Der Selbsttest: Nervennahrung für den Hund || Werbung

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Mein Hund ist ganz oft, furchtbar nervös. Aus unersichtlichem Grund. Krankheitsbedingt. Dennoch geht es ganz vielen Hunden auch so, dass sie einfach unruhig sind, ohne dass man den Auslöser erkennt. Ich werde ganz oft gefragt, ob man da Ernährungstechnisch etwas machen kann und ich bin überzeugt: Ja, es gibt sie. Die Nervennahrung für den Hund.

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Die Nervennahrung für den Hund

Gehen wir einmal knapp 2 Jahre zurück. Damals hatte ich mit der Ausbildung zur Hundeernährungsberaterin erst angefangen und Abbys Diagnose stand gerade fest.

Ich kann mich noch ganz genau an das erste Telefonat mit unserer Schilddrüsenexpertin erinnern. Sie erzählte mir damals, dass sie ihre Schilddrüsenkranken Hunde ganz besonders füttert. Mit weniger Fleisch und vieeeeelen Kohlenhydraten. Kartoffeln füttert sie am liebsten, das vertragen die Hunde am besten. Zusammen mit den Medikamenten wären ihre betroffenen Hunde viel ruhiger und ausgeglichener.

Ein Widerspruch zu alle dem, was ich später in meinen Ausbildungen zur Hundeernährung noch lernen sollte. Manche verteufeln Kohlenhydrate nämlich, andere sagen sie sind okay. Studien zu dem Thema gibt es. Aber wie so oft gibt es zu jeder Studie auch eine Gegenstudie oder Gegenmeinungen. Was also tun?

Wieso werden Kohlenhydrate zur Nervennahrung?

Als ich anfing mich mit dem Thema Kohlenhydrate in der Hundeernährung genauer zu beschäftigen, stieß ich auf das Buch „Die Neuropsychologie des Hundes“. (Übrigens ein Buch, dass ich jedem sehr empfehlen kann!) Darin wurde sich auch mit der Fütterung von Kohlenhydraten und deren positive Wirkung auf unsere Hunde beschäftigt.

Hierbei geht es in erster Linie um Tryptophan, einer Aminosäure. Diese soll in höherer Dosis eine beruhigendere Wirkung auf die Hunde haben. Studien sollen gezeigt haben, dass dieses Tryptophan und deren Fütterung wie eine Art Nervennahrung für Hunde gilt. Viele Skeptiker sprechen hierbei aber von Quatsch.

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Meine Schilddrüsenexpertin argumentierte aber nicht mit Tryptophan, sondern mit Glukose, welches sich ebenfalls in den Kohlenhydraten befindet. Hunde können Glukose aus Fett und Protein zwar selber bilden, besonders nervöse Hunde bräuchten aber eben mehr Glukose für das Gehirn, als „normale“ Hunde. Durch die Fütterung von Kohlenhydraten, bestenfalls Kartoffeln, würden die Hunde also einen Boost an Glukose bekommen und das tut dem Gehirn der Hunde sehr gut und damit auch ihrem ganzen Verhalten.

Der Selbsttest

Gut, zu diesem Thema gibt es Befürworter und Gegner – wie in allem. Was macht man also? Sich am besten eine eigene Meinung bilden und das haben wir getan.

Ich weiß noch, dass wir recht schnell (und noch vor der Gabe der Schilddrüsentabletten) damit begonnen haben, uns an die Fütterungsempfehlung der Schilddrüsenexpertin zu halten. Das hieß: Abby bekam früh morgens immer eine große Portion Kartoffeln und abends dann ihr Fleisch. Skeptisch, dass es etwas bringt, war ich zwar, aber wer nicht gewagt der nicht gewinnt.

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Und so dauertes es nur ein paar Tage und mein furchtbar aufgeregtes Hundekind konnte draußen wieder normal Spazieren gehen. Sie flippte nicht mehr völlig aus, wenn es auf die Straße ging und Spaziergänge waren wieder möglich. Ich war total erstaunt!

Das Problem

Nur schlich sich mit der Zeit ein Problem ein: Die Menge an Kartoffeln, die man nur gekocht füttert, musste täglich vorbereitet werden. Eine riesen Arbeit, die mit Kind und Job einfach ab und an vergessen wurde. Ja, wir schlechten Hundeeltern. Es war einfach lästig und anstrengend.

Dank der Tabletten besserte sich Abbys Verhalten zudem zusätzlich und das gröbste hatten wir wohl überstanden.

