Do as I do: So lernt euer Hund euch zu imitieren. |Anzeige

Do as I do: So lernt euer Hund euch zu imitieren. |Anzeige

Habt ihr schon einmal von „Do as I do“ oder „DAID“ gehört? Das ist eine, noch recht neue, Art seinem Hund Tricks und Kunststückchen beizubringen. Wenn man es kurz und bündig erklären möchte würde man sagen, man bringt dem Hund bei das zu tun, was man selber tut. Er imitiert euch also. Wie das funktioniert und wie man auf so etwas kommt, das möchte ich euch heute erklären.

Was ist „Do as I do“?

Habt ihr euch schon einmal Gedanken gemacht, wie euer Hund Verhalten erlernt? Genau wie andere Tiere, schauen sich unsere Hunde Verhalten ab und das ab dem 1. Tag ihres Lebens. Einiges davon ist in ihren Genen verankert, anderes muss ihnen beigebracht werden. Genetische Verhaltensmuster sind zum Beispiel der Mutterinstinkt oder der Jagdinstinkt. Diesen haben unsere Hunde einfach von Natur aus. Anderes Verhalten wird durch Versuche getestet und entweder man kommt mit dem Verhalten weiter oder man scheitert. Als letzte Kategorie gibt es noch das Nachahmen. Die Verhaltensmuster gehören zusammen. Das heißt euer Hund hat nicht nur genetische Verhaltensmuster oder lernt nur durch Beobachten. Der Mix der unterschiedlichen Verhaltensarten macht unseren Hund am Ende zu dem, was er ist.

Die Methode, seinem Hund Tricks und Handlungsstränge durch Nachahmung beizubringen wird als „soziales Lernen“ bezeichnet. Wie bei jeder Methode muss man dem Hund erst einmal beibringen, wie sie funktioniert. Genauso, wie ihr euren Hund also auf einen Klicker konditioniert habt, müsst ihr dem Hund erst einmal beibringen, dass das Imitieren gewünscht ist. Verhaltensweisen, die über die „Do as I do“-Methode gelernt wurden, behält der Hund viel schneller im Kopf und vor allem bleibt sie dort auch länger. Kurz: Ihr könnt eurem Hund in viel kürzerer Zeit Dinge beibringen, die er nicht nur schneller versteht, sondern auch schneller abspeichern kann. Der Halter macht dem Hund eine Handlung vor und der Hund soll diese, nur durch Beobachtung, nachahmen. Dabei wird der Mensch quasi zum Vormacher und damit für den Hund automatisch viel spannender. Die Mensch-Hund-Beziehung wird damit also nebenbei auch noch vertieft.

Wie lernt man dem Hund die Methode des Nachahmens?

Das ist ganz einfach. Was euer Hund dazu können muss ist ein Kommando auf Wortsignal auszuführen. Bestenfalls ist das etwas anderes als „Sitz“ oder „Platz“. Wir haben „Do as I do“ mit dem Kommando „Turn“ ausprobiert. Euer Hund soll lernen, nachzuahmen was ihr vormacht. Das heißt das Kommando müsst ihr auch ausführen können. Beachtet das, wenn ihr überlegt mit welchem Trick ihr anfangen wollt.

Um Abby zu lehren, sich ebenfalls zu drehen habe ich sie erst einmal ins Sitz gebracht. Da sie gesehen hat, dass ich einen Klicker und ein paar Leckerchen in der Hand habe, war ihre Aufmerksamkeit auf mich gerichtet. Nun habe ich mich im Kreis gedreht, vor sie gestellt und erst „Do as I do“ gesagt und anschließend „Turn“. Abby hat mich beim ersten mal angesehen, als wenn ich jetzt völlig durchgedreht bin. Also habe ich mich noch einmal gedreht, wieder „Do as I do“ und anschließend „Turn“ gesagt und dann fing sie zögernd an, sich um sich selbst zu drehen. Das habe ich sofort mit dem Klicker bestätigt und mit Leckerchen belohnt. Als ich, motiviert, das Ganze noch einmal probieren wollte, bekam ich von Abby nur Protest. Sie wusste partout nicht, was das sollte. Also habe ich das Training mit einem einfachen „Sitz“ positiv abgeschlossen.

