So funktioniert Geocaching mit Hund!

So funktioniert Geocaching mit Hund!

Hallo ihr Lieben,

habt ihr schon einmal von Geocachen gehört? Auf dem ein oder anderen Hundeblog liest man immer wieder davon. Bei Shiva Wuschelmädchen zum Beispiel. Sie ist begeisterte Geocacherin und verrät euch heute, was es mit dem Cachen eigentlich auf sich hat.

Ein ganz toller Gastbeitrag

Als mich Dini
fragte, ob ich mal einen kleinen Bericht über Geocaching mit Hund schreiben
möchte, habe ich natürlich begeistert zugesagt. Schließlich ist Geocaching eine
ganz tolle Beschäftigung und ein wunderbares Hobby für Mensch und Hund.

Was ist Geocachen?

Kurz gesagt: Wir
suchen mit millardenschwerer Technologie im Weltall Plastikdosen im Wald. Das
ist natürlich ein bisschen überspitzt, aber es trifft den Kern. Tatsächlich
wird über Satellitensignale (GPS) der Weg zum Ziel gefunden. Das Ziel ist
wirklich oft eine Plastikdose, da sie ziemlich unkompliziert gegenüber
Umwelteinflüssen ist. Die Dosen sind mehr oder weniger raffiniert versteckt und
müssen vom Suchenden (Geocacher) gefunden werden. Darin befindet sich in erster
Linie das Logbuch, aber auch andere Dinge, wie Trackables und Geocoins (darauf
komme ich noch zurück) oder andere Sammelgegenstände. Sobald man die Dose
gefunden hat, verewigt man sich im Logbuch und vermerkt diesen Fund auch auf
der entsprechenden Website (ich komme darauf zurück). Das wars schon.
 
 

Was brauch ich alles fürs
Geocaching und wie funktioniert es genau?

Das wichtigste Utensil
ist ein GPS-fähiges Handy mit der entsprechenden App oder ein GPS-Gerät. Auf
der Website www.geocaching.com kann man sich einen kostenlosen Account
erstellen. Dort werden die Caches gelistet und man kann sich einen auswählen,
der in der geplanten Umgebung liegt.  Sobald man seinen Cache gewählt hat, ist es
empfehlenswert, sich etwas schlau über landschaftlilandschaftliche
Begebenheiten im Zielgebiet zu machen. Die Logs anderer Cacher verraten
manchmal schon zu viel, aber ich persönlich lese sie schon noch kurz durch,
damit ich weiß, was mich erwartet. Dort erfährt man nämlich auch, ob der Cache
von den letzten Suchenden gefunden worden ist oder ob es spezielle
Schwierigkeiten gab.
Nun geht’s schon
fast los. Ziel ist gewählt, Route geplant, GPS Gerät liegt bereit, Koordinaten
sind eingegeben  bzw. aufs Smartphone
geladen (Tipp: Ladet die Koordinaten mit allen Infos runter, dass sie im
Offline-Modus verfügbar sind, solange ihr euch im heimatlichen WLAN-Bereich
befindet. Das Datenvolumen schmilzt sonst sehr schnell dahin.). Nun kommen noch
kleine aber wichtige Extras dazu: Einmalhandschuhe (ihr glaubt nicht, wo man
überall reinlangen muss), Taschenlampe, Pinzette (fummelt mal mit klammen
Fingern einen Zettel aus dem Röhrchen), Kugelschreiber oder „Überallschreibstift“,
Ersatzleine oder leichtes 3m Seil (jaja, ist hilfreich), Verbandsmaterial,
Kamera (fürs obligatorische Foto), Ersatzakku fürs GPS-Gerät bzw. Smartphone
(schon mehr als einmal in der Pampa gestanden und Akku war leer).

Auf geht’s zur großen Suche!

