BARF - Biologisch Artgerechtes Rohes Futter von Swanie Simon

by - Donnerstag, September 07, 2017



Hallo ihr Lieben,

heute stellen wir euch auch schon das letzte unserer 3 Barf-Bücher vor, wobei dieses eher eine Broschüre, als ein Buch ist.

Der Klassiker von Swanie Simon

Wenn man das erste Mal mit der Rohfütterung in Kontakt kommt, wird einem oft zu dieser Broschüre geraten. Sie wurde von Swanie Simon im Verlag Drei Hunde Nacht veröffentlicht und kostet 5 Euro. Von vielen wird sie für den perfekten Einstieg in die Rohfütterung empfohlen.

Ich muss gestehen, dass ich diese Broschüre auch gekauft hatte, als Abby bei uns eingezogen ist und habe sie damals aber ganz schnell wieder zur Seite gelegt. Hatte ich noch die Worte im Ohr "Mach dir das nicht so kompliziert, nur Fleisch füttern und Zusätze dazu. Das reicht". Und dann bekommt man es auf einmal doch anders erklärt. Deswegen lag sie bei uns dann lange rum, bevor ich sie jetzt noch einmal hervorgekramt und auch wirklich gelesen habe!

Der erste Eindruck

Also eines hatte ich gleich gelernt: Wer auf "Füttere Fleisch und ein paar Zusätze" hofft, der ist bei dieser Broschüre falsch. Swanie Simon erklärt einem gleich im Vorwort, dass barfen nicht schwer ist und erläutert einem, warum die Meinungen von Barfern ganz oft als fanatisch rüberkommen und dass das aber eigentlich nicht nötig ist. Barfen soll den Hund gesund ernähren und ihm und seinem Halter ein gutes Gefühl geben. Mehr nicht. Barfen möchte nicht die Welt an sich reißen, es möchte niemanden zwingend überzeugen, es soll einfach nur einfach sein. Das trifft sie sehr schön in einem kurzen Absatz: "Barfen ist leicht. Barfen ist keine Religion. Barfen ist einfach nur Hunde füttern. Es besteht kein Grund ein Brimborium drum zu machen." (Seite 9). Aber kein Brimborium zu machen heißt nicht, sich nicht intensiv mit dem Thema zu beschäftigen. So erklärt sie nämlich während ihres Buches, dass es unmöglich ist einen Ernährungsplan für alle Hunde zu erstellen, da jeder Hund verschieden ist. Die "Standardbroschüre" dient hauptsächlich gesunden Hunden und deren Haltern, einen Plan zu erstellen.

Dafür nimmt sie den Leser aber später an die Hand und zeigt ganz deutlich auf, wie man einen solchen Futterplan erstellt. Dafür gibt es verschiedene Tabellen, in denen man die Rechnungen nachvollziehen kann, die für verschiedene Gewichtsklassen grob erstellt wurden. Dann geht es in den Feinschliff des Plans, welcher anhand eines Beispiels Stück für Stück aufgezeigt wurde. Diesem kann man sehr gut folgen und weiß nun schon einmal, wie so ein Plan aussehen soll. Was in dem Plan genau drin steht, das weiß man zu dem Zeitpunkt noch nicht. Das erklärt Swanie Simon nämlich im Anschluss. Hier geht sie ausführlich auf die einzelnen Futterbestandteile ein, erklärt zum Beispiel auch, dass Fleisch gar nicht mager sein muss sondern am besten einen Fettanteil von 15-25% haben sollte. Nach jedem Futterbestandteil gibt es dann noch die Antwort auf häufige Fragen, die wirklich als "FAQ" aufgebaut sind. So hat man schnell noch einmal die Antwort auf die Frage die man sucht im Blick und muss keinen langen Fliestext lesen. Dies hat sie auch sehr ausfürhrlich für Vitamine und Mineralien gemacht, so dass man am Ende keine Unklarheiten zu den einzelnen Futterbestandteilen, wie Öle und Fette, Vitamine A, B, C, D, E, K, Calcium, Chrom, Cobald, Selen und Magnesium hat. Aber auch alle anderen werden sehr genau erklärt.

Außerdem werden in dem Buch auch Kräuter angesprochen und es gibt sogar 3 Rezepte, die man zu Hause nach"kochen" kann. Die Rezepte dienen zur Blutreinigung, bei Magen-Darmverstimmungen und es gibt einen Hustensyrup.

Am Ende der Broschüre erklärt Swanie Simon dann noch einmal die NRC-Werte, nach denen viele Ernährungspläne erstellt werden. Sie erklärt logisch nachvollziehbar, warum sie diese nicht für sinnvoll erachtet, erklärt aber trotzdem grob das Prinzip dieser Rechnungen. Damit auch diejenigen bei der Broschüre auf ihre Kosten kommen, die gerne nach NRC-Werten rechnen würden, hat sie 10 Seiten lang Tabellen mit den verschiedenen Werten abgedruckt.

