Warum dieser Valentinstag etwas ganz besonderes ist.

Warum dieser Valentinstag etwas ganz besonderes ist.

Sagen wir wie es ist: Wir machen uns nichts aus Valentinstag. Weder der Herzensmann, noch ich. Wozu brauchen wir auch so einen Tag, wenn der Liebste sowieso der beste auf der Welt ist? Und das die 364 anderen Tage des Jahres.

Dennoch ist dieser Valentinstag anders. Er lässt uns noch einmal bewusst werden, wie wichtig das Hundekind für uns ist. Mir geht es zumindest so. Seit Sonntag hatten wir eine Achterbahn an Gefühlen. Von „Ach, das ist schon nicht so schlimm“, über „Hoffentlich darf ich sie wieder mitnehmen“ über „Jetzt wird alles besser“ war die letzten Tage alles dabei. Wer es bei Instagram nicht mitbekommen hat: Wir waren in richtig ernster Sorge um Abby!

Die Angst, das Hundekind zu verlieren.

Sonntag war ein sehr merkwürdiger Tag. Da wir den Tag davor richtig viel Besuch hatten, beschlossen wir den Tag ruhig anzugehen. Abby bekam wie gewohnt ihr Futter, endlich wieder Pferd statt Lamm, unser Schlafgast verabschiedete sich nach dem Frühstück und jeder machte so seins. Bis das geliebte Hundekind plötzlich ihr Frühstück wieder ausbrach. Mh, wer weiß was war. Vielleicht hatte sie zu hastig gefressen? Kurze Zeit später gab es einen zweiten Schwall und ihr Magen müsste nun leer sein.

Ich beschloss Abby bis zum Abendessen nichts neues zu geben. Immerhin wollte der Körper das Essen loswerden und warum sollte ich ihn dann wieder mit neuem belasten, wenn er doch gerade nichts wollte. Eigentlich dachte ich auch, dass die Angelegenheit damit erledigt sei. Nichts da. Kurze Zeit später fing sie wieder an sich zu übergeben. Meist war es Magensäure, die rauskam. Umso später der Abend wurde, umso länger hatte sie nichts gefressen und es kam nur noch Wasser raus. Der Entschluss stand: Am nächsten Morgen geht es sofort zum Tierarzt.

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Außerdem bekamen wir zunehmend das Problem, dass unser Küchenpapier alle wurde. Blöd zum Sonntagabend. Gott sei Dank hatten wir noch etwas Klopapier, was dann aber auch recht schnel alle war. Bis 23:00 Uhr hatte sie dann etwas geschlafen, doch kaum kam sie wieder ins Wohnzimmer, fing sie wieder an sich zu übergeben. Es blieb nichts in dem armen Hundekind, nicht einmal das Wasser, was sie kurz vorher getrunken hat. Doch plötzlich fing sie auch noch an, ganz merkwürdige Geräusche zu machen. Auf ihren Bauch hatte ich immer einen Blick, um eine gefährliche Magendrehung auszuschließen. Doch bei den merkwürdigen Geräuschen war uns nicht mehr wohl in der Magengegend.

Ich zog mich wieder um und der Herzensmann telefonierte unseren Notfalltierarztliste durch. Ergebnis: Sie könnte nur eine krampflösende Spritze bekommen, da alle anderen Geräte schon runtergefahren sind. Das hätte uns aber nicht gereicht. Wir wollten wissen, ob sie einen Fremdkörper zu sich genommen hat – das hätte für uns die komischen Geräusche erklärt. Also ab zum Notdienst der Uniklinik. Am Telefon meinte die Ärztin zwar, dass es wohl auch bis morgen warten könnte, doch wie sollte denn irgendjemand von uns schlafen, wenn Abby sich aller 10 Minuten übergab?

Als ich Abby an die Leine nahm, war sie ganz lieb und friedlich. Auch während der Autofahrt gab sie keinen Ton von sich. In der Klinik angekommen, mussten wir noch einige Minuten warten, bis ein Vorgespräch gemacht wurde. So gut wie dort hat sich bisher noch kein Tierarzt um uns und unsere Sorgen gekümmert! Aber das Hundekind hatte sich seit dem Losfahren nicht mehr übergeben. Hatten wir doch übertrieben? Wir warteten auf die Ärztin, da übergab sie sich wieder. Eine Schwester kam vorbei, wischte das Wasser und den Schleim auf und frage, ob Abby das heute schon öfter hatte. Als ich meinte, dass wir deswegen hier sind, kam von ihr noch „Ah, gut“.

Als die Ärztin dann kam stellte sie fest, dass Abby schlimme Bauchschmerzen hatte und wir könnten entweder ein Röntgenbild machen oder Blutnehmen – oder eben beides. Ich entschied mich erst einmal dafür, das Röntgenbild machen zu lassen. Mit etwas Widerstand von Abby ging das auch und dann hieß es kurz warten auf die Ergebnisse.

