Verdacht auf Schilddrüsenprobleme? Das solltet ihr bei der Blutuntersuchung beachten.

by - Freitag, Juni 09, 2017



Hallo ihr Lieben,

Anfang Februar hatten wir Abbys erste Blutabnahme machen lassen, weil wir den Verdacht der Schilddrüsenunterfunktion testen lassen wollten. Ich hatte extra mehrmals betont, dass ich alle relevanten Werte haben möchte und weiß, dass es mehr kostet. Darauf wurde mir gesagt, dass man das macht und ich vertraute darauf.

Das waren unsere Symptome

Wie ihr ja wisst, sind wir keine Tierärzte und raten IMMER einen Gang zum Tierarzt. Da ich ja bei Zahnschmerzen auch nicht zum Frauenarzt gehe und umgedreht, sollte man sich nach Spezialisten für die Schilddrüse umsehen. Einige haben sich auf dieses Gebiet spezialisiert.

Bis dahin hatten wir einen langen Leidensweg. Es gibt bei der Schilddrüsenunterfunktion nicht die Symptome, die jeder Hund hat, sondern sie sind immer verschieden. Auch das macht die Diagnose der Schilddrüsenunterfunktion so schwer. Daher möchten wir euch von unseren Symptomen berichten.

1. allgemeine Unlust
Abby ist recht ungern rausgegangen. Klar, wenn wir gegangen sind ist sie mitgegangen, aber eigentlich war es ihr am liebsten, wenn sie irgendwo in der Wohnung liegen und schlafen konnte.

2. Hysterie und Panik
Sobald wir nur die Wohnungstür aufgemacht haben, wurde das Hundekind panisch. Ihre ganze Körperhaltung veränderte sich und sie rannte wie von der Tarantel gestochen zum Pullern. In fremden Umgebungen wurde sie panisch, jaulte und bellte die ganzen Wohnungen zusammen und lies sich auch so in keinster Form beruhigen.

3. Problem mit Veränderungen
Sobald sich auch nur eine kleine Veränderung bemerkbar machte, kam Abby nicht mehr klar. Sie war gestresst und besonders bei Umgebungswechsel, wie dem Urlaub, wurde sie panisch. Das legte sich dann auch nur sehr, sehr, sehr schwer. Meistens nur für die Nacht, wenn wirklich alle tief schliefen.

4. Schlechteres Fell
Abbys Fell wurde im Laufe der Zeit richtig unschön. Es glänzte nicht mehr, wurde strohig und rau.

5. Gewichtszunahme
Besonders in dem letzten Jahr hat Abby zugenommen, egal wie viel sie zu fressen bekam. Ihre Ration Barf hatten wir schon minimiert, da wir so viel mit ihr trainiert hatten aber auch das änderte nichts an ihrem Gewicht.

6. Unkonzentriertheit
Mit Abby zu trainieren war ein Ding der Unmöglichkeit. In der Wohnung gingen noch 5-6 Wiederholungen, dann wurde sie fahrig und machte nicht mehr mit. Sobald etwas zwei Mal nicht positiv bestärkt wurde, wurde sie außerdem wieder panisch und an Training war nicht mehr zu denken. Draußem war ein Training gar nicht möglich, da sie sich nicht konzentrieren konnte.

7. Tunnelblick
Der Tunnelblick und das damit verbundene nicht ansprechbarsein war sicherlich das, was uns am meisten gefordert hat. Sobald die Wohnungstür aufging, war Abby in einem Tunnel drin bei dem sie dachte, dass sie am Ende geschlachtet wird. Sie konnte nicht links und nicht rechts gucken, ansprechbar war sie von uns gar nicht. Einfache Dinge wie draußen "Sitz" zu machen waren für sie nicht möglich.



So haben wir unsere Werte bestimmen lassen


Leider wurde aus "Wir nehmen alle nötigen Werte" ein großes Blutbild samt T4 und T3. Noch während ich auf die Ergebnisse wartete, bin ich bei Facebook auf die Gruppe "Schilddrüsen und Verhalten" gestoßen, in der sich viele Betroffene Hundehalter austauschen und informieren.