Was hat uns besonders gut gefallen?

So unlogisch, wie ich die Broschüre vor vielen Jahren fand, ist sie gar nicht. Im Gegenteil. Sie ist sehr einfach geschrieben, ohne dabei unwissend zu wirken. Man bekommt ganz viele Informationen und Hintergrundwissen an die Hand, damit man seinen Hund zukünftig auch gut roh ernähren kann. Dabei spricht Swanie Simon oft von ihren eigenen Erfahrungen, die sie in den letzten 30 Jahren gesammelt hat.

Dass Swanie Simon mehr als überzeugt von dem Barfen ist, das erkennt man auch daran, dass sie Aufklärungsarbeit über Fertigfutter leistet. Sie erklärt, warum Trockenfutter für den Hund nicht gut sein kann. Kein Lebewesen auf dieser Welt ernährt sich so, dass jeden Tag alle Nährwerte gedeckt sind. Das ist in freier Wildbahn für kein Tier möglich, auch wir Menschen tun das nicht. Warum sollte das die Futtermittelindustrie dann können, beziehungsweise wieso brauchen es dann unsere Hunde? Eine ausgewogene Ernährung mit viel Abwechslung ist das, was die Hunde gesund erhält. Sie geht aber auch darauf ein, dass die Futtermaterialien, die wir heute zu kaufen bekommen, aus diversen Gründen nicht mehr so hochwertig sind, wie sie es vor vielen Jahren noch waren. Daher rät sie auch in einem gewissen Maße zu Ergänzungsmitteln und gibt einem hier Tipps, damit der Hund weiterhin gesund leben kann. Sie stößt einen sachlich mit der Nase auf die Tatsache, dass ein Organismus knapp 10.000 Jahre benötigen würde um sich an eine neue Ernährungsform umzustellen. So sind in der Vergangenheit verschiedene Tierarten entstanden, sie haben sich entwickelt. Unsere Hunde bekommen in den letzten 60 Jahren Trockenfutter, was eine völlig andere Art der Ernährung ist und sollen diese ohne die Entwicklungszeit verdauen können.

Was ich auch sehr toll an dem Buch fand war, dass man eine Liste aller Lebensmittel an die Hand bekommen hat, die ein Hund fressen kann. Angefangen von den Fleischsorten, über Obst und Gemüse bis hin zu den Milchprodukten. Somit hat man in der Broschüre wirklich alles zusammengestellt, was man benötigt um den Hund roh ernähren zu können.

Was hat uns nicht gefallen?


Während des Lesens sind mir zwei Dinge aufgefallen, die mich stutzig gemacht haben und an der Stelle gerne mehr Informationen bekommen hätte.

Zum einen ist das die Aussage, dass verendete Haustiere zu Fleischmehl verarbeitet werden und dann im Trockenfutter bei den Hunden wieder landen. Hierfür hätte ich mir an der Stelle Quellen gewünscht, bei denen ich dies nachgelesen hätte. Ob das so an sich in der heutigen Zeit noch stimmt, weiß ich nicht und würde deswegen da gerne recherchieren. Aber ad hoc findet man nur alte Artikel zu diesem Thema.

Das zweite was mir etwas Bauchschmerzen bereitet hat war die Aussage, dass man Schweinefleisch durchaus auch Hunden füttern kann. Der Grund, warum man dies eigentlich nicht tun soll ist, dass mit dem Aujeszky Virus verseuchtes Fleisch zum Tod des Hundes führen kann. Zwar gilt Deutschland inzwischen als frei von diesem Virus, es kommt aber immer mal wieder vor, dass Wildschweine sich damit anstecken. Daher finde ich, trotz des Hinweises, dass man das Fleisch immer gut kochen sollte, eher ungünstig. Auch wenn ich nicht alles auf die Goldwaage lege, man sollte lieber einmal mehr Vorsicht walten lassen.

Ansonsten ist die Broschüre wirklich sehr zu empfehlen und ich hätte mir nach dem Durchlesen durchaus zugetraut, einen Barfplan für Abby selber zu erstellen. Wenn ihr euch diese Broschüre jetzt auch kaufen möchtet, könnt ihr das gerne hier tun:



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Eure Dini

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1 Kommentare

  1. Das mit dem Schweinefleisch kann ich auch nur schlecht nachvollziehen. Die Gefahr ist einfach zu groß als das ich es riskieren würde. Ja Deutschland gilt als Aujeszky frei, allerdings eben nicht bei Wildschweinen und selbst bei Hausschweinen gibt es immer wieder fälle und sei es weil sie im Ausland geschlachtet und verarbeitet und eben dort kontaminiert werden.
    Aber so oder so, tolle Reihe! Danke für die Vorstellungen der Bücher :-)
    Ganz liebe Grüße Alex

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