Dennoch gibt es immer wieder Phasen, in denen Abby etwas Nervennahrung benötigt. Das merke ich dann ganz genau. Deswegen musste etwas Praktikables her. Etwas, was schnell geht und bei dem es nicht schlimm ist, wenn ich es einmal vergesse.

Die Alternative?

Durch Zufall fand ich bei unserem Fleischhändler des Vertrauens Kartoffelflocken. Dabei handelt es sich um dehydrierte Kartoffelstückchen, die nur mit Wasser wieder aufgefüllt werden. Für ein Kilo habe ich knapp 8 Euro bezahlt und war gespannt, ob diese Flocken die gleiche positive Wirkung auf Abby haben, wie die richtigen Kartoffeln.

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Zu allererst war ich aber von der Handhabung sehr enttäuscht. Auf der Verpackung befand sich keine richtige Dosierungsanleitung. Es stand nur darauf, dass die aufquellenden Kartoffelflocken etwa das dreifache ihrer Menge erreichen werden. Wie viel ist das aber in Gramm? Für die Ernährung wäre das ja schon recht gut zu wissen. Ehrlich gesagt weiß ich eine genaue Dosierung bis jetzt nicht, auch wenn ich inzwischen ein Gefühl dafür habe, wie viel ich für Abby vorbereiten muss.

Man übergießt die Kartoffelflocken mit kochendem Wasser und lässt alles knapp eine viertel Stunde quellen. Dann könnte man es rein theoretisch füttern – wenn es nicht noch heiß wäre. Auch die Konsistenz ist eher merkwürdig. Ich hatte damit gerechnet, dass es sich zu einer Art Kartoffelbrei entwickelt. Stattdessen ist es eine festere Suppe.

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Abby mochte diese Pampe auch nicht immer fressen, tat es aber wiederwillig dann doch – es gab ja auch nichts anderes.

Für uns eine Alternative? Nur bedingt. Wer mit dieser Art der Fütterung klar kommt, für die ist sie sicher geeignet. Wir machen diese Packung jetzt noch alle und wenn wir Abby „kurweise“ große Kartoffelmengen kochen, dann werden wir lieber wieder frische Kartoffeln verwenden. Übrigens war sie auch nicht ganz so entspannt, wie bei der Fütterung von richtigen Kartoffeln. Bei uns persönlich sind die Kartoffelflocken also eher durchgefallen.

Übrigens, falls euch das Buch „Die Neuropsychologie des Hundes“ interessiert, könnt ihr es euch gerne hier bestellen. Für euch entstehen dadurch keinerlei Mehrkosten, ich bekomme aber eine kleine Provision und kann euch auch weiterhin kostenlosen Content bieten.

Füttert ihr eurem Hund auch Kohlenhydrate? Was für Erfahrungen habt ihr damit gemacht?

Eure Dini

4 Gedanken zu „Der Selbsttest: Nervennahrung für den Hund || Werbung

  1. Ich glaub den Test werde ich mit Odin auch mal machen. Der ist ja auch so nervös und schnell gestresst. Unsere Trainerin hatte auch schonmal gemeint das für ihn in dem TroFu das wir gefüttert haben evtl zu viel Protein war. Hab das mit den Kohlenhydraten aber nie wirklich durchgezogen, weil Odin sowieso schon sehr zu Zahnsteinbildung neigt. Aber seit es große Fleischstücke gibt, ist das eh viel besser. Nur das mit den Kohlenhydraten hatte ich schon wieder ganz vergessen.
    Aber fütter ich dann trotzdem noch die gleiche Menge an Fett und dafür weniger mageres Fleisch? Ich hab gelesen, dass es für irgendein Organ (weiß nicht mehr welches) auf Dauer schlecht ist, wenn der Hund Energie aus Kohlenhydraten gewinnen muss. Und er neigt generell zum Abnehmen.

    Liebe Grüße,
    Julia mit Odin und Freya

  2. Ich muss gestehen, ich habe mir darüberauch noch nie Gedanken gemacht – aber bisher haben uns unsere verschiedenen Hunde auch sehr deutlich gezeigt, welche Nahrung sie bevorzugen. Dingo und Lady haben sehr ausgewogene Mischungen aus Fleisch und Gemüse und Kartoffeln/Reis/Nudeln bevorzugt. Damon war eher der reine Fleischfresser (es sei denn, es gab Kuchen oder Kekse). Laika beovrzugte Milchprodukte und Brot. Cara ist glücklich mit gekochten Sachen mit mehr Gemüseanteilen und Shadow bevorzugt Fleisch in rohem Zustand und großen Mengen!
    Wir haben die besten Erfahrungen damit gemacht unsere Hunde so zu füttern, wie sie am besten fressen 😉

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Cara und Shadow

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