Der erste Urlaub nach der SDU-Diagnose.

by - Montag, Oktober 02, 2017



Hallo ihr Lieben,

da sind wir wieder! Unser Urlaub ist vorbei und viele von euch wundern sich sicher, wie unser erster Urlaub mit Abby nach der Schilddrüseunterfunktion-Diagnose war. Geplant war eine schöne entspannte Woche mit viel wandern im Harz. Dafür hatten wir extra ein Paket der Harzer Wandernadel bestellt. Unser Ziel: 11 Stempel, weil es dann ein T-Shirt für den Minimenschen gibt. Unser Ergebnis? Das nahste was wir dem Harz kamen, waren die Harzer Brocken aus dem Supermarkt.

Was war passiert?

Dass es nicht ruhig und entspannt abgehen würde, das war uns klar. Allerdings hatte Abby inzwischen so große Fortschritte gemacht, dass wir Hoffnung hatten, dass das Wandern mit ihr eine gute Idee sein würde. Abby hat seit einigen Monate Probleme mit dem Autofahren, kaum ist sie in der Box, dreht sie ab. Sie jault, fiept,kommt nicht zur Ruhe. Wir hatten geplant, dass der Minimensch während unserer Fahrt Mittagsschlaf macht und wir dann den Nachmittag im Ferienhaus schon schön nutzen könnten. Naja, sein Mittagsschlaf ging nach einer 3/4 Stunde los, bis dahin hat Abby in der Box gejault. Dann war Ruhe und es machte sich doch so etwas wie Urlaubsfeeling breit. Aber leider nicht lange, nach einer weiteren 3/4 Stunde ging es wieder los und dieses Mal war es so schlimm, dass der Herzensmann teilweise sogar die Konzentration verlor und einen Weg falsch nahm. Wir schafften es dann doch zum Ferienhaus. Jetzt wusste ich, stand eigentlich der schwierigste Part: Wie würde Abby auf die neue Umgebung reagieren? Das war das, was beim letzten Urlaub so unerträglich machte. So ließen wir Abby erst einmal auf das Grundstück, das erste was einem über den Weg lief waren Hühner, dann kam das Haus und dahinter ein Zaun zu den Ziegen, die man nicht sah. Der Herzensmann hatte den Minimensch zu sich genommen und ich bin mit Abby an der Leine erst einmal über das Grundstück gelaufen. Das hatte bei einem Spaziergang gut geklappt und ihr Sicherheit gegeben. Irgendwann gingen wir dazu über, den Weg immer so weit auf und ab zu gehen, wie sie noch nicht das Jaulen und Fiepen anfing. Das ganze ging 2 Stunden so, dann war ich fertig mit den Nerven, hatte schon Schmerzen in den Fingern vom Leineziehen und die ersten Blauen Flecke. Ich machte Abby ab und ließ sie alleine gehen, auch ins Haus. Für mich war der Urlaub schon gelaufen, ich saß heulend in der Küche und der Entschluss stand, dass Abby von nun an nicht mehr mit uns in den Urlaub kommt, weil es für sie mehr Streß als Entspannung ist. Auch haben wir schon überlegt, wann wir wieder nach Hause fahren, nach 1 Nacht oder geben wir dem Urlaub doch 3 Nächte? Nach weiteren zwei Stunden war es dann aber doch so, dass Abby sich ablegte. Wahrscheinlich, weil sie fix und fertig war. Aber sie lag in unserer Nähe und schlief. Von Panik, Streß und Hecheln nichts zu sehen. Sollte es wohl doch besser werden als jetzt befürchtet?



