Was wir heute anders machen würden.

by - Freitag, Juli 14, 2017



Hallo ihr Lieben,

ich bin gerade vom Einkaufen wieder gekommen und habe dabei eine Szene beobachtet, die mir aus Abbys Welpenzeiten noch recht bekannt vorkam. Ein kurzes Lächeln huschte über meine Lippen und dann ein lauter Seufzer mit den Gedanken "Das wird dir so viel Ärger später einbringen". Gerade als Ersthundebesitzer will man alles richtig machen, liest vorher etliche Hunderatgeber, informiert sich und tut und macht. Und dennoch stellt man nach einigen Jahren fest, dass man ganz schönen Mist verzapft hat. Ob noch einmal ein Welpe bei uns einziehen wird, weiß ich nicht. Wenn, dann werden wir einige Dinge auf jeden Fall von Anfang an anders machen.

Was wir heute anders machen würden.


1. Geschirr statt Halsband

Ein gebranntes Kind spielt nicht mehr mit Feuer. So ist das mit uns und den  Halsbändern wahrscheinlich auch. Abbys Schilddrüse ist angegriffen und diese sitzt an ihrem Hals, genau wie die Halsbänder. Woher die Auto.Immunerkrankung bei Abby kommt, weiß man nicht. Allerdings darf sie jetzt keine Halsbänder mehr tragen, weil diese eben auf die Schilddrüse drücken (können) und das Organ zusätzlich schädigen. Wenn ich jetzt bedenke, wie sehr Abby immer an der Leine gezogen hat und wie das Halsband dann wohl auf die Schilddrüse gedrückt hat, da wird mir ganz anders. Da ich das nicht noch einmal riskieren möchte wird es, besonders in Welpenzeiten, kein Halsband mehr geben. Wenn der Hund leinenführig ist, dann kann man für besondere Anlässe einmal darüber nachdenken, aber nicht früher.

2. Ruhetraining

Wir haben Abby als Welpen zwar nie übermäßig beansprucht oder sie stundenlang hinter einem Ball herrennen lassen, dennoch haben wir auch nicht explizit mit ihr Ruheübungen gemacht. Das wird uns jetzt teilweise zum Verhängnis. Ruhen in fremden Situationen hat sie nie gelernt und hat deswegen sicher noch zusätzlich Probleme mit dem Entspannen. Das sind Mutmaßungen, kein Wissen, dennoch würde der nächste Welpe vom ersten Tag lernen, sich zu entspannen und zwar auf einer Decke. Auf dieser Decke müsste der Welpe dann auch lernen zu bleiben, wenn es klingelt und Besuch kommt. Das sind leider Dinge, die wir bei Abby total verschlafen haben, bzw. sich mit der Zeit schleichend verschlimmert haben. Natürlich steht das jetzt auf dem Trainingsplan, aber Dinge, die sich ein Hund erst einmal angewöhnt hat, sind schwer wieder abzutrainieren und brauchen Zeit. Deswegen: Beim nächsten Mal soll das von Anfang an trainiert werden.



3. Hundebegegnungen an der Leine

Die Szene, die ich vorhin gesehen hatte: Ein Labbiwelpe, vielleicht 5-6 Monate alt, also schon etwas größer, bellte bei jeder Hundesichtung, hing sich in die Schleppleine und war total aufgeregt. Dann hat er sich auf den Boden gepresst und wollte unbedingt zu jedem Hund. Das war etwas, was Abby auch immer gemacht hat und auch, wenn ich nicht jede Hundebegegnung zugelassen habe, so hat sie auch nie wirklich gerlernt, dass sie auf mich in solchen Situationen zu achten hat. Ich dachte vor ein paar Jahren, dass ich  sie zu so etwas sowieso nicht bekomme. Jetzt weiß ich mehr über Hundeerziehung und wie es wirklich geht und weiß genau, wie ich es nun aufbauen würde. Natürlich soll das Hundekind Hundekontakte haben und erst gestern habe ich beim Gassi gehen wieder gemerkt, wie gerne sie auch mit anderen Hunden spielt. Aber dennoch sind Hundekontakte an der Leine tabu.


4. Impulskontrolle

Genau da rein spielt nämlich die Impulskontrolle. Vor Abbys Anschaffung hätte ich nie gedacht, dass dieses Thema so wichtig ist und hätte wohl schon eher nach einem Buch danach gesucht, welches ich jetzt endlich gefunden habe - aber es zeitlich noch nicht lesen konnte. Eine Impulskontrollübung haben wir von Anfang an mit Abby gemacht: Sie muss auf die Freigabe ihres Futters warten, bis sie ran darf. Das haben wir tatsächlich von Tag 1 an gemacht und das klappt ohne Probleme. Wir hatten es schon ein paar Mal, dass ich vergessen hatte, ihr Futter freizugeben und irgendetwas gemacht habe und mich dann gewundert habe, dass Abby noch nicht gefressen hat.
Aber Impulskontrolle ist noch viel mehr als das. Und umso eher man mit diesem Training anfängt, umso besser ist es für den Hund. So lernt er nämlich auch Frust auszuhalten. Das muss der Minimensch jetzt auch schon lernen. Was soll ich jemanden erst alles erlauben und dann, wenn er groß ist, verbieten?


