Unser Intensivtag? Anders als gedacht.

by - Dienstag, Februar 07, 2017

Hallo ihr Lieben,

Samstag war es endlich soweit: Unser Intensivtag stand an. Also durfte der Minimensch zu einer kleinen Freundin und wir sind mit Abby losgefahren. Hoffnungen hatten wir viele. Aufgeregt waren wir und gespannt auf das, was bald kommen mag.

Und das Hundekind? Sie fiepte, wie so oft, fast die ganze Zeit. An Ruhen wie immer nicht zu denken. Bei der Trainerin angekommen haben wir noch einmal geschildert, was unsere Probleme sind und was wir gerne mit ihr erreichen würden. Eigentlich ist unser Ziel nicht zu hoch gegriffen: Abby soll der Streß erspart bleiben, sie soll sich wieder beruhigen können und wir möchten alle mit ihr Gassi gehen können, ohne dass jemand in Gefahr ist.



Nach der Trainingsmethode, die wir uns ausgesucht haben, ist der Schlüssel zum Erfolg der Anfang jedes Spaziergangs. Nur, wenn man den ruhig und gesittet startet, hat man auch eine Chance, dass das Laufen auch ruhig sein wird. Wenn der Hund schon total aufgeregt loslegt, ist die Chance sehr groß, dass es auch beim Spaziergang so bleibt. Also sollte die erste Aufgabe es sein, dass wir Abby ruhig aus dem Kofferraum bekommen. Zuvor hatte ich der Trainerin gezeigt, wie wir normalerweise aussteigen und laufen. Nach einigen Metern hatte sie genug gesehen und wollte uns zeigen, wie man das besser arbeiten kann. Und was soll ich sagen? Um euch jetzt jedes Detail zu ersparen, da man es eh nicht beschreiben kann, wenn man es nicht live erlebt hat: Nach einer Stunde haben wir aufgegeben. Abby ließ sich nicht beruhigen. Immer wieder fing sie an zu fiepen und zu jaulen, als ob sie geschlachtet wird. Und das, obwohl gar nichts gemacht wurde! Stattdessen wollte sie wie von der Tarantel gestochen aus der Box raus. Als sie wenigstens einige Sekunden ruhig war, haben wir sie rausgelassen und dann sollte sie nur neben uns am Kofferraum stehen. Wieder fiepte und jaulte sie. Nach weiteren 20 Minuten war sie wieder einmal ganz kurz ruhig. Das war dann der Moment, an dem wir sie wieder in die Box gesteckt haben und weiteres Training zu ihrem Wohl abgebrochen haben. Die ganze Zeit war sie auf 180, obwohl einfach gar nichts passiert ist!

Und am Ende kam dann eine Erklärung, die uns auf der einen Seite frustriert, auf der anderen Seite aber auch erleichtert: Es kommt bei Abby nichts an! Sie steckt in einer Art Tunnel aus dem sie nicht herauskommt. Es ist, als wenn sie fürchtet, dass sie außerhalb ihrer Comfort-Zone geschlachtet wird und die Welt untergeht. Sie ist im Dauerstreß. Das ist nicht gut und vor allem ist es nicht normal! Wir sollen unbedingt an der Sache mit der Schilddrüse dran bleiben und das weiter abklären lassen. Irgendetwas hat sie und wir müssen herausfinden was es ist. Vorher kann man ihr nämlich  nicht helfen.

Nichtsdestotrotz haben wir zwei kleine Aufgaben bekommen: Zum einen sollen wir Abby eingrenzen in der Wohnung. Soll heißen, wenn wir am Tisch sitzen darf sie nicht in die Nähe kommen, bis wir das wieder wollen. Und wir müssen mit ihr lernen, dass draußen sie nicht umbringt. Dazu sollen wir uns öfter einmal draußen einfach auf die Bank setzen - so lange bis sie wenigstens nicht mehr panisch ist. Und alles in ganz, ganz kleinen Schritten!



Zum einen ist das natürlich sehr frustrierend. Wir hatten gehofft nun gezeigt zu bekommen, wie wir Abby das Leben erleichtern können so, dass sie bald ruhiger durch die Welt gehen kann. Stattdessen bekamen wir aber die Bestätigung, dass wir unseren Hund kennen und sie richtig einschätzen. Könnt ihr euch an den Artikel erinnern in dem ich schrieb, dass Abby uns den Urlaub "versaut" hat? Was habe ich für meine ehrlichen Worte Prügel bekommen. Wie oft musste ich mir anhören, dass ich nicht ganz sauber bin, weil ich von meinem Hund erwartet hatte, dass er sofort in neuen Umgebungen ohne Probleme alleine bleiben kann. Ja, warum hatte ich das erwartet? Weil ich es konnte. Weil es bisher so funktioniert hatte. Wir waren oft mit Abby an neuen Orten und konnten sie dort auch einmal alleine lassen, ohne dass sie Probleme machte. Sie konnte das also. Es liegt also an irgendetwas gesundheitlichem, was wir jetzt noch nicht wissen. Was noch abgeklärt wird. Das tat so gut zu hören, dass wir nicht alles komplett falsch gemacht hatten und stattdessen noch die Bestätigung bekommen haben, dass unser Bauchgefühl stimmte - obwohl uns so viele gesagt haben, dass wir einfach nur ganz furchtbar schlechte Hundehalter sind. Wir hatten sie richtig eingeschätzt, nur nicht gewusst, dass es eine gesundheitliche Komponente sein könnte.

