Das solltet ihr über Osteopathie beim Hund wissen.

by - Dienstag, September 12, 2017



Hallo ihr Lieben,

in einigen Dinge sind unsere Hunde uns ähnlicher als wir denken. So können sie nicht nur ähnliche Krankheiten wie wir bekommen, sie leiden ab und an auch an Rückenschmerzen und anderen Problemen im Bewegungsapparat. Bei Abby hatte ich schon eine Weile das Gefühl, dass der mittlere Teil ihres Rücken verspannt ist. Jedes Mal, wenn ich sie dort in kreisenden Bewegungen gestreichelt habe, haben sich die Muskeln spürbar zusammengezogen. Das wollte ich untersuchen lassen und bin durch Zufall auf eine Tierosteopathin in Leipzig gestoßen, die gerade dabei war sich selbstständig zu machen.

Was ist Osteopathie?

Wir sind das erste Mal mit Osteopathie in Berührung gekommen, als der Minimensch recht schlecht geschlafen hat. Eigentlich bin ich niemand, der im Internet nach Hilfe sucht, ab und an hat man aber doch den ein oder anderen Tipp gelesen und oft fiel das Wort Osteopath. Diese würden Wunder bewirken können. Also hatten wir uns ein Rezept beim Arzt geholt, damit die Krankenkasse es übernimmt und ein paar Tage später hatte der Minimensch auch schon seine Behandlung. Viel gesehen hat man eigentlich nicht. Es sah ein wenig aus wie leichtes massieren. Die Osteopathin meinte, dass er ein paar Verspannungen im unteren Rücken gehabt hatte, mehr aber nicht. Das Schlafen hat es also nicht verbessert, dafür ist er an dem gleichen Abend aufgestanden und losgelaufen. Zufall oder nicht? Auf jeden Fall hatte ich eine positive Verbindung zur Osteopathie und so wollten wir das auch mit Abby versuchen.

Bei der Osteopathie ist es so, dass der Körper als Ganzes gesehen wird. Kein Symptom steht für sich, sondern alles beeinflusst sich in irgendeiner Art und Weise. Mit der Osteopathie kann man keine Krankheiten heilen, man kann den Körper aber unterstützen. Wenn bestimmte Muskeln verspannt sind oder Organe ein Problem haben, kann das mit den Händen der Osteopathen angeregt werden. Der Körper kommt dann wieder in Einklang und kann sich regenerieren.

Abby hatte nun 4 Behandlungen. In dieser Zeit hatte ich viel Zeit Nicole Röhrmann bei ihrer Arbeit zuzusehen. Dabei hat man ganz genau gesehen, wie Nicole an verschiedenen Punkten in Abbys Körper mit den Händen Muskeln und Gewebe bewegt hat. Auch ausgerenkte Wirbel musste sie ein paar Mal wieder einrenken.

Wie läuft eine Osteopathie-Behandlung ab?

Entweder die Osteopathin hat eine Praxis oder einen Behandlungsraum, oder sie macht Hausbesuche. Bei uns war letzteres der Fall. Wir hatten also den Termin ausgemacht und mussten einfach nur zu Hause sein. Da Abby zu der Zeit furchtbar gehaart hat, hab ich jedes Mal noch gefegt bevor Nicole kam. Aber mehr Vorbereitung brauchten wir nicht. Dann kam es jedes Mal ein kurzes Anamnesegespräch, was uns Sorgen bereitet, warum sie da ist und bei den Folgeterminen, ob sich etwas verändert hat. Beim 1. Termin hatte ich den steifen Rücken erwähnt und dass Abby in der letzten Zeit oft einen übersäuerten Magen hatte und sich deswegen echt oft übergeben hatte. Diejenigen unter euch, die uns bei Instagram folgen werden das sicherlich mitbekommen haben. Bei dem Übergeben war es egal wie spät es war. Manchmal zwei Stunden vor der Fütterung, manchmal mitten in der Nacht. Nicole meinte, sie guckt mal und fing dann an, Abbys Körper zu ertasten. Bei der besagten Stelle im Rücken guckte sie mich an und meinte, dass der Rücken wirklich hart ist. Und sie behandelte den so gut es ging. Am Ende der Behandlung hat sie mir dann erzählt, dass an dem Mittelstück des Rückens ganz viele Organe dran hängen, so auch der Magen und das Zwerchfell. Der Rücken war danach spürbar weicher und man konnte sie auch streicheln ohne das Gefühl zu haben, dass sie Schmerzen hatte.