Am nächsten Tag mussten wir einkaufen. Aus letztem Jahr haben wir gelernt und versuchten gar nicht erst, Abby alleine zu lassen und nahmen sie mit und sie sollte im Kofferraum warten. Kaum war sie wieder im Auto, flieppte sie wieder aus. Und man sitzt vorne und kann einfach nichts machen. Keine schöne Situation, kann ich euch sagen. Wieder im Ferienhaus angekommen, nahm ich mir das Buch zur Hand, welches ich im Urlaub zur Rezension lesen wollte. Zu viel möchte ich euch noch nicht darüber verraten, aber dieses Buch hat uns den Urlaub gerettet! Ohne Schmu, ohne dieses Buch wären wir sicher spätestens nach zwei Tagen nach Hause gefahren. Aber es hat alles gerettet. Wir stellten aber unsere Pläne erneut um. Zum Harz würden wir jedes Mal eine Stunde fahren, für uns war das in der Planung okay, nun in der Realität aber nicht umsetzbar. Deswegen suchten wir Wanderwege in der näheren Umgebung und unser toller Vermieter gab uns zahlreiche Tipps, wo der Hund auch ohne Leine laufen könnte.



So ging es zu einigen Wanderungen, allerdings waren die nie so lang, wie wir eigentlich wollten. Wer kommt denn auch auf die blöde Idee mit einem zwei jährigen wandern gehen zu wollen? Er wollte nämlich nicht laufen und schrie lieber den ganzen Wald zusammen. Aber hierfür wurde Abby dann unsere Rettung. Er rannte dann nämlich mit ihr vorneweg und die zwei versteckten sich im Gebüsch oder hinter Bäumen. An sich sind wir alle in dem Urlaub wieder viel mehr zusammengewachsen. Abby wich mir nie von der Seite, legte sich sogar beim Frühstücken auf der Sitzbank hinter mit und kuschelte sich an mich, keine Nacht schlief ich mit kaltem Rücken oder Bauch und irgendwann machte Abby dann bei dem Minimenschen im Bett mit Mittagsschlaf. Das Bett war dort groß genug, blöd dass das zu Hause noch nicht geht. Aber der Kleine hängt jetzt viel mehr an ihr und jedes Mal wenn ich etwas von MEINER Abby erzähle, berichtigt er mich, dass es ja SEINE Abby ist.

Nachdem die ersten Anfangsschwierigkeiten überstanden waren, sind Abby und ich täglich mehrmals vom Haus aus kurz aufs Feld gegangen. Das fing quasi direkt an unserem Haus an und so bin ich teilweise sogar komplett ohne Leine und Geschirr mit ihr los. Wir waren beide so wahnsinnig entspannt und wussten, dass wir beide uns blind aufeinander verlassen konnten, dass alle Probleme wie in Luft aufgelöst waren. So war ich nach der Woche auch echt wieder richtig traurig, dass wir wieder zurück in die Großstadt mussten. Hier ist wieder alles anders, hier können wir nicht einfach so los, sondern müssen auf Autos und andere Hunde achten. Aber irgendwann, ja irgendwann ziehen wir auch wohin, wo wir vom Haus aus schön laufen können.



Unser Urlaub war also (wieder einmal) anders als geplant, stellte sich aber als wunderschöner Urlaub heraus, der unser Vertrauen wieder gefördert hat. Wenn ihr auch so einen tollen Urlaub haben wollt, sagt Bescheid und ich kann euch im Kyffhäuserkreis ein tolles Ferienhaus empfehlen.

Eure Dini

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4 Kommentare

  1. Oh wie krass! Das klingt ja, trotz Happy End, schon ziemlich anstrengend. Die panische Angst vor dem Autofahren hatte Loki anfangs auch. Dazu hatten wir auch mal einen Blogbeitrag geschrieben. Da fühlen wir mit euch! Aber super süß, der Minimensch ❤

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  2. Ich muss gestehen, am meisten freue ich mich, dass der Urlaub nach den anfänglichen Problemen dann doch noch so toll geworden ist und dass Du so hilfreiche Lektüre hattest. Besonders schön, dass auch Abby entspannen konnte und ihr es gemeinsam geschafft habt.

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Damon und Cara

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    1. Danke dir! Ja, sie hat das dann wirklich super gemacht. Ich bin auch richtig stolz auf sie!

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  3. Schön, dass es trotz anfänglichen Schwierigkeiten doch noch gut geworden ist. Ich freue mich für euch und hoffe, dass euer gemeinsamer Weg alle Herausforderungen meistert :)

    Liebste Grüße
    Dani mit Inuki und Skadi

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