5. Futter

Als Abby von ihrer Züchterin kam hat sie uns empfohlen, die ersten Monate Trockenfutter zu geben, da das Barfen eines Welpen wohl einiges an Wissen erfordert. Das hatte ich damals nicht und habe deswegen richtig gehandelt und ein Trockenfutter genommen. Jetzt würde es das nicht mehr geben oder anders: Wenn, dann gäbe es ein gutes, hochwertiges Trockenfutter. An sich mache ich für Abby jetzt so viel selber, auch die Leckerchen. Umso mehr ich mich mit dem Thema Ernährung beschäftige, umso weniger Fertigprodukte kaufe ich und bei dem nächsten Welpen gäbe es von Vornherein kein Fertigkrams mehr.

Das sind jetzt nur 5 Dinge, die mir eingefallen sind. Umso mehr ich darüber nachdenken würde, umso mehr würde mich sicher auch einfallen. Das sind aber die 5 Hauptpunkte von denen ich weiß, dass sie unser Leben jetzt um einiges vereinfacht hätten. Vielleicht ist unter euch ja der ein oder andere Welpenbesitzer, der noch einen neuen Input bekommt. Und für alle, die auch schon einen Hund groß gezogen haben: Was würdet ihr jetzt anders machen?

Ich freue mich schon auf eure Antworten.

Eure Dini

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14 Kommentare

  1. Ich kann als Antwort nur auf einen meiner Blogbeiträge verweisen .😁 Da habe ich mich ausführlich dazu geäußert . https://today2dogs.wordpress.com/2017/05/12/neuer-hund-neues-glueck/ Ich war unglaublich optimistisch, dass ich alles besser mache wenn Jussi einzieht. Manche Punkte habe ich sicher besser gemacht , aber ehrlich gesagt ich habe neue Fehler gemacht , die ich heute nie wieder machen würden wollen , aber ich weiß genauso dass ich bei Hund Nr.3 wieder andere Fehler machen werde .😉
    LG Lily

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    1. Oh wie großartig, den Artikel werden wir dann gleich mal lesen.

      Ja das stimmt, beim 2. macht man dann andere Fehler, die man beim ersten Mal nicht gemacht hat :D Wir Menschen sind eben nicht perfekt ;)

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  2. Rückblickend würde ich bei jedem unserer Hunde etwas anders machen - meistens sind es aber eher Kleinigkeiten die auch sehr Charakterabhänig waren / sind. Ich habe gelernt, dass nicht alles für jeden Hund funktioniert.

    Das mit Halsband und Geschirr ist z.B. eine interessante Sache - seit es Geschirre gibt (bei Dingo und auch Lady im Welpenalter war so etwas noch nicht sehr bekannt, geschweige denn zu kaufen). Aber auch Lady hat noch ein Geschirr bekommen und kam super damit aus. Daher war es für mich keine Frage, Damon, Laika und auch Cara bekamen ein Geschirr. Allerdings war es für Cara keine gute Wahl. Sie hat sich am Halsband immer besser und sicherer gefühlt ... und es hat lange gedauert, bis ich es (mehr durch Zufall) herausgefunden habe. Heute kann sie auch entspannt am Geschirr laufen - aber am Anfang war es für sie ganz schlimm.

    Auch bei der Fütterung waren unsere Hunde alle so verschieden - für Laika wäre echtes BARF die schlechteste Wahl gewesen - aber wer kommt schon darauf, dass er einen Hund hat, der Fleisch nur schlecht verwerten kann.

    Da wir auch hier in der neuen Heimat sehr große Gebiete haben in denen ganzjährige Leinenpflicht herrscht ist für uns z.B. wichtig, dass ein Kontakt auch an der Leine stressfrei möglich ist. Die Hunde sollen wissen, wir sind ihr Rückzugsort … aber auch, dass sie diesen auch bei anderen Hunden akzeptieren. Bei Cara klappt das leider nicht – denn sie war der erste Hund, bei dem ich darauf geachtet habe, dass sie Kontakte an der Leine nicht kennenlernt. Damon hingegen hat kein Problem damit und ihm ist es dabei auch egal, ob nur er n der Leine ist oder auch der fremde Hund.

    Du siehst – alles hat mehrere Seiten. Daher achte ich heute wieder viel mehr darauf, was meinen Hunden jetzt gut tut und nicht so sehr darauf, was einem meiner anderen Hunde gut getan hat (auch wenn diese Erfahrungen natürlich nicht ganz schlecht sind).
    Ich gebe also zu, auch ich würde gerne alte Fehler vermeiden - aber immer wird es sicher nicht klappen, weil manche alten Fehler für neue Hunde eben auch der richtige Weg sein können ;)

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Damon und Cara

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    1. Da hast du Recht. Was bei dem einem gut klappt, muss bei dem anderen nicht der Fall sein. Hunde sind eben genau so unterschiedlich wie wir Menschen!