Ich habe schon
mehrfach geschrieben, dass Shiva bei der Suche hilft. Das tut sie tatsächlich.
Ich habe ihr nämlich beigebracht Plastikdosen zu erschnüffeln. Den Aufbau kann
ich hier an dieser Stelle aber nicht beschreiben, weil das zu weit führen
würde. Jedenfalls gehe ich zu den angegebenen Koordinaten und hier ist
Köpfchen, ein bisschen Geschick und die gute Hundenase gefragt. Zumindest wenn
der Hund mit sucht. Ich peile also die richtige Stelle etwa an, dann müsste ich
mich jetzt auf die Suche begeben. Meist ist ein „Cacherhighway“ (ein Trampelpfad
zum Ziel) zu sehen und dem kann man recht gut folgen. Aber den Cache selber
muss man dann schon finden. Oft führen auch verwirrende Wege in falsche
Richtungen oder der Cache ist an einer Stelle versteckt,  zu der keine Spuren führen. Sobald ich in
erschnüffelbarer Nähe des Caches bin, schick ich Shiva auf die Suche „suchs
Döschen“ und dann geht die Schnüffelmaschine los und findet mir den Cache. Sie
weiß mittlerweile, dass sie den Spuren meist folgen kann und an der Stelle, an
der die Leute die längste Zeit rumstanden, ist auch meist der Cache zu finden.
Befindet er sich weiter oben, setzt sie sich hin und guckt mich auffordernd an.
Nun kommt mein Part, ich muss den Cache heben.
Die Verstecke sind
sehr vielfältig, so war er schon in einer Baumhöhle (igitt), unter einem Stein,
in einer höher gelegenen Astgabel,  im
Rohr eines Schildes, auf dem Dachbalken einer Wanderhütte oder in einem
Kanalrohr. Jedes Mal muss man ja die Lösung finden, wie man ihn hebt. Die Leine
hat mir in vielen Fällen gute Dienste geleistet, weil ich ab und zu schon
klettern musste und so eine Seilsicherung dabei hatte. Die Leinen haben eine
hohe Zuglast und ich kann mich auch daran tarzanlike (wie ein betrunkener
Elefant) daran schwingen, sollte es nötig sein.

Cache gefunden – Was nun?

Herzlichen
Glückwunsch! Cache gefunden. Ich weiß noch, wie stolz ich war, als ich meinen
ersten selbstgefundenen Cache in Händen hielt. Jetzt wird das Döschen geöffnet
und das Logbuch herausgepfriemelt. Name und Datum drin vermerken und zurück ins
Döschen. Der Cache muss an der genau selben Stelle versteckt werden, an der er
zuvor war und auch entsprechend gleich oder besser getarnt werden. In manchen
Fällen ist nämlich die Tarnung verschwunden, der Cache heruntergefallen etc.
Dann sollte man den Cache auch wieder in Ordnung bringen. Ich vermerke es meist
in meinem online Log, damit der Owner (so heißt der Cacheleger) weiß, dass er
vielleicht doch mal nach seinem Cache sehen sollte. Der Online-Log. Meist mach
ich unterwegs nur kurze Notizen und wenn ich dann daheim bin, log ich mich am
Rechner ein und schreibe einen längeren Logeintrag. Meine Notizen kann ich als
Entwurf (datenvolumensparend) abspeichern und später editieren.

In manchen Caches
liegen Trackables oder Geocoins. Das sind Wandergegenstände. Sie haben ein
eigenes (Online-)Logbuch, in das man sich einträgt. Es gibt mehrere
Möglichkeiten, wie man nun vorgeht. Entweder belässt man ihn an Ort und Stelle
und schreibt sich nur ins Logbuch ein, dass man ihn „discovered“ hat. Oder man
nimmt ihn mit und legt ihn an anderer Stelle wieder aus. Dieses „Wandern“ ist
für den Owner (Besitzer des TB oder GC) sehr schön, da er verfolgen kann, wo
sein Gegenstand sich grade aufhält. Ab und zu verschwinden sie zwar leider
leider im Nirwana, was ich sehr schade finde. Mir wurden auch schon 3 Geocoins
geklaut und 4 Trackables, daher leg ich keine mehr aus. Einer ist aber noch
unterwegs und hält sich derzeit in Schottland auf. Ein weiterer ist mein
eigenes Auto, das sehr häufig gefunden wird, weil ich ein sehr auffallendes
Exemplar fahre.
Eigentlich war es
das schon. Aus Erfahrung weiß ich, dass es gut ist, wenn der Hund entweder
superduper abrufbar ist und dicht bei einem bleibt oder an der Schleppleine
mitläuft. Ja, ich hab Shiva schon verzweifelt im Wald gesucht, als ich mich so
sehr auf die Suche konzentriert habe, dass mein Hund der Meinung war, den Tag doch
interessanter gestalten zu können… Die längsten 30 min meines Lebens.
Viel Spaß beim
Geocaching
Sandra & Shiva
„Suchhund“ Wuschelmädchen
—————-
Ihr Lieben, vielen lieben Dank für eure tolle Anleitung. Uns hat jetzt das Geocache-Fieber schon total gepackt und wir haben schon die ersten Caches herausgesucht, die wir bald unbedingt suchen gehen wollen. Mal sehen, ob wir sie finden.
Übrigens: Geocachen passiert im Geheimen. Also behaltet die Fundorte der Caches für euch!Geht ihr mit euren Hunden denn Geocachen? Erzählt es uns in den Kommentaren!
Eure Dini