Jetzt machen wir uns natürlich an die Aufgaben, die wir gestellt bekommen haben. Und weil wir ganz klein anfangen sollen, fangen wir beim draußen entspannen auch vor der Wohnungstür an. War ja auch klar, dass es dann jetzt kalt wird. Aber das ist egal. Wir harren aus und geben Abby die Zeit, Außenreize wahrnehmen und verarbeiten zu lernen. Und in ein paar Wochen wissen wir hoffentlich auch, was Abby gesundheitlich hat.

Wir halten euch auf jeden Fall auf dem Laufenden.

Eure Dini

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14 Kommentare

  1. Oh man, ich kann mir gut vorstellen wie es euch geht, war ich doch in der gleichen Situation und auch jetzt wieder... Wir werden unsere Blutkontrolle vorziehen, da Mickys Verhalten sich verändert...
    Ich persönlich kann euch nur den Tip geben, bleibt dran! Der Weg, das gesundheitliche Problem zu finden ist oft beschwerlich aber lohnt sich! Sollten eure oder viel mehr Abbys Werte im unteren Referenzbereich liegen, sprecht mit eurem Arzt,... Mickys Werte lagen auch nie außerhalb des Referenzbereichs, eben nur im unteren Bereich, das reicht manchmal schon... Die Referenzbereiche sind mit vorsicht zu genießen und eine SDU so unfassbar Umfangreich das sich tatsächlich viele TAs mit der Diagnose schwer tun solang der 'Referenzbereich' eingehalten wird...
    Ich drücke euch ganz doll die Daumen das alles gut wird,... seid gedrückt und habt die Kraft
    Alex

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    1. Hallo Alex,

      genau vor dem Problem stehe ich auch! Ein wenig haben wir uns schon in das Thema reingelesen und um so mehr ich darüber lese, um so sicherer bin ich mir, dass es wohl die Schilddrüse ist. Aber wie du schon sagst, viele TÄ sehen da kein Problem drin, wenn es im Referenzbereich ist. Ich warte jetzt noch auf die letzten Werte und dann rufe ich eine Spazialistin im Thema Schilddrüse an!

      Liebste Grüße
      Dini

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  2. Ich wünsche euch ganz viel Erfolg, dass ihr das in den Griff bekommt. Aber, warum dauert das mit den Schilddrüsenwerten so lange? Das wundert mich gerade. Als wir bei Genki die Schilddrüsenwerte angefordert haben und das Blut dafür an Laboklin geschickt wurde, war das Ergebnis innerhalb einer Woche da. Das Blut muss doch auch möglichst "frisch" untersucht werden, weil sich die Werte sonst mit der Zeit auch verfälschen können?

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    1. Die Antikörper werden in den USA bestimmt. Das schickt Laboklin auch nur dahin. Und das sind die, die so lange dauern. Ansonsten die anderen Werte sind schon da. :)

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  3. Das hört sich wirklich nicht so toll an, also für euch nicht und für Abby natürlich auch nicht.
    Drücke euch also die Daumen, dass ihr der körperlichen Ursache auf den Grund gehen könnt! Vielleicht erübrigen sich dann auch die anderen Probleme?
    Bei der Schilddrüse ist es wirklich eine Krux; bei den Pinschern ist es zB so, dass die Normwerte anders sind als bei anderen HUnde, darum erkennt ein Tierarzt häufig nicht, wenn was nicht stimmt, weil die Werte für einen andern Hund normal aussehen würden. Vielleicht gibt es sowas für Schäfis auch?
    Alles gute für euch auf jeden Fall!
    Liebe Grüße aus Hamburg, Marit Und Tino

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    1. Danke ihr Lieben,

      ja und selbst die Referenzwerte wurden vor vielen, vielen Jahren mal festgelegt und seit dem nicht wieder angepasst. Auch finde ich die Spanne von "Normalwerten" recht hoch. Warten wir ab..
      Dass die Verhaltensauffälligkeiten dann gleich weggehen glaube ich nicht. Da wird sicher noch viel Arbeit auf uns zukommen, aber dann kämpfen wir auf jeden Fall nicht mehr gegen Windmühlen :)
      Liebe Grüße
      Dini