Bei der ersten Behandlung wollten wir Abby erst einmal Raum geben und sehen, wie sie sich benimmt. Als ich mich ruhig aufs Sofa gesetzt hatte, war sie total aufgeregt und wollte nicht stillhalten. Als ich dann zu den Beiden mit auf den Boden gekommen bin und Abby ruhig zugesprochen habe, hat sie still gehalten. Jedes Mal, wenn Nicole empfindliche Stellen behandelt hat und sie das Gefühl hatte, es tut sich etwas, setzt sich Abby hin oder ging einen Schritt zur Seite. Bei den nächsten Behandlungen hatten wir dann den Dreh raus, dass Abby mit Leckerchen ganz toll stillhält. So gab es getrocknete Lunge quasi am Fließband und Abby lies sich überall ohne Probleme anfassen.

Bei der dritten Behandlung gab es einmal einen Moment, den ich immer noch schwer beschreiben kann. Kennt ihr das wenn man merkt, dass etwas in der Luft liegt? Das hatten wir einen kurzen Moment, dann seufzte Abby und Nicole meinte kurz darauf auch nur, dass das "Gut" war. Später hat sie mir erklärt, dass in genau diesem Moment das Zwerchfell sich komplett entspannt hat. Inzwischen hatten wir die vierte Behandlung und obwohl Abby in den Behandlungen davor immer noch einmal Probleme mit dieser mittleren Stelle im Rücken hatte, beim letzten Termin war alles okay. Der Rücken war nicht mehr verspannt, sonst zeigte Abby auch nichts was ihr Schmerzen und Unwohlsein verursachen könnte und so konnte Nicole nach ein paar Minuten auch wieder gehen.


Was hat sich nach den Behandlungen verändert?

Zu allererst hat Abby seit den Behandlungen sich noch genau einmal übergeben. Danach hatten wir mit dem Übersäuern keine Probleme mehr. Und das obwohl wir das Futter nicht gewechselt oder sonst etwas gegeben haben.

Der Rücken ist nicht mehr hart. Abby liegt gerne mal in Positionen, wo ich mich gefragt habe ob das bequem ist. Inzwischen weiß ich aber, dass der Rücken so geschmeidig ist, dass sie definitiv keine Schmerzen hat.

Was mir aber am erstaunlichsten aufgefallen ist waren Abbys Verhaltensveränderungen. Seit ihren Behandlungen hatte ich das Gefühl, dass wir Trainingsmäßig auch riesige Fortschritte gemacht haben, weil sie einfach anders ansprechbar war. Wir kennen das ja von uns, wenn wir Rückenschmerzen haben, dann können wir auch nicht so wie wir wollen. Da der Druck auf dem Rücken weggegangen ist, konnten wir auch anders ans Training gehen. Seit dem sind die Leinenpöbeleien spürbar weniger geworden.

Kann jeder Hund zur Osteopathie gehen?

Definitiv, ja! Die Hunde merken im Laufe der Behandlung, dass ihnen geholfen wird und die Osteopathen sitzen nicht starr an einer Stelle, sondern wandern mit den Hunden durch den Raum. Nicole hatte eine Hose mit Knieschonern drin. Dadurch war das Mitrutschen kein Problem. Wenn ihr Sorgen habt, dass euer Hund sich nicht entspannt kann ich euch sagen, dass ich das auch hatte. Und Abby hat immer toll mitgemacht. Sie hat es akzeptiert, dass jemand an ihr rum"streicht" und hat sich dann wirklich auch von sich aus hingelegt.

Wir können die Osteopathie bei Hunden sehr empfehlen. Jetzt haben wir drei Wochen Pause, bevor Abby noch einmal untersucht wird. Ich bin schon sehr gespannt, wie es ihr bis dahin geht und ob der Rücken wieder etwas verspannt wird. Seid ihr mit eurem Hund schon einmal beim Osteopathen gewesen oder ist das für euch interessant? Verratet es uns doch in den Kommentaren.

Eure Dini

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2 Kommentare

  1. Wir gehen mit unseren Hunden regelmäßig zur Osteopathie. Leona wegen ihren Knien und Leo wegen seiner krummen Pfote. Zusammen mit dem Unterwasserlaufband konnten wir Leona so bisher vor einer OP bewahren.
    Liebe Grüße
    Auenländerin

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    1. Das klingt großartig! Ich hoffe, dass ihr auch weiterhin um die OP kommt :)

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