemmst. Deine Reflektion hier liest sich wirklich sehr traurig, aber ich bin zuversichtlich, dass es auch mit Abby bald wieder richtig gut läuft.

    Sei gewiss, ich hätte das nicht so gut hinbekommen. Ich habe jetzt schon manchmal ein schlechtes Gewissen gegenüber Socke, dass sie wegen des Socke-nHalters zu kurz kommen würde. Dabei gehe ich mit ihr - nur als Beispiel - viermal am Tag raus. Es fehlen halt nur die Ausflüge und die dann zu dritt… Mit einem Kind würde ich vor Sorge krank werden…

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

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    1. Ja die Zeit rennt so schnell..

      Dankeschön für deine lieben, aufmunternden Worte <3

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  4. Und weißt du, was das Wichtigeste ist?
    Ihr seid nach wie vor zusammen. Dein Herz hat dir immer das richtige gezeigt, hör weiter darauf.

    Beste Grüße

    Anika

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  5. Die Zeit sie rennt... und wie sie rennt, sehen wir an den kleinsten...wie sie wachsen...
    Nicht immer ist es leicht, oft sogar voll doof...
    Aber sich nicht klein kriegen lassen...
    Ist das wichtigste.
    Toll, dass du nach vorn schaust.
    Liebe Grüße von Sylvia

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