Was ist konditionierte Entspannung und wie funktioniert sie?

by - Freitag, November 17, 2017



Hallo ihr Lieben,

wenn man einen nervösen Hund hat weiß man, wie wichtig es ist, dass er auch wieder zur Ruhe kommt. Doch oft schaffen nervöse Hunde das nicht. Das kennen wir von Abby mehr als gut. Deswegen ist es wichtig, dass man den Hunden das beibringt.

Was ist konditionierte Entspannung?

Entspannung ist für jeden etwas anderes. Für den einen ist es entspannend, auf einem Konzert seiner Lieblingshardcore-Band im Moshpit zu stehen, andere ziehen ein gutes Glas Wein vor und wiederum andere kommen am besten runter, wenn sie strickend auf dem Sofa sitzen. Letzteres ist momentan bei mir der Fall. Nach einem stressigen Tag bringt es mich absolut runter, mich aufs Sofa zu setzen und eine Masche nach der anderen zu schlagen. Dann fällt die ganze Anspannung des Tages ab und der ganze Körper wird wieder leichter.

Besonders nervöse und unsichere Hunde können das oft nicht. Deswegen ist es wichtig, dass man den Hunden die Möglichkeit gibt das zu lernen. Nun reicht es aber nicht euren Hunden ein Buch oder Stricknadeln vor die Nase zu setzen. Vielmehr trainiert man mit ihnen auf ein bestimmtes Geräusch oder Kommando zu entspannen und alle Anspannung abfallen zu lassen. Das dauert zwar länger, gibt dem Hund aber später die Möglichkeit auch in stressigen Situationen wesentlich entspannter zu werden.


Wie trainiert man die konditionierte Entspannung?

Schritt 1

Das Training beginnt quasi ohne dass es bewusst Training ist. Es kann schon beginnen, wenn ihr abends mit eurem Hund auf dem Sofa sitzt. Er schließt die Augen, genießt die Berührungen und entspannt sich total. Das ist die Chance mit dem Training zu beginnen. Jetzt könnt ihr leise das Kommando sagen, welches ihr für die Entspannung nutzen. Das könnte "Ruhe"oder "Entspannung" sein. Wir nutzen ein "Shhhh". Das kann ich auch in aufregenden Situationen leise von mir geben und es beruhigt mich selber. Wenn euer Hund auf das Kommando oder Geräusch nicht mehr reagiert und dabei auch nicht mehr die Augen öffnet, könnt ihr es generalisieren. Das heißt, das Entspannen soll auch in anderen Räumen geübt werden.


Schritt 2

Bevor ich das Kommando draußen benutzen könnt, muss euer Hund erst lernen, dass es überall das Gleiche bedeutet. Geht abends zum kuscheln mal nicht aufs Sofa sondern setzt euch Beispielsweise vor die Badewanne, auf das Bett oder vor die Tür. Wenn sich euer Hund wieder beruhigt und die Augen schließt, gebt euer Kommando wieder leise. Klappt das an einem Ort zuverlässig, wechselt zum nächsten Ort.


Schritt 3

Jetzt müsst ihr die Übung nach draußen bringen. Ich empfehle dazu erst einmal vor eurer Wohnungstür zu üben, wenn das geht. Vielleicht nicht wenn ihr zum Gassigehen aufbrecht, sondern wenn ihr wiederkommt. Abby ist dann meistens sowieso schon entspannter und nicht mehr so aufgeregt. Das macht euch das Training wesentlich leichter.

Sucht euch dann draußen ruhige Orte. Das könnte eine Parkbank sein oder im Wald eine abgelegene Stelle. Jetzt setzt ihr euch wieder zu eurem Hund und gebt leise euer Kommando. Euer Hund sollte sich jetzt sichtbar entspannen. Übt auch das wieder in unterschiedlichen ruhigen Situationen. Wenn ihr das Gefühl habt, dass das gut funktioniert steigert die Ablenkungen in diesen Situationen langsam. Ihr solltet nicht gleich vor dem Erzrivalen stehen und von eurem Hund verlangen, dass er ruhig bleibt. Solche gesteigerten Situationen könnten der Anblick eines anderen Hundes in weiter Entfernung sein oder an einer etwas befahrenen Straße. Schaut einfach wie euer Hund reagiert und steigert die Situationen allmälich.

Das Training dauert lange, aber es lohnt sich.

Was, wenn der Hund sich nicht beruhigt?

Wenn euer Hund sich so gar nicht entspannen will, könnt ihr auch kleine Hilfsmittel einsetzen. Hat er eine Decke, auf der er immer einschläft? Dann legt sie unter ihn. Oder versucht es einmal mit einem Lavendelsäckchen.

Übrigens, wenn ihr noch mehr Infos und Hintergrundwissen zu entspannten Hunden haben möchtet kann ich euch Sarah und Bothshunde empfehlen.

Eure Dini

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4 Kommentare

  1. Perfektes Timing :) ich bin nämlich seit geraumer Zeit am Überlegen wie ich das mit Odin am Besten angehe. Er ist zwar nicht von der Sorte ängstlich/unsicher nervös, sondern eher "man könnte ja was Spannendes verpassen". So nach dem Motto "da ist gerade jemand aufgestanden, mal schaun ob ich den zum Spielen motivieren kann". Und oft sind das vollkommen Fremde, die er dann schwanzwedelnd mit der Nase anstupst...
    Ich hoffe wir sind damit erfolgreich.
    Liebe Grüße,
    Julia und Odin

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    1. Als wenn wir es geahnt haben :D
      Bei solchen Hunden hilft die konditionierte Entspannung natürlich auch! :) Wir wünschen euch viel Spaß und Erfolg beim trainieren :)

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  2. Ein toller Artikel und eine super Idee! Ich werde es auf jeden Fall mit Gubacca ausprobieren. Er fährt draußen sehr schnell hoch und es wäre sehr hilfreich eine Möglichkeit zu haben, ihn dann wieder runter zu bringen.

    Liebe Grüße
    Sali

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    1. Auf jeden Fall! Schön, dass euch der Artikel gefällt. Dann hoffen wir mal, dass Gubacca alles schnell versteht und dann auch bald draußen runterfährt :)

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