So funktioniert Geocaching mit Hund!

by - Freitag, Oktober 06, 2017



Hallo ihr Lieben,

habt ihr schon einmal von Geocachen gehört? Auf dem ein oder anderen Hundeblog liest man immer wieder davon. Bei Shiva Wuschelmädchen zum Beispiel. Sie ist begeisterte Geocacherin und verrät euch heute, was es mit dem Cachen eigentlich auf sich hat. 


Ein ganz toller Gastbeitrag

Als mich Dini fragte, ob ich mal einen kleinen Bericht über Geocaching mit Hund schreiben möchte, habe ich natürlich begeistert zugesagt. Schließlich ist Geocaching eine ganz tolle Beschäftigung und ein wunderbares Hobby für Mensch und Hund. 


Was ist Geocachen?

Kurz gesagt: Wir suchen mit millardenschwerer Technologie im Weltall Plastikdosen im Wald. Das ist natürlich ein bisschen überspitzt, aber es trifft den Kern. Tatsächlich wird über Satellitensignale (GPS) der Weg zum Ziel gefunden. Das Ziel ist wirklich oft eine Plastikdose, da sie ziemlich unkompliziert gegenüber Umwelteinflüssen ist. Die Dosen sind mehr oder weniger raffiniert versteckt und müssen vom Suchenden (Geocacher) gefunden werden. Darin befindet sich in erster Linie das Logbuch, aber auch andere Dinge, wie Trackables und Geocoins (darauf komme ich noch zurück) oder andere Sammelgegenstände. Sobald man die Dose gefunden hat, verewigt man sich im Logbuch und vermerkt diesen Fund auch auf der entsprechenden Website (ich komme darauf zurück). Das wars schon. 


Was brauch ich alles fürs Geocaching und wie funktioniert es genau?

Das wichtigste Utensil ist ein GPS-fähiges Handy mit der entsprechenden App oder ein GPS-Gerät. Auf der Website www.geocaching.com kann man sich einen kostenlosen Account erstellen. Dort werden die Caches gelistet und man kann sich einen auswählen, der in der geplanten Umgebung liegt.  Sobald man seinen Cache gewählt hat, ist es empfehlenswert, sich etwas schlau über landschaftlilandschaftliche Begebenheiten im Zielgebiet zu machen. Die Logs anderer Cacher verraten manchmal schon zu viel, aber ich persönlich lese sie schon noch kurz durch, damit ich weiß, was mich erwartet. Dort erfährt man nämlich auch, ob der Cache von den letzten Suchenden gefunden worden ist oder ob es spezielle Schwierigkeiten gab.
Nun geht’s schon fast los. Ziel ist gewählt, Route geplant, GPS Gerät liegt bereit, Koordinaten sind eingegeben  bzw. aufs Smartphone geladen (Tipp: Ladet die Koordinaten mit allen Infos runter, dass sie im Offline-Modus verfügbar sind, solange ihr euch im heimatlichen WLAN-Bereich befindet. Das Datenvolumen schmilzt sonst sehr schnell dahin.). Nun kommen noch kleine aber wichtige Extras dazu: Einmalhandschuhe (ihr glaubt nicht, wo man überall reinlangen muss), Taschenlampe, Pinzette (fummelt mal mit klammen Fingern einen Zettel aus dem Röhrchen), Kugelschreiber oder „Überallschreibstift“, Ersatzleine oder leichtes 3m Seil (jaja, ist hilfreich), Verbandsmaterial, Kamera (fürs obligatorische Foto), Ersatzakku fürs GPS-Gerät bzw. Smartphone (schon mehr als einmal in der Pampa gestanden und Akku war leer).


Auf geht's zur großen Suche!