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Mh, und die waren irgendwie nicht, wie ich sie mir erhofft hatte. Natürlich hoffte ich, dass Abby nichts hatte und es sich alles als Magen-Darm-Infekt herausstellte. Die (wirklich super nette) Ärztin meinte dann aber, dass die Ergebnisse nicht eindeutig sind. Das hieß: Man konnte einen Darmverschluss nicht ausschließen, ihn aber auch nicht bestätigen. Das lag daran, dass einige Darmschlingen breiter waren als normal, aber noch nicht in „gefährlichen“ Breiten. Wieder bekam ich mehrere Vorschläge: Jetzt etwas gegen die Schmerzen geben und Abby wieder mitnehmen. Sollte es am nächsten Tag nicht besser sein, unbedingt wiederkommen und einen Ultraschall machen lassen. Oder sie behalten Abby da und schallen sie am nächsten Morgen.

Meine Entscheidung fiel recht schnell. Zum einen weiß ich, wie Abby in fremden Umgebungen reagiert (nämlich eigentlich mit Zusammenschreien der Umgebung) und außerdem wusste der Minimensch nicht, dass wir beim Arzt waren. Beim letzten Mal, als wir noch spät zum Notdienst gefahren sind, ist er total panisch in Tränen ausgebrochen. Also entschied ich mich dafür, ihr jetzt erst einmal etwas gegen die Schmerzen zu geben und am nächsten Morgen sofort wiederzukommen. Das wäre die schonendste Variante für alle.

Der Tierklinik-Marathon.

Was für mich besonders schlimm war: Abby frass nichts. Wirklich nichts. Keine Ziegenleckerchen, keine Leberwurst, noch nicht einmal Fleischwurst. Das hatte Abby noch nie gemacht. Meine Sorge wuchs und so kam der Kleine am Montag etwas eher in den Kindergarten. Ein paar Minuten nach Öffnung der Tierklinik waren wir wieder da – und natürlich saßen dort schon einige Hunde mit Termin. In dem Moment fiel wieder ein, dass Abby das sicher blöd finden würde – aber nichts da. Abby blieb ruhig. Den ganzen Tag. Sogar als kleine, nervige Hunde neben uns sassen. Ihr ging es also wirklich schlecht!

Die Ärztin von der Nachtschicht war auch noch da und begrüßte uns noch einmal. Sie hat mir dann erzählt, dass sie die Röntgenbilder noch einmal mit den Profis besprochen hatte und diese auch keine eindeutige Diagnose stellen konnten. Also war es gut, dass wir wieder da waren. Irgendann kamen wir auch dran und Abby wurde erst einmal Blut genommen. Sie sagte kein Ton. Auch als es dann zum Ultraschall ging, war sie total ruhig und blieb still liegen. Wieder etwas, was Abby sonst nie gemacht hätte. Für den Ultraschall wurde Abby das Fell am Bauch komplett abrasiert – der Grund, warum sie jetzt draußen immer Bademantel trägt.

Die Fachärztin stellte fest, dass die Darmschlingen zwar etwas breiter sind, aber einen Darmverschluss konnte sie nicht erkennen. Stattdessen sah der Pankreas etwas auffällig aus und sie empfahl, die Blutwerte bestimmen zu lassen. Das war auch der Plan und dafür hatten wir das Blut genommen.

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Unsere behandelnde Ärztin meinte, dass die Werte eine halbe bis dreiviertel Stunde bräuchten, dann wäen sie da. Also setzen wir uns wieder ins Wartezimmer und warteten der Dinge, die da kämen. Am Ende wurde aus der halben Stunde aber über 2! Alle anderen Patienten hatten schon Mitleid mit mir, ich sah aber, dass zwei Notfälle auf Tragen in die Klinik getragen wurden. So etwas geht immer vor. Ich wusste, dass Abby schon einmal keinen Darmverschluss hatte, damit war sie kein Notfall mehr und dann konnten wir auch warten.

Traurigerweise schaffte es ein Notfall nicht. Wie ich mitbekommen hatte, hatte er wohl einen epileptischen Anfall und sein Herrchen, ein gestandener junger Mann, war sowieso schon ganz aufgelöst. Als er dann aber mit seiner Partnerin tränenüberströmt aus den Behandlungszimmer kamen, ohne Hund, wusste jeder der dort wartete, was passiert war. Ich kann sowas ja gar nicht und hatte auch gleich Tränen in den Augen – und noch mehr Angst um meine Abby!

