Damit führen uns die Hundefutterhersteller hinters Licht.

Damit führen uns die Hundefutterhersteller hinters Licht.

Hallo ihr Lieben,

jetzt habe ich die ersten Webinare meiner
Hundeernährungsberatung bereits hinter mir und auch, wenn die Ausbildung noch
eine Weile dauert, möchte ich euch einen kleinen Einblick darüber geben, was
ich schon gelernt habe. Und anfangen möchte ich damit euch die Augen zu öffnen,
was uns die tollen Futtermittelhersteller den lieben langen Tag zu erzählen,
was aber eigentlich nur Kundenveräppelung ist. Alle Hersteller müssen sich
nämlich an die Futtermittelverordnung halten und dort findet ihr auch alles, was
die Hersteller so dürfen und woran sie sich halten müssen. Um euch zu zeigen
wie sie das auslegen,  habe ich mir
einmal einige Futterdosen- und beutel angeguckt und 4 Dinge herausgeschrieben,
die man dort aufgedruckt findet. Dabei habe ich die ganz günstigen Sorten
genommen, aber auch richtig teure. Und was noch wichtig zu erwähnen ist: Wir wollen hier kein Fertigfutter-Bashing machen, euch nur die Augen öffnen womit die Futtermittelindustrie euch unnötig Geld aus der Tasche zieht.

Lebensmittelqualität

Meistens steht bei besonders teuren Hundefuttermarken drauf,
dass das Futter Lebensmittelqualität hat. Soll ich euch etwas verraten? Das hat
jedes in Deutschland hergestellte Futter! Dazu solltet ihr wissen, wie Fleisch in Deutschland eingeteilt wird.
In Artikel 2 der VO 1774/2002 steht dazu:
1 b) Material der Kategorie 1
c) Material der Kategorie 2
d) Material der Kategorie 3
Was unter den einzelnen Kategorien zu verstehen ist, wird in Artikel 4, 5 und 6
erklärt.
 
Unter Materialien der Kategorie 1 versteht man im groben:
–  Zootiere, Zirkustiere und Haustiere
– Tiere mit übertragbaren Krankheiten, darunter zählen auch Tiere, die im
Verdacht stehen mit BSE in Verbindung gebracht zu werden
Unter Materialien der Kategorie 2 versteht man:
– getötete oder gestorbene Wildtiere
– Schlachtnebenprodukte, die Anzeichen von Krankheiten aufweisen
– Gülle und Magen-Darm-Inhalte
– Materialien aus Kategorie 1, die aus anderen Ländern eingeführt wurden
Materialien 3 sind:
– Schlachtkörperteile, die dem Gemeinschaftsrecht genusstauglich sind, jedoch
aus kommerziellen Gründen nicht für den menschlichen Verzehr geeignet sind
– Schlachtkörperteile, die keine Krankheiten aufweisen, aber genusstauglich nicht
geeignet sind, hierzu zählen u.a. Nasen, Hufe, Häute, Federn
– Fische
– Milch
Und jetzt kommt es: Nur Materialien der Kategorie 3 dürfen
verkauft und weiterverarbeitet werden. Sprich: Alles was für unsere Hunde
verwendet wird ist rein theoretisch auch Fleisch und Nebenprodukte, die wir
essen könnten. Es könnte also auf jedem Hundefutter
„Lebensmittelqualität“ stehen. Alles andere ist verboten!

70 % Fleischgehalt

Ihr sucht ein gutes Trockenfutter und seht, dass auf der
Verpackung stolz aufgedruckt ist „70% Fleischgehalt“ der Fleischsorte (desweiteren XXX genannt) eurer
Wahl? Dann schaut euch die Deklaration genau an. Steht bei dieser XXX-Fleisch,
so bezieht sich der Futtermittlhersteller auf das Gewicht vor der Trocknung und
weiteren Verarbeitung des Futters. Trockenfutter wird aus getrocknetem Fleisch
hergestellt, das zu Mehl verarbeitet wird.  Damit das Fleisch zu Mehl verarbeitet werden
kann, muss dem Fleisch Wasser entzogen werden. Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, dass
dadurch das Gewicht auch abnimmt. Als Faustregel könnt ihr euch merken, dass
aus einem Kilo Fleisch circa 300 Gramm Trockenfleisch entstehen! Somit müsste
man aber mehr XXX-Fleischmehl dem Futter zugeben, damit das Fleisch immer noch
am meisten in dem Futter enthalten ist. Wenn in der Deklaration XXX-Fleischmehl
an erster Stelle steht, ist das wiederum gut. Dabei wird nämlich das Gewicht
nach der Trocknung beachtet.