Die nächsten Versuche liefen bei uns schon besser. Sie fand es zwar immer noch sehr merkwürdig, warum ich mich auf einmal mitdrehte, machte es aber mit viel Geningel mir nach. Was gebe ich dem armen Schäferhund auch Aufgaben, dass sie mitdenken soll. Bei Hunden, die gerne mitdenken und sich ausprobieren, sollte das schon recht gut funktionieren und vielleicht habt ihr Glück und euer Hund fängt bereits an sich zu drehen, nachdem ihr das getan habt. Dann könnt ihr das Kommando „Turn“ schon weglassen und euer Hund soll nur auf das Kommando „Do as I do“ warten. Herzlichen Glückwunsch, die erste Stufe habt ihr dann bereits geschafft.  Ich zeige euch hier einmal ein kurzes Trainingsvideo von uns beiden:

Um diese Methode weiter zu generalisieren, solltet ihr diese Übung mit zwei anderen Kommandos ebenfalls aufbauen. Dafür würde sich das Berühren eines Gegenstandes mit der Nase oder das Umrunden von Dingen sehr gut anbieten. Wenn euer Hund das auch auf das Kommando „Do as I do“ ausführen.

Nun hat euer Hund verstanden, dass er es sich lohnt euch nachzuahmen. Versucht es mit einfachen neuen Handlungen aus, wie das Berühren eines Stuhls mit euren Händen oder das Laufen an einen bestimmten Punkt. Wenn euer Hund das ebenfalls sehr zügig nachmacht, hat er verstanden um was es geht und ihr könnt eurem Hund ganz ungeahnte Dinge beibringen.

Gibt es Grenzen bei dieser Trainingsmethode?

So einfach das Lernen eines einzigen Tricks mit dieser Methode auch sein mag, Handlungsketten sind für Hunde schwieriger zu lernen. Woran das genau liegt, das weiß die Forschung noch nicht. Oft muss man diese Handlungsketten für den Hund anders aufbauen. Wenn ihr also zum Beispiel möchtet, dass euer Hund erst auf das Sofa springt und dann an einer Glocke läutet, dann seid nicht enttäuscht, wenn euer Hund das nicht hinbekommt.

Wo bekommt man mehr Informationen zu „Do as I do?“

Dr. Claudia Fugazza hat aus einer einfachen Forschungsstudie eine Methode entwickelt, mit der wir unseren Hunden auf diese natürliche Art und Weise Dinge beibringen können. Sie hat mit ihrer Hündin einfache Dinge ausprobiert und gemerkt, dass sie funktionieren. Ihr Erhgeiz war geweckt und es hat nicht lange gedauert, da hat sie über ihre Entdeckungen ein Buch geschrieben. Dieses durften wir vom Verlag Dogfriend Publishers aus lesen. Eigentlich ist es kein richtiges Buch, sondern 80 broschierte Seiten, die an den wichtigsten Stellen bebildert sind. Ich hatte das Buch in einem Wisch durchgelesen, weil es zum einen so leserfreundlich und spannend geschrieben wurde, und zum anderen auch nicht unnötig dick ist.

Die Methode „Do as I do“ wird kurz, verständlich und präzise beschrieben und so kann man nach dem Lesen gleich mit seinem Hund starten. Wenn ihr jetzt auch Lust habt mit eurem Hund das Nachahmen zu fördern, kann ich euch dieses Buch wirklich nur ans Herz legen. Wenn ihr es über den nachfolgenden Link bestellt, entstehen für euch keine Mehrkosten, ich bekomme aber eine kleine Provision und kann euch somit auch weiterhin kostenfrei Informationen zur Verfügung stellen.

 

Für uns auf jeden Fall eine sehr spannende Angelegenheit! Abby findet es, wie schon gesagt, eher merkwürdig, dass sie jetzt denken soll, das liegt aber denke ich bei ihr eher an der Rasse. Schäferhunde sind ja bekannt dafür, dass sie gerne Befehle ausführen – wenn sie sie verstanden haben.