Nach 2 Stunden fragte ich dann doch mal nach, ob man uns noch auf den Schirm hat und dann kamen wir auch schnell dran. Die Ärztin erklärte kurz, dass es Notfälle gab und das war natürlich total okay. Die Blutwerte waren nicht schlecht, aber der von der Bauchspeicheldrüse zeigte tatsächlich an, dass diese ein Problem hatte. Nun orderte die Ärztin noch den genauen Wert an, um weitere Behandlungen besser koordinieren zu können.

Mit einigen Tabletten und noch einer Schmerzspritze gingen wir dann nach Hause. Die Ärztin meinte aber auch, dass Abby stationär aufgenommen werden muss, wenn sich ihr Zustand in den nächsten Tagen nicht bessern würde. Auf gut Deutsch: Wenn sie nicht bald anfängt zu fressen musste sie wieder hin. So haben wir ihr Montag immer wieder gekochtes Hähnchen angeboten, aber nichts wollte sie. Sie schnüffelte kurz dran und drehte dann den Kopf weg. Auch Tabletten musste ich ihr in den Rachen werfen, damit sie sie überhaupt nimmt. An dem Abend ging es für uns beide früh ins Bett, immerhin hatten wir beide die Nacht sehr wenig geschlafen.

Dienstag Morgen dann ein Hoffnungsschimmer, sie nahm ein paar Stück Hähnchen. Wenn auch nicht viele, aber sie fraß ein wenig. Auch Spazieren konnten wir wieder etwas gehen. Da rannte sie sogar kurzzeitig. Bei Hundebegegnungen nahm ich sie allerdings an die Leine und sie blieb auch auf engen Wegen ruhig. Also ganz die Alte war sie noch nicht.

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Heute dann der nächste Schritt zur Besserung: Sie kam auf den Fressnapf zugerannt. Was drin war, schien ihr allerdings nicht so zu gefallen. Den Reis lies sie links liegen, aber das Hähnchen fraß sie und zwar auch in größeren Mengen, als noch gestern. Unsere Gassirunde heute musste ich aufgrund meiner Erkältung dann kürzer halten, aber das lief auch wirklich gut. Ab und an kam mal ein ganz kurzes kleines Ningeln im Auto, aber nur kurz. Mh.. wenn das so bleiben würde, wäre das irgendwie schön. Aber ich freue mich auch schon wieder auf meine verrückte, aufgeregte Maus.

Total niedlich war, dass sie jetzt immer denkt, dass ich sie mitnehme. Als ich den Kleinen nämlich wieder vom Kindergarten abholen wollte, kam sie zu mir und schaute mich mit ihren großen Augen an. Als ich ihren Bademantel hinhielt, steckte sie ihren Kopf gleich durch und wollte angezogen werden. Auch ins Auto springen war kein Problem  – hauptsache sie durfte mitkommen.

Man kann ihr quasi zusehen, wie es ihr besser geht. Dennoch stecken uns die letzten Tage noch tief in den Knochen. Ich hatte noch nie so Angst um die Maus. Ein Darmverschluss hätte in einer OP geendet und da weiß man leider nie, wie die ausgeht. Ich hoffe, dass es ihr bald wieder gut geht und vor allem, dass die Pankreatitis nicht wieder kommt. Die kann nämlich durchaus bei den Schildis öfter vorkommen. Darauf können wir wirklich sehr verzichten.

Mausi, uns ging es allen die letzten Tage nicht gut. Geht es dir nicht gut, leiden wir mit dir. Bleib bitte noch ganz lange bei uns!

Dini

4 Gedanken zu „Warum dieser Valentinstag etwas ganz besonderes ist.

  1. Liebe Dini,

    die letzten Tage waren sicher schwer für euch – da bin ich schonerleichtert zu lesen, dass Abby auf den Weg der Besserung ist. Ich hoffe, es geht jetzt stetig bergauf.
    Sicher ist irgendwo im Hinterkopf noch etwas Angst, weil so eine richtige Diagnose gab es ja nicht. Aber manchmal gibt es auch bei Hunden akute Probleme, die dann zum Glück auch wieder verschwinden.

    In den letzten (fast) 27 Jahren hatten wir auch schon solche Momente und nichts ist so schlimm, wie dieses Gefühl der Hilflosigkeit wenn es dem geliebten Hund schlecht geht und man nicht wirklich sofort helfen kann. Wir hatten meistens auch das Glück, dass sich unsere Hunde schnell erholt haben.

    Ich sende Dir eine liebe Umarmung und viele Grüße,
    Isabella mit Cara und Shadow

    1. Vielen lieben Dank!!

      Sie ist definitiv auf dem Weg der Besserung und sucht sich schon langsam wieder aus, was ihr schmeckt und was nicht.
      Ich hoffe, sie verschont uns für den Rest unserer Jahre ab jetzt mit solchen Schreckmomenten.

      Liebste Grüße

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