Hunde brauchen klare Grenzen [Werbung]

by - Montag, Juli 17, 2017




Hallo ihr Lieben,

als ich die Fragen des Liebsten Awards beantwortet hatte, habe ich mein neues Lieblingsbuch schon einmal kurz erwähnt.

Hunde brauchen klare Grenzen


Ein Titel, der ganz viel vermuten lässt, aber dann doch ganz anders ist.
Das Buch ist im Kosmos Verlag erschienen und wurde von Michael Grewe und Inez Meyer geschrieben. Es ist ein Hardcover und lässt einen 187 Seiten in ganz viel Wissen, Menschenverstand und Realität eintauchen, ohne dabei langweilig zu wirken.

Als ich den Titel gehört hatte dachte ich, dass in dem Buch Ratschläge gegeben werden, wie man seinen Hund auf strengere Art und Weise erzieht. Doch  bereits das Vorwort zeigte, dass es sich hierbei um kein wirkliches Sachbuch handelt. Frau Dr. Dorit Urd Feddersen-Petersen schrieb nämlich: "Es ist nicht nur gut verständlich, man liest es in sich hinein, lächelnd oder auch lachend, ernst oder traurig. Es erweckt Emotionen und macht auch betroffen." (Seite 8.)

Einen Hunderatgeber habe ich noch nie mit so vielen Emotionen gelesen und bereits die ersten Seiten bewiesen das auch. Das Buch ist kein Ratgeber sondern vielmehr ein Fließtext, eine Erzählung, ein Gespräch das man nicht unterbrechen will. Zwischenzeitlich hatte ich das Gefühl ein kleines Kind zu sein, dass den Geschichten der Großeltern gespannt lauschte und sich nicht einmal traute zu zwinkern weil es Angst hatte, etwas zu verpassen.



Das Buch gibt keine Hinweise darauf, wie man seinen Hund richtig erziehen muss. Vielmehr hält es einen einen Spiegel vor die Nase der Gesellschaft. Wir alle lieben unsere Hunde und möchten nur das Beste für sie. Und dabei spielt die Erziehung eine wahnsinnig wichtige Rolle. Kein Hund kann in der heutigen Zeit leben ohne auch nur ein Fünkchen Erziehung genossen zu haben. Und genau das geht das Problem los. Was ist Erziehung überhaupt? Überall wird einem erzählt, dass diese oder jene Methode die beste ist. Sie sind wissenschaftlich untermauert. Jahrelang erprobt. Aber sind sie deswegen auch das beste für den Hund? Herr Grewe und Frau Meyer haben sich die Mühe gemacht, einmal alle gängigen Erziehungsmethoden zu beleuchten und zu hinterfragen, warum sie in der heutigen Zeit genutzt werden, was uns Menschen dahinter antreibt.

Es ist doch so, dass alle am liebsten in Frieden mit ihren Hunden (und auch Kindern!) leben wollen. Gleichzeitig scheuen sie aber Reibereien mit genau diesen und wollen sie dank "rein positiver Verstärkung" umgehen. Einem Hund aufzeigen, dass er einen Fehler gemacht hat? Das ist verpönt. Ihm sagen "bis hierher und nicht weiter."? Ein klarer Fall für den Tierschutz. Dabei kann ein Leben mit Hunden so einfach sein, wenn man eben diese Reibereien zulässt und auch einmal klare Grenzen setzt. Ein "Nein, du darfst nicht in die Küche - und das meine ich immer so!" ist für den Hund wesentlich einfacher und verständlicher als ein Leckerchen, wenn er jedes Mal wieder aus der Küche heraus geht. Wusstet ihr übrigens, dass das Clickern eigentlich einmal dafür gedacht war um Delfinen Kunststückchen beizubringen?

Aber es geht nicht nur im das Clickern. Das Buch geht viel tiefer als nur diverse Trainingsmethoden zu untersuchen. Es geht auch auf den Urschleim zurück nämlich darauf, was erstrebenswertes Verhalten überhaupt ist. Sind wir nämlich mal ehrlich bezieht sich das nicht auf "Sitz" und "Platz" (was übrigens hervorragend mit Leckerchen und Clicker aufgebaut werden kann). Es geht vielmehr darum sozial akzeptables Verhalten zu formen, vertiefen und zu festigen. Was bringt uns ein Hund der 1a "Sitz" kann, aber an der Leine jeden Hund verbellt, überall Futter von Picknickdecken klaut und jeden anspringt, der nicht bei 3 auf den Bäumen ist? So vermischt sich in dem Buch oftmals nicht nur eine Kritik an den diversen Erziehungstipps, sondern auch an der Art und Weise, wie wir Hunde heutzutage sehen. Einen Hund zu haben ist für viele die Erfüllung schlechthin und natürlich macht es Spaß, den Hund mit Leckereien zu verwöhnen. Ich koche auch lieber schön für den Herzensmann, als ihm zu sagen, dass er gerade Mist macht. Aber dennoch muss ich ihm auch sagen, dass er dieses oder jenes doch bitte sein lässt. Das schafft Klarheit zwischen uns und genau diese Klarheit ist auch für einen Hund wichtig.

Einige werden jetzt sicher denken "Das klingt immer noch nach Gewalt anwenden", für den kann und muss ich an der Stelle sagen, dass das Buch mehrmals erwähnt, dass Hundeerziehung nichts mit Gewalt zu tun haben darf. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Vielmehr darf man aneinander wachsen, miteinander lernen und auch miteinander Fehler machen. Diese dann zu überwinden ist das, was das Zusammenleben mit den Hunden ausmacht und einen zu einem guten Team zusammenwachsen lässt.

Wer also einmal sehen will, warum das Training gegen Leinenaggressionen, Ziehen an der Leine oder das Abtrainieren des Jagdverhaltens nicht funktioniert, dem kann ich dieses Buch ungemein ans Herz legen. Man bekommt einen nachvollziehbaren und logischen Leitfaden an die Hand, der einen zum Nachdenken anregt, bei dem man ganz oft "Aha"-Momente bekommt und die Hunde danach vielmehr versteht als vorher.

Vielleicht geht es euch ja so wie mir, dass ich nie erklären konnte, warum diverse Erziehungsmethoden nichts für mich sind. Sie widersprachen einfach komplett meinem Bauchgefühl. Dieses Buch konnte mir mein Bauchgefühl erklären und mich darin stärken, mein Ding zu machen ohne auf eine spezielle Erziehungsmethode angewiesen zu sein. Wenn ihr jetzt neugierig geworden seid, könnt ihr euch das Buch hier gerne bestellen. Wenn ihr auf den Link klickt wird das Buch für euch nicht teurer, Amazon bezahlt aber eine kleine Provision an mich, womit ihr unseren Blog unterstützen könnt.



Von uns bekommt das Buch also 5 von 5 Abbys.



Eure Dini

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1 Kommentare

  1. Ich habe das Buch auch gelesen und im Schrank stehen. Mich erreicht Herr Grewe mit seinen Ansichten nicht… Das hat aber nicht nur mit dem Inhalt des Buches zu tun, sondern über andere berichte, die ich von ihm gelesen habe. Seine Ansichten passen nicht zu uns und unserer Vorstellung von einem Hund-Mensch-Team.

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

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