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  4. Bisher waren wir immer stille Leser, aber nun melde ich mich auch mal zu Wort! Ihr seid doch keine "ganz furchtbar schlechten Hundehalter"! Aus Deinen Zeilen lese ich viel Aufmerksamkeit und Fürsorge für Abby, Du scheinst mir ein guter Beobachter und sehr liebevoll im Umgang mit ihr!
    Ich finde es super, wie konsequent und konstant Du an der Sache dran bleibst und nicht aufgibst, ihr das Leben wieder angenehmer zu gestalten! Andere hätten vielleicht schon aufgegeben.
    Wir drücken die Daumen, dass ihr bald eine Diagnose bekommt, die die Angst behandelbar macht.
    Wusstest Du, dass bei Menschen Hashimoto Angst / Panik auslösen kann? Und bei Hunden gibt es ein ganz ähnliches Krankheitsbild. Ich habe dazu einen ganz interessanten Artikel gefunden:
    http://www.tierarzt-rueckert.de/blog/details.php?Kunde=1489&Modul=3&ID=19159
    (Nein, ich kenne weder den TA noch bekomme ich Geld fürs Verlinken. ;-) )
    Lass Dich nicht unterkriegen, ich finde, ihr macht das ganz toll und habt einen tollen Umgang mit Abbys Problemen!
    Alles Gute von Sandra mit Charlie und Lis

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    1. Vielen lieben Dank für deine lieben Worte!
      Von Hasimoto habe ich noch nichts gehört und werde mir deinen Artikel mal durchlesen (hätte ich auch gemacht, wenn du Geld dafür bekommst :D ). Immerhin muss ich ja auch dran denken, dass es nicht die Schilddrüse sein könnte. :)

      Liebe Grüße
      Dini

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    2. Oh ja, Hashimoto macht Angst und Panik. Davon kann ich als Betroffene ein Lied singen.
      Aber, liebe Dini, ich denke ihr seid da schon dran. Das müssten die Antikörper sein, auf die ihr wartet. Der Hashimoto ist eine autoaggressive Erkrankung, bei der der Körper die Schilddrüse zerstört. Die kann noch lange kompensieren, also Werte normal. Aber die gebildeten Antikörper sind vorhanden. Im Zweifelsfall hilft nur, sich mit einer Substitution ranzutasten. Das kann dein TA doch jetzt schon. Wenn ihr sie mit L-Thyroxin sanft in den Werten höher bringt, könnt ihr schauen, ob sich was verändert.
      Wenn Dein Bauchgefühl das sagt, probier es aus. Falls Dein TA nicht mitspielt, schreib mir eine Mail. Ich hätte da ein paar eher "kreative" Ideen, wenn sie mein Hund und ich in deiner Situation wäre.

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  5. Schade dass der Intensivtag nicht viel gebracht hat. Ich wünsche euch viel Erfolg, dass ihr bald herausfindet, ob es an der Schilddrüse liegt.

    Du bemühst dich so um Abby!

    Liebe Grüße
    Sonja und Charly

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  6. Ich finde es eigentlich prima, dass es in der Stunde nicht gut lief und es sich genau die Probleme zeigten, die ihr mit Abby habt. Das hört sich etwas komisch an, aber ich hoffe, dass Du weißt wie ich das meine.

    Auch wenn es sehr anstrengend war und ihr vielleicht genervt, so ist es doch wichtig, dass die Trainerin Abby so erlebt, wie sie ist. Den sog. Vorführeffekt braucht man da nicht.

    Ich hoffe, dass die ärztliche Untersuchung ein Ergebnis bringt mit dem Ihr leben und arbeiten könnt.

    Und zwei Trainingsaufgaben sind doch schon ein guter Anfang. Ich bin sehr zuversichtlich, dass Ihr das Problem gut in den Griff bekommt und natürlich hoffe ich, dass es Abby gesundheitlich gut geht.

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

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    1. Ja ich weiß genau was du meinst. Ich hatte auch die Sorge, dass wir den Vorführeffekt haben werden. Dem war Gott sei Dank nicht so und sie konnte halt wirklich sehen, was unser Problem haben. Und sie hat uns jetzt so bestärkt! :) Das wird schon!

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  7. Arme Abby! Ich drücke die Daumen, dass ihr mit den neuen Schilddrüsenwerten Abby besser einstellen könnt und eine Besserung erreicht. Du bringst mich auf eine Idee... Shiva ist ja auch so ein kleiner "Psychopath"... vielleicht liegt es bei ihr auch daran. Ich merke immer, dass ich meine Werte überprüfen lassen muss, wenn ich Panikattacken bekomme. Dann wird die Dosis L-Thyroxin erhöht und ich bin wieder die Ruhe selbst.

    Flauschige Grüße
    Sandra & Shiva

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    1. Hallo ihr 2 Lieben,

      ja ich warte immer noch auf die Werte... so langsam werde ich aber auch echt ungeduldig...
      Wir drücken euch die Daumen, dass ihr bald herausbekommt, was das Problem bei Shiva ist <3

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