Ich habe schon mehrfach geschrieben, dass Shiva bei der Suche hilft. Das tut sie tatsächlich. Ich habe ihr nämlich beigebracht Plastikdosen zu erschnüffeln. Den Aufbau kann ich hier an dieser Stelle aber nicht beschreiben, weil das zu weit führen würde. Jedenfalls gehe ich zu den angegebenen Koordinaten und hier ist Köpfchen, ein bisschen Geschick und die gute Hundenase gefragt. Zumindest wenn der Hund mit sucht. Ich peile also die richtige Stelle etwa an, dann müsste ich mich jetzt auf die Suche begeben. Meist ist ein „Cacherhighway“ (ein Trampelpfad zum Ziel) zu sehen und dem kann man recht gut folgen. Aber den Cache selber muss man dann schon finden. Oft führen auch verwirrende Wege in falsche Richtungen oder der Cache ist an einer Stelle versteckt,  zu der keine Spuren führen. Sobald ich in erschnüffelbarer Nähe des Caches bin, schick ich Shiva auf die Suche „suchs Döschen“ und dann geht die Schnüffelmaschine los und findet mir den Cache. Sie weiß mittlerweile, dass sie den Spuren meist folgen kann und an der Stelle, an der die Leute die längste Zeit rumstanden, ist auch meist der Cache zu finden. Befindet er sich weiter oben, setzt sie sich hin und guckt mich auffordernd an. Nun kommt mein Part, ich muss den Cache heben.
Die Verstecke sind sehr vielfältig, so war er schon in einer Baumhöhle (igitt), unter einem Stein, in einer höher gelegenen Astgabel,  im Rohr eines Schildes, auf dem Dachbalken einer Wanderhütte oder in einem Kanalrohr. Jedes Mal muss man ja die Lösung finden, wie man ihn hebt. Die Leine hat mir in vielen Fällen gute Dienste geleistet, weil ich ab und zu schon klettern musste und so eine Seilsicherung dabei hatte. Die Leinen haben eine hohe Zuglast und ich kann mich auch daran tarzanlike (wie ein betrunkener Elefant) daran schwingen, sollte es nötig sein.


Cache gefunden - Was nun?

Herzlichen Glückwunsch! Cache gefunden. Ich weiß noch, wie stolz ich war, als ich meinen ersten selbstgefundenen Cache in Händen hielt. Jetzt wird das Döschen geöffnet und das Logbuch herausgepfriemelt. Name und Datum drin vermerken und zurück ins Döschen. Der Cache muss an der genau selben Stelle versteckt werden, an der er zuvor war und auch entsprechend gleich oder besser getarnt werden. In manchen Fällen ist nämlich die Tarnung verschwunden, der Cache heruntergefallen etc. Dann sollte man den Cache auch wieder in Ordnung bringen. Ich vermerke es meist in meinem online Log, damit der Owner (so heißt der Cacheleger) weiß, dass er vielleicht doch mal nach seinem Cache sehen sollte. Der Online-Log. Meist mach ich unterwegs nur kurze Notizen und wenn ich dann daheim bin, log ich mich am Rechner ein und schreibe einen längeren Logeintrag. Meine Notizen kann ich als Entwurf (datenvolumensparend) abspeichern und später editieren.

In manchen Caches liegen Trackables oder Geocoins. Das sind Wandergegenstände. Sie haben ein eigenes (Online-)Logbuch, in das man sich einträgt. Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie man nun vorgeht. Entweder belässt man ihn an Ort und Stelle und schreibt sich nur ins Logbuch ein, dass man ihn „discovered“ hat. Oder man nimmt ihn mit und legt ihn an anderer Stelle wieder aus. Dieses „Wandern“ ist für den Owner (Besitzer des TB oder GC) sehr schön, da er verfolgen kann, wo sein Gegenstand sich grade aufhält. Ab und zu verschwinden sie zwar leider leider im Nirwana, was ich sehr schade finde. Mir wurden auch schon 3 Geocoins geklaut und 4 Trackables, daher leg ich keine mehr aus. Einer ist aber noch unterwegs und hält sich derzeit in Schottland auf. Ein weiterer ist mein eigenes Auto, das sehr häufig gefunden wird, weil ich ein sehr auffallendes Exemplar fahre. 

Eigentlich war es das schon. Aus Erfahrung weiß ich, dass es gut ist, wenn der Hund entweder superduper abrufbar ist und dicht bei einem bleibt oder an der Schleppleine mitläuft. Ja, ich hab Shiva schon verzweifelt im Wald gesucht, als ich mich so sehr auf die Suche konzentriert habe, dass mein Hund der Meinung war, den Tag doch interessanter gestalten zu können… Die längsten 30 min meines Lebens.
Viel Spaß beim Geocaching

Sandra & Shiva „Suchhund“ Wuschelmädchen 



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Ihr Lieben, vielen lieben Dank für eure tolle Anleitung. Uns hat jetzt das Geocache-Fieber schon total gepackt und wir haben schon die ersten Caches herausgesucht, die wir bald unbedingt suchen gehen wollen. Mal sehen, ob wir sie finden. 

Übrigens: Geocachen passiert im Geheimen. Also behaltet die Fundorte der Caches für euch!

Geht ihr mit euren Hunden denn Geocachen? Erzählt es uns in den Kommentaren!

Eure Dini

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2 Kommentare

  1. Nee sowas haben wir noch nie gemacht... aber Hund könnte es ja mal ausprobieren... ich suche nämlich total gerne :)

    Schlabbergrüße Bonjo

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    1. Na dann ist das doch definitiv etwas für euch :D :D :D

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