4 Gedanken zu „So funktioniert Geocaching mit Hund!

  1. Hallo, mein Name ist Brandon und ich bin ein Belgischer Schäferhund; ein Tervueren. Mein Frauchen hat die ersten 5 Buchstaben „meines“ Namen zu unserem Team-Geocacher-Namen gemacht. Unser Start war im September 2015 und inzwischen haben wir ca. 2220 Caches finden können – und bis dato 26 Caches ausgelegt… Auch wir wurden durch eine Freundin „infiziert“, die ebenfalls mit Hund unterwegs ist.
    Ehrlicherweise muss ich aber gestehen: bereits 2010 (?) hat Frauchen einen Bericht im Fernsehen (Hund-Katze-Maus??? über Hobbys mit dem Hund) gesehen, ohne diesen für uns in Betracht zu ziehen… na ja, da war ich ja auch noch nicht geboren…
    Heute finde ich Geocachen mit Frauchen und ihren Freunden geil; neue Freunde (bzw. Futterspender ;o) ), neue Reviere, neue Wege, spannend bis zum Ende für BEIDE!!! Die Zeit ohne Auto war da wie „Mittelalter Folter“…. autsch’n!!
    Als in der Ausbildung zum Fährten-Hund stehender, bin ich sehr schnell in der Lage, Wege zu erkennen, die sehr oft von Menschen begangen werden… NORMALE Wege kann ich da echt gut ausblenden; aber „Cacher-Autobahnen“ sind der Hit, und Frauchen flippt fast aus, wenn ich eines dieser PET-Dings finden kann… außer, ich hab sie schon „gefunden-im-Maul“, während sie sucht und sucht und sucht… weil ich nicht sagen kann: FUND!!! – stattdessen halte ich die „Beute“ dann mal „auf Nummer sicher“… ;o))
    Für mich zählt aber nicht der Fund (na ja, vielleicht doch…: spendiert das „euphorisierte“ Frauchen doch schon mal gerne ein Leckerchen… ;o)), sondern die Wege, die wir zusammen bestreiten (18 km ist das Highlight!!!); natürlich mit prall!!! gefülltem Rucksack für Hund und Mensch!).
    Mit etwas Erfahrung kann sehr leicht eine „Runde“ aus mehreren Caches zusammengestellt werden; Start und Ziel am Parkplatz des Cache-Mobils – und schon hatten wir einen super geilen Tag!!!
    Ihr Lieben: ihr könnt mit uns joggen, Fahrrad fahren, Bergsteigen oder auf die Jagd gehen – alles ist so gut wie Geocachen: das Frauchen immer dabei, und während das GPS-Gerät SIE ablenkt, hab ich die Nase frei für „nose-caching-for-dogs“… ;o)
    Leider ist unsere alte Webside nicht mehr aktiv; aber vielleicht kommt ja doch mal eine „Geo-Caching-Dog-Side“… wer weiß!!!!
    Herzlich WAU, euer Brandon

    1. Ach Brandon, das klingt großartig!
      Siehst du, wir wollten auch schon längst losgezogen sein, aber irgendwie kam immer etwas dazwischen. Angefangen damit, dass unser (extra angeschaffter) Geo-Cache-Stift verschwunden ist oO
      Aber jetzt hast du uns auch wieder infiziert. 😀 Ah, ich muss mir die Karten wieder rausholen 😉
      Habt weiterhin so viel Spaß zusammen!

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