Hundetraining ohne Worte [Werbung]

by - Freitag, Juli 28, 2017



Hallo ihr Lieben,

wenn Abby gestresst ist, dann kann man nicht viel tun außer irgendwie bei ihr sein und verstehen, dass sie gerade nicht "Sitz" und "Platz" machen kann. Auch ein "Hier" ist in solchen Momenten nicht möglich. Aber nicht, weil sie nicht will, sondern weil sie es nicht kann. Sie macht das also nicht aus böser Absicht. Um ihr dennoch irgendwie helfen und zu ihr vordringen zu können, habe ich ein Buch gelesen. Ob uns das helfen konnte, verraten wir euch natürlich gerne.

Hundetraining ohne Worte - Führen mit der leeren Hand


Das Buch wurde von Liane Rauch geschrieben und ist im Ulmer Verlag erschienen. Das Buch ist im Softcover gehalten und besitzt 95 Seiten. Doch schon der Platz auf dem Umschlag wird gut genutzt. Dieser ist nämlich aufklappbar und man erhält hier schon die ersten Informationen.

Im Buch direkt werden dann die Bereiche Konditionierung, Generalisierung, Erziehung und Beziehung besprochen und in einzelne Kapitel unterteilt. Schon ganz am Anfang wird klar, was das Ziel des Buches sein soll: Das führen des Hundes durch die leere Hand. Dabei soll die Aufmerksamkeit des Hundes auf die leere Hand, statt ein Leckerchen gerichtet werden.

Das Buch ist ein Mix aus Erklärungen, Anleitungen und Erfahrungsberichten, die den Texten immer wieder untergestreut werden und verdeutlichen sollen, wie erfolgreich diese Art des Trainings ist. Bei diesen Erfahrungsberichten handelt es sich ausschließlich um positive. Es wird nicht erwähnt, dass das Training nicht funktioniert wird und dass es einen Hund gab, der drauf nicht angesprungen ist. Vielmehr soll es sich für Welpen, genau so wie für Tierschutzhunde und Hundeopis eignen.



Das Training mit der leeren Hand kann man unter anderem einsetzen um das Leinelaufen zu verbessern, Leinenpöbelei abzugewöhnen und für das allgemeine Zusammenleben, wie das Fußlaufen ohne Leine. Aber auch beim Überqueren der Straße soll es hilfreich sein. Ich weiß ja nicht, wie das bei euch ist, wir lassen Abby am Straßenrand bei uneinsichtigen Straßen immer absetzen und laufen dann in Ruhe rüber. Also, so der Plan. In Wirklichkeit prescht Abby jedes Mal los und will schnellstmöglichst über die Straße rennen. Das ist natürlich ungünstig. Mit dieser Methode soll es dann möglich sein dem Hund die Hand vor die Nase zu halten und der Hund folgt dieser dann ruhig und anständig, bis man auf der anderen Straßenseite ankommt. Durch die gut ausgearbeitet Konditionierung ist auch kein Leckcherchen nötig. Natürlich könnte man für unsere beschriebene Situation auch einfach ein Leckerlie in die Hand nehmen und den Hund drüber führen. So machen wir das bisher. Frau Rauch bemängelt aber, dass der Hund dann nur dem Leckerchen hinterher läuft und sich nicht an uns orientiert. Bis hierhin habe ich ihr folgen können und ihren Ansatz auch verstanden. Gerade für das Straße überqueren werden wir diese Variante, wohl auch einmal ausprobieren.

In der zweiten Hälfte des Buches ging es dann aber eher um das allgemeine Zusammenleben und das Aufzeigen, warum es überhaupt zu Verhaltensauffälligkeiten kam. Frau Rauch behauptet, dass nicht hörende Hunde, wie Leinenpöbeler und jagende Hunde, keine Beziehung zu ihren Besitzern haben. Ihnen ist es sogar egal, mit wem sie abends auf dem Sofa kuscheln.



Das Wort "Beziehung" definiert sie mit "Achtung und Respekt". Und Hunde kommunizieren alleine über Blickkontakt. Das missverstehen die meisten Menschen. So berichtet sie von einem Erlebnis, bei dem ein Hund einen anderen Hund schickt, etwas zu tun. Das hat er "nur über Blickkontakt" gemacht, nicht aber mit Körpersprache. Dieser Hund "Stand nur fest auf ihren vier Pfoten und schaute ihn an." An der Stelle habe ich die Augenbraue schon sehr gehoben. Natürlich kommunizieren Hunde auch über Blickkontakt, wenn der Hund aber gerade und groß da stand, ist das in meinen Augen die Körpersprache, die hier entscheidend ist zusammen mit der Persönlichkeit des Hundes.

Die nachfolgenden Kapitel beschäftigen sich dann mit dem Verhalten draußen. Auch das Problem an fremden Hunden vorbeizugehen oder Fressen vom Boden wird thematisiert. Allerdings wird hier eher auf den Blickkontakt eingegangen, statt die leere Hand zu nutzen. Da habe ich dieses Hilfsmittel sehr vermisst.

Danach werden noch Spiele für den Hund aufgeführt. Diese kamen mir aber größtenteils alle sehr bekannt vor, waren sie so oder in abgewandelter Art schon in Mein Einstein auf vier Pfoten abgedruckt.

Das letzte Kapitel wurde für uns dann noch einmal richtig interessant, dort ging es nämlich um nervöse Hunde und wie diese Art des Trainings diese Hunde unterstützten kann. Leider hat Frau Rauch hier einen Hintergedanken, der sich mir so gar nicht erschließt und weswegen ich diese Trainingsmethode meinem Hund nicht vorschreiben werde. Ihrer Aussage nach eignet sich das Training mit der leeren Hand nämlich, damit der nervöse Hund müde wird und dann schlafen kann. Davon, die Ursache für das nervöse Verhalten zu finden, redet sie leider nicht.

Somit muss ich sagen, war ich von dem Buch eher enttäuscht. Frau Rauch arbeitet als Hundetrainerin in ihrer Hundeschule und konnte damit angeblich vielen Hunden helfen, was ich auch gar nicht bezweifeln möchte. Dennoch hat sie in ihrem Buch Behauptungen aufgestellt, denen ich so nicht glauben kann und ihre Worte daher auch nicht verstehe. Dann bei nervösen Hunden zu behaupten, dass man sie müde machen muss, damit sie schlafen, hinterlässt zusätzlich einen faden Beigeschmack. Dennoch bin ich der Meinung, dass man sich aus jedem Buch etwas mitnehmen kann und so wird das bei uns das Überqueren der Straße sein, was wir nach diesem Vorbild aufbauen werden. Von uns gibt es an dieser Stelle daher 2 von 5 Abbys.



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Eure Dini

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