Hundefutter mit Krokodil und Süßkartoffel

Hier an der Stelle nehmen wir jetzt ein Beispiel, damit ihr
nachvollziehen könnt, was wir meinen. Wir haben extra Krokodil als exotisches
Fleisch gewählt, da ihr euch sicher vorstellen könnt, dass es viel teurer ist
als Hühnchen. Genauso ist die Süßkartoffel teurer als Reis. Wenn ihr nun also
ein Hundefutter mit Krokodil und Süßkartoffel kauft und das nicht viel teurer
ist als Reis mit Hühnchen, dann solltet ihr einmal skeptisch werden und euch
die Deklaration genauer ansehen. In Deutschland gibt es nämlich die sogenannte
4%-Klausel. Diese erlaubt den Futtermittelherstellern ganz legal ein
Hundefutter „Krokodil und Süßkartoffel“ zu benennen, wenn 4% Krokodil und
Süßkartoffel darin sind. Das heißt dann aber übrigens nicht, dass es sich dabei
wenigstens um 4% Krokodilfleisch handelt. Das können auch Innereien sein. Die
üblichen 92% des Futters können dann übrigens mit günstigem Reis und Hähnchen
aufgefüllt werden. So klingt euer Futter exotischer und besser als es eigentlich ist.

Nur natürliche Zutaten

Ach wie klingt das schön, in dem Futter befinden sich nur
Dinge, die wir im Supermarkt auch finden würden. Auch hier lohnt sich aber der
Blick auf die Deklaration! Neben der Zusammensetzung und den analyitschen
Bestandteilen solltet ihr schauen, ob es auch Zusatzstoffe gibt. Das sind all
jene Stoffe, die dem Futter künstlich zugesetzt wurden. Hier sind diverse
Konservierungs-, Geschmacks- und Aromastoffe aufgelistet. Wenn diese Liste
besonders lang ist solltet ihr mal überlegen ob ihr eine Vitamintablette nehmen
würdet, nachdem ihr Obstsalat gegessen habt. Bei qualitativ hochwertigen
Produkten braucht man nämlich keine Zusatzstoffe. Bei vielen, die auf „rein
natürliche Zusatzstoffe“ bestehen, ist die Deklaration der Zusatzstoffe
besonders lang.
Habt ihr das gewusst oder möchtet ihr noch mehr Werbeversprechen entlarvt bekommen? Sagt uns was ihr denkt.
Eure Dini

4 Gedanken zu „Damit führen uns die Hundefutterhersteller hinters Licht.

  1. Ich habe schon viel gelesen und gehört, was das Thema Futter anbelangt. Sei gewiss, dass ich froh bin für Socke zu kochen, auch wenn es sehr umständlich, aufwändig ist und ich es manchmal wirklich hasse. Aber ich koche Lebensmittel, die wir auch verzehren. Da wären wir beim Thema. Ich möchte nicht wissen, was wir so alles essen….

    Im Übrigen werden die Produkttest in Bezug auf Hundefutter dadurch natürlich noch unglaubwürdiger, weil sich fast niemand die Mühe macht, die Inhaltstoffe darzulegen.

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

    1. Da hast du vollkommen Recht! Wir kochen auch zu 90% alles frisch. Ab und an auch mal eine Tiefkühlmahlzeit wenn es sein muss, aber selbstgekocht schmeckt einfach besser.

      Und das mit den Produkttests stimmt! Inzwischen würde ich die Futtertests auch nicht mehr so machen, wie bisher. Deswegen wird es wohl bei uns auch (fast) keine mehr geben.

  2. Mich interessiert das Thema sehr und ich fand diesen Artikel wirklich informativ! Würde gerne mehr über die Ernährung allgemein lesen und alles was dazu gehört!

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