Als unsere ersten Ergebnisse ankamen, war ich enttäuscht. Immerhin waren das nicht alle benötigten Werte, die zu einer einwandfreien Diagnose nötig waren. So orderte ich alle weiteren Werte nach. Nach zwei Wochen stellte sich dann heraus, dass beim 1. Mal nicht genug Blut gezogen wurde und so mussten wir noch einmal hin. Als ich der Ärztin erklärte, was ich für Werte möchte hieß es nur "Da möchte es aber jemand genau wissen." Uhm.. ja? Um eine Krankheit bei meinem Hund eindeutig ausschließen zu können, möchte ich es genau wissen. Das Problem bei den Tierärzten ist einfach, dass viele nicht genügend über die Schilddrüse wissen. Wobei das eigentlich kein generelles Tierarzt-Problem ist, sondern auch bei uns Menschen nicht anders ist. Über die Schilddrüse ist im allgemeinen noch viel zuwenig bekannt und deswegen wird an die Schilddrüse nicht gleich gedacht. Auch sollte erwähnt werden, dass die Schilddrüsenprobleme eine Ausschlussdiagnose sind. Deswegen ist es so wichtig, alle nachfolgenden Blutwerte bestimmen zu lassen. Nur so kann eben ausgeschlossen werden, dass ein anderes Problem vorliegt.



Diese Blutwerte muss man für eine gesicherte Diagnose bestimmen

Ein großes Blutbild
Ein großes Blutbild ist wichtig, um andere Krankheiten auszuschließen. Hierbei wird unter anderem  auch überprüft, ob irgendwo im Körper eine Enzündung ist, die auf die Schilddrüse drücken könnte.

Die Schilddrüsenwerte
T4 - Thyroxin
T3 - Thrijodthyronin
fT4 - freies Thyroxin
fT3 - freies Thrijodthyronin
TSH
T4 AK
T3 AK
TAK - Thyreoglobulin-Antikörper

Für Barfer
 Jod
Selen
Zink


Das kostet eine Blutuntersuchung

Natürlich schwanken hier die Preise, da es auch darauf ankommt was euer Tierarzt noch für das Blutziehen und Kontrolle verlangt. Wir haben für die Blutuntersuchung komplett 220 Euro bezahlt.

Hinzu kommen dann noch die Rechnungen für die Beratung der Fachtierärzte, sprich derer die sich mit der Schilddrüse auskennen. Für einige gibt es eine Hotline. Da kostet die Minute 1,50 Euro. Unsere Beratung hat 23 Minuten gedauert. Das wären also nochmals knapp 35 Euro. Ein Tierarzt, der auf Schilddrüsenerkrankungen spezialisiert ist, benötigt die oben genannten Daten um eine einwandfreie Diagnose stellen zu können.

Sollte euer Hund an Symptomen leiden, die der Arzt nicht zuordnen kann, so empfehlen wir die Schilddrüse einmal überprüfen zu lassen. Es kann die Schilddrüse sein, muss es aber nicht. Fakt ist, dass diese Krankheit leider auf dem Vormarsch ist und die Forschung einfach noch viel zu sehr hinterher hängt.

Eure Dini

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2 Kommentare

  1. 100% Zustimmung und auch unsere Erfahrung. Für viele Tierärzte ist das Thema entweder Neuland oder ein Nebenschauplatz. Bei allen Hunden, die ich kenne, bei denen ein spezialisierter TA sich der Blutwerte angenommen und behandelt hat trat danach eine deutliche Besserung ein. Danke für die Aufklärung.

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    1. Aber sehr gerne doch! Das stimmt. Sobald man eine eindeutige Diagnose hat und darauf behandeln kann, treten Verbesserungen sehr schnell ein. Wobei das Einschleichen der Medikamente doch noch eine Weile dauern kann.

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