Habt ihr diese Trainingsmethode schon einmal ausprobiert? Wie hat sie bei euch funktioniert?
Eure Dini

11 Gedanken zu „Do as I do: So lernt euer Hund euch zu imitieren. |Anzeige

  1. Davon habe ich bisher nichts gehört, aber das klingt ja total spannend! Werden wir definitiv auch mal ausprobieren. 🙂 Ivy hat ja immer etwas Startschwierigkeiten neue Dinge zu lernen, aber vielleicht sagt ihr diese Methode ja mehr zu und sie versteht schneller, was sie tun soll.
    Vielen Dank für den tollen Anreiz. 🙂
    LG Alina mit den Aussiemädels Brooke & Ivy

  2. Sehr interesssnt, dass es mittlerweile für infantile Verhaltensweisen als „konventionelle“ Methode anerkannt ist.
    Und schade, dass wieder nur irrelevante Tricks damit gelehrt und wieder durch ein aufforderungsbasiertes Kommando eingesetzt werden.
    Dabei können Hunde durch Beobachten, Schlussfolgern und sich uns Anpassen die perfekten Begleiter im Alltag werden (von einem abslut sicheren, aber fast nicht mehr notwenigen Rückruf mal abgesehen). Ohne Kommando, ohne Kontrolle, ohne Leckerlis. Und dabei werden sie entspannt (übrigens auch was für Abby, von der du immer berichtest sie wäre teilweise wie in einem „Tunnel“) und selbstsicher, da sie sich diese Verhaltensweisen selber erarbeitet haben und wir sie dazu nicht auffordern müssen.
    Dazu muss man nur den Blickwinkel etwas ändern. Wenn du tiefergreifend in die Materie einsteigen willst und Motivationen besser verstehen möchtest, die zu Ausbrüchen (wie Jagdverhalten, Leinenaggression, Panikattacken) führen kann ich dir das Buch Dog Management wirklich empfehlen. Es zeigt die Grundlagen auf, den Hund als gleichwertigen Partner wahrzunehmen und ich denke, dass es auch den Grundansatz von „Do-as-I-do“ aufgreift, aber eben ohne den ganzen „Künststückchen“ Terz.
    Ich habe während der Lektüre eures Blogs oft daran gedacht, dir das zu empfehlen, weil ich denke Abby ist ein Hund der genau diese selbsterlernte Sicherheit gut gebrauchen könnte und für diese Option sehr dankbar wäre.

    1. Der Tunnel kommt ja von Abbys Krankheit. Dank der Tabletten ist das schon sehr gut geworden und inzwischen ist das Training sehr gut geworden 🙂
      Das Buch ist mir aber schon ein paar Mal über den Weg gelaufen und das steht noch auf der „To Read“-Liste 🙂

  3. Ich finde die Idee echt klasse. Man kennt das ja vielleicht schon von manchen Hunde-Yoga Duos auf Youtube. Wenn der Mensch ein Bein hebt, macht der Hund das nach … oder so.

    Ich behaupte jetzt mal, dass das auch nach dieser oder einer ähnlichen Methode einstudiert werden könnte.

    Ich muss das mal mit Sammy probieren, wobei er mir vermutlich eher einen Vogel zeigen wird. Er ist nicht so der Trickdog 🙂

    1. Ja stimmt, da könntest du recht haben! Hunde lernen ja so viel und sie beobachten uns in jeder Sekunde.
      Wir wünschen viel Spaß beim ausprobieren 🙂

  4. Ich muss zugeben, ich bin mir nicht sicher wie erfolgreich ich damit bei meinen Beiden wäre … wobei ich besonders an Shadow merke, dass er das Konzept schon sehr gut versteht – auf alle Fälle bei Cara 😉 Sehr viele Dinge schaut er sich von ihr ab – und ich merke manchmal, er hat keine Ahnung was er da tut, aber er tut es weil sie es tut!
    Vielleicht sollte ich das wirklich mal probieren.

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Cara und Shadow

  5. Das klingt ja sehr interessant. Ich hab mir vorgenommen, wenn der Uni Stress vorbei ist, wieder mehr mit Odin zu tricksen. Da werd ich das gleich mal ausprobieren. Bin gespannt wie er darauf reagiert.
    Liebe Grüße,
    Julia und Odin

  6. Vielen Dank für diesen tollen Beitrag! Obendrein perfektes Timing, da ich gerade versucht habe, meinem Sherlock beizubringen, die Zähne zu zeigen. Außer lustigen Fratzen meinerseits ist dabei aber nichts rausgekommen. Jetzt werde ich ihm erst einmal das „Do as I do“ beibringen.

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