Ein Jahr Schilddrüsenunterfunktion beim Hund

Ein Jahr Schilddrüsenunterfunktion beim Hund

Vor etwas mehr als einem Jahr haben wir endlich herausgefunden,was mit Abby nicht stimmt. Dass etwas nicht richtig war, das hatte mir mein Bauchgefühl schon länger gesagt. Nur herauszufinden was genau  nicht stimmte, das dauerte. Vor etwas als einem Jahr also endlich die Diagnose: Schilddrüsenunterfunktion beim Hund.

Abby war also krank. Aber nicht so, dass wir uns seelisch und moralisch von ihr verabschieden mussten. Wir mussten eben nur alles etwas umstellen, sie bekam seit dem Tabletten und hatte so die Möglichkeit, wieder ein halbwegs normales Leben zu führen. Aber hat sie das? Nach gut einem Jahr Tablettengabe ziehen wir Bilanz!

Ein Jahr Schilddrüsenunterfunktion beim Hund – Wie hat es sich entwickelt?

Schon krass, wenn man auf ein Jahr zurückblickt, dass so viele gute und auch schlechte Zeiten hatte. Wirklich, einen Hund mit einer Schilddrüsenunterfunktion zu haben verändert das Leben komplett. Nicht unbedingt ins Schlechte, aber man muss lernen damit zu leben. Aber man wächst ja bekanntlich mit seinen Aufgaben.

So hatte schon eine Nahrungsumstellung vor einem Jahr eine große Erleichterung gebracht und auch die Tabletten schlugen Gott sei Dank schnell an. Schon recht schnell wurden mit Abby wieder Dinge möglich, die die Jahre davor undenkbar waren. Die Leinenführigkeit wurde besser und ich freute mich über jede Hundebegegnung, bei der wir dem anderen Hund näher und näher kommen konnten, ohne dass Abby sich in die Leine hing.

Nach fast zwei Jahren Dauerstress mit Abby fing Training wieder an Sinn zu machen und vor allem Fortschritte zu machen. Natürlich war mir mehr als bewusst, dass ich keine Wunder verlangen durfte und schon gar nicht, dass sich nur mit diesen Tabletten Abbys Verhaltensauffälligkeiten in Luft auflösten. Aber wir bekamen sie in einen Zustand, in dem sie wieder ansprechbar und trainierbar wurde. Mehr wollten wir nie.

Jetzt, ein Jahr später, kann ich sagen, dass die Diagnose Schilddrüsenunterfunktion beim Hund kein Weltuntergang ist. Ja, es ist ein hartes Brot, aber es ist auch gleichzeitig eine Chance. Nämlich mit seinem Hund zu wachsen.

So musste ich lernen, wie ich Abby beibringen kann, wirklich immer ordentlich an der Leine zu laufen. Und das begann mit mir und meiner Einstellung. Ein „Das hat die letzten Jahre nicht funktioniert, das bringt jetzt auch nichts“, führt genau zu diesem Ergebnis. Also musste ich hier nicht nur an Abby arbeiten, sondern auch an mir. Und sobald ich aufhörte, uns als Opfer zu sehen sondern diese Krankheit samt Behandlung als Chance sah, so stellten sich auch schnell Trainingserfolge ein.

Leinenpöbeln? Nicht mehr bei mir.

Nächste Woche berichte ich euch, wie ich genau an mir gearbeitet habe, um wieder Hoffnung in uns stecken zu können. Wir haben so viel schlechtes durchgemacht, mussten so viel einstecken. Ich kann euch sagen, das hat nicht nur an Abby genagt, sondern auch an uns. Sind wir dem überhaupt gewachsen? Können wir als Normalo-Hundehalter das überhaupt schaffen?

Ich kann euch sagen: Wenn ihr euch traut und alle Kritiker, die behaupten die Schilddrüsenerkrankung beim Hund ist nur eine Ausrede, außer Acht zu lassen und sich nur auf sich und seinen Hund konzentriert, dann schafft man das auch. Ich kann inzwischen behaupten, wenn ich richtig bei der Sache und positiv eingestimmt bin, dann geht Abby bei Hundebegegnungen nicht mehr in die Leine.

Auch das Leinelaufen funktioniert inzwischen eigentlich recht gut. Dennoch müssen wir bei Abby noch viel (neu) lernen, weswegen wir es momentan genießen unsere Spaziergänge in einem ruhigen Wald zu machen, bei dem wir nicht mit allzu vielen Tut-Nixe rechnen müssen. Aber selbst wenn doch mal ein Hund plötzlich bei uns steht: Abby checkt die Situation ab. Mag sie den Hund, wird gespielt. Mag sie ihn nicht, geht sie weiter. Fremde Hunde lösen bei uns beiden keine Herzattacken mehr aus und das tut richtig gut. Vor allem wächst so auch wieder das Vertrauen in einen selbst, und in Abby.

Und was ist das Beste nach einem Jahr?

Ja, das kann ich euch sagen: Wir können ein (fast) normales Hundeleben führen. Vor einer Woche waren wie für ein langes Wochenende in einem Ferienhaus in Potsdam. Noch vor einem Jahr hatten wir beschlossen, Abby nicht mehr mit in den Urlaub zu nehmen. Der Grund war ganz einfach: Für sie war Urlaub keine Erholung, sondern purer Stress. Der Urlaub an der Ostsee ein Katastrophe und die größte Belastungsprobe für unsere Hund-Mensch-Beziehung. Wenn man natürlich weiß, dass der Hund krank ist und wie diese Krankheit auf ihn wirkt, so geht man mit anderen Erwartungshaltungen ran.

Der Vermieterin hatte ich gesagt, dass Abby die erste Zeit sehr nervös ist und sie sich nicht wundern soll, wenn es etwas lauter ist. Abby ist nicht schlecht erzogen, hat nur eben Probleme mit fremden Umgebungen. Das nahm auch uns den Druck raus. Und wisst ihr was? Nachdem Abby 3 mal alles abgelaufen ist, war die Sache für sie (fast) erledigt. Gut, sie wollte immer in unserer Nähe sein, aber das war okay. Immerhin hatte ich sie auch gerne im Blick. Beim Abendessen hatte ich dann den RelaxoDog angemacht. Zu dem Zeitpunkt waren wir keine zwei Stunden dort und Abby legte sich kurz zu uns in die Küche. Da saß ich da auf dem Stuhl mit der Gabel im Mund und den Tränchen in den Augen.

Wir hatten viele schlechte Momente in dem letzten Jahr. Das ist normal in der Einstellungsphase und das wird es ab und an auch wieder geben. Weil Abby eben krank ist und diese Krankheit nicht linear verläuft. Aber wenn ich mir ansehe, was wir in dem letzten Jahr erreicht und geschafft haben, dann bin ich wahnsinnig stolz auf uns – und vor allem auf das Hundekind. Weil sie sich nie aufgegeben hat und das werden wir auch nicht tun.

Auf die nächsten 10 Jahre, du doofe Krankheit!

Eure Dini

2 Gedanken zu „Ein Jahr Schilddrüsenunterfunktion beim Hund

  1. Ich freue mich, dass ihr einen guten Weg für euch gefunden habt und euch nicht habt beirren lassen. Besonders schön natürlich, dass jetzt auch Urlaube entspannter möglich sind und ihr einfach die gemeinsame zeit mehr genießen könnt.
    Natürlich wird es auch immer mal wieder Veränderungen geben – dass ist eben auch der Krankheit geschuldet. Aber ich bin sicher, ihr bekommt alles in den Griff.

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Cara und Shadow

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