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  3. Ein ganz toller Beitrag und ich muss zugeben, dass ich mich darin wiedergefunden habe. Das Verhalten des beschriebenen Labbis hat Loki ja zum Teil auch. Wie habt ihr das bei Abby ändern können? Da wir ja auch Impulskontrolle üben würde es mich sehr interessieren, welches Buch ihr dazu habt?!

    Liebe Grüße
    Katarina

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    1. Naja, Abbys "ich will zu allen hinrennen"-Gezerre änderte sich dann schlagartig irgendwie in ein "Hau bloß ab!". Und inzwischen trainieren wir an der Leinenaggression und deswegen lernt sie auf mich zu achten.

      Das Buch heißt direkt "Impulskontrolle Wie Hunde sich beherrschen lernen". Aber wie gesagt, ich konnte es noch nicht lesen. Es soll wohl aber seeeehr gut sein. Deswegen hab ichs bestellt :)

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    2. Oh, das hab ich schon auf amazon gesehen. Bin da immer etwas skeptisch, weil ich die meisten hunderatgeber bisher zu oberflächlich fand

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    3. Wir werden berichten wie es ist, wenn wir es gelesen haben. Aber allein anhand der Dicke des Buches kann es eigentlich nicht oberflächlich sein. :)

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  4. Bei der Impulskontrolle musste ich herzlich lachen, denn so geht es mir meist auch. Wir essen oft gemeinsam. Kathy liegt in ihrem Korb, weil man will ja das Komando nicht verpassen, und ich esse dann schon genüsslich. Irgendwann fragt mich dann der Lieblingsmensch, ob der Hund heute nichts bekäme. :D
    Nach unserer These sind wir ganz tolle Hundeeltern, denn ich sorge dafür, dass immer essen im Haus ist und der Mann sorgt dafür, dass sie immer zu Essen bekommt.

    Ansonsten kann ich nur sagen, dass ich das Meiste auch recht schnell lernen musste. Geschirr leider nicht. Das ist immer noch ein rotes Tuch aus Hundeaugensicht. Für den Tagesbedarf ist sie am Halsband, aber auch nur kurze Strecken an der Leine. Was du aber schreibst ist plausibel und schon allein, deswegen würde ich es bei einem Welpen genauso machen. :-)

    Liebe Grüße,
    Yvo & Kathy

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    1. Schön, dass wir da nicht die einzigen sind, die das Auflösezeichen manchmal vergessen.

      Ja ich bin da glaube ich seeehr pingelig inzwischen. Wobei, wenn der zweite Hund keine Probleme mit der Leine hat, vielleicht vergehen meine Sorgen dann wieder. Man soll ja niemals nie sagen ;)

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  5. Ein ganz toller Beitrag. Und auch ich hab mich vor dem Einzug von Hazel gefragt, worauf will ich diesmal auch mehr Wert legen, was habe ich bei Emmely falsch gemacht bzw versäumt.
    Und soll ich dir was sagen - auf ein paar Dinge habe ich mehr geachtet, auf ein paar Dinge dafür weniger-- auch ein Grund warum Hazel zb immer noch Leute anspringt - weniger zwar - aber bei Emmely war das von Anfang an einer der wichtigsten Regeln - gerade wegen dem therapeutischen Hintergrund. Und viele Dinge sind bei Hazel ganz anders als bei Emmely. Und soll ich dir was verraten? Auch beim dritten Hund wird es wieder Dinge geben, die ich anders als bei Emmel und Hazel gemacht habe ;-)
    Man lernt schließlich nie aus!
    Liebe Grüße
    Lizzy mit Emmely und Hazel

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    1. Das ist das Schöne: Man kann gar nicht alles perfekt machen und hat ein Leben lang zum üben :)
      Dann bin ich ja mal gespannt wie bei euch der Dritte Hund dann ist ;)

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  6. Ich gebe offen zu, dass ich mir diese Gedanken noch nicht gemacht habe. Ich hatte aber noch nie einen Welpen und wahrscheinlich werde ich auch keinen Welpen haben. Und Socke hat schon recht viel gekonnt, ist ein toller Hund und zeigt uns eigentlich immer nur, was ein Hund alles können kann.

    Daher kommt es mir viel öfter über die Lippen, was ich einem weiteren Hund auf jeden Fall gerne beibringen möchte, weil es das Zusammenleben mit Socke so unglaublich erleichtert…

    Ich möchte ihm das Autofahren, das stundenweise Alleinbleiben, die Fellpflege und entspannte Arztbesuche beibringen. Ich möchte alles für eine gute Leinenführigkeit tun….

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

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    1. Da hast du echt Glück gehabt.
      Ich bin mir sicher, dass du diese Dinge den Hunden auch ganz wunderbar beibringen kannst. Aber jetzt macht Socke dein Leben erst einmal schön <3

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