So spielen Hunde || Werbung

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Bevor man sich einen Hund anschafft hat man ganz viele Bilder im Kopf, wie das Zusammenleben später aussehen wird. Für mich war eines der schönsten Bilder, wie Abby und ich zusammen spielen. Rückblickend habe ich die letzten (fast) 6 Jahre viel gelernt und kann sagen, dass sich meine Vorstellung „mit dem Hund spielen“ sehr gewendet hat, umso mehr ich mich mit den Bedürfnissen von Hunden auseinander gesetzt habe. Daher die Frage: Wie spielen Hunde denn überhaupt?

Was ist Spiel?

Schauen wir mal, was der Duden unter spielen versteht. Hier findet man in der Definition von spielen, sich “ zum Vergnügen, Zeitvertreib und allein aus Freude an der Sache selbst auf irgendeine Weise betätigen, mit etwas beschäftigen“.

Jetzt gibt es für uns Menschen verschiedene Arten zu spielen. Es gibt Brettspiele, Kartenspiele und Gesellschaftsspiele. Alle diese vermeintlichen Spiele zielen aber darauf ab, dass einer am Ende gewinnt. Rein aus Freude an der Sache selbst ist dieses Spiel also nicht.

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Anders ist das, wenn man sich einmal unsere Kinder anschaut. Die wissen noch was es heißt, wirklich noch um des Spielens Willen zu spielen. Bei Mutter, Vater, Kind kann niemand gewinnen und auch andere Rollenspiele haben nur den Zweck, Spaß zu haben.

Wie spielen Hunde?

Unsere Lieblinge spielen natürlich weder mit Karten, noch mit Brettern. Auch bedeutet ein Ballspielen mit ihren Menschen nicht automatisch, dass sie spielen. Vielmehr wird hierbei der Jagdtrieb genutzt. Beim Spielen darf jeder machen was er möchte, es gibt kein richtig und kein falsch. Wenn ein Hund zum Beispiel den Ball nicht bringen würde, dann wäre das in den Augen der Menschen falsch. Somit fällt dieses „Spiel“ aus der Definition.

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Aber was ist dann Spiel für unsere Hunde?

Wichtig ist zu wissen, dass unsere Hunde nur spielen, wenn sie sich sicher fühlen.  Das bezieht sich aber nicht nur auf die lokalen Gegebenheiten, sondern auch auf die Gesellschaft. Wenn ein Hund sich eingeschüchtert oder verängstigt fühlt, wird er mit seinem Gegenüber nicht in ein lockeres Spiel einstimmen, da er Angst vor den Konsequenzen seines „freien“ Tuns haben müsste.

Daher spielen Hunde auch eher mit ihnen bekannten Hunden, statt mit Hundebekanntschaften, die man bei der Gassirunde gerade getan hat. Hierbei lässt sich aber keine pauschale Aussage tätigen. Wenn ihr merkt, dass euer Hund sich zu Raufspielen einlässt, dann fühlt er sich in dem Moment sicher und kann das Spielen auch genießen.

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Welche Spielformen sind für Hund und Mensch Bindungsfördernd?

Tatsächlich ist bekannt, dass jegliche Art von (positiver) Beschäftigung Bindungsfördernd für Mensch und Hund. Jemand, der sich nicht mit seinem Hund beschäftigt, wird für seinen Hund langweilig und der Hund sieht keinen Grund darin in ein Zusammenleben zu investieren.

Aber wie spielen unsere Hunde am liebsten? Habt ihr schon einmal den Begriff „Soziales Spielen“ gehört? Dabei begibt man sich auf Augenhöhe des Hundes und schaut einfach, wohin das Spiel geht. Wichtig ist dabei, dass wir als Menschen kein Ziel verfolgen. Schaut einfach mal, was euer Hund euch anbietet, was er macht, wie er agiert. Außerdem ist es freiwillig und ihr spielt komplett ohne Belohnung. Die Rollen im Spiel werden immer wechseln. Wenn ihr zum Beispiel Fangen mit eurem Hund spielt, dann seid einmal ihr der Fänger und im nächsten Moment wieder derjenige, der gefangen wird. Die Übergänge sind fließend und können jederzeit wechseln.

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Welche Spielsignale gibt es im Sozialen Spiel?

Wenn ihr euch auf Augenhöhe mit eurem Hund begebt und mit ihm wirklich um des Spielens Willen spielt, dann ist es auch erlaubt, normalerweise unerlaubtes Verhalten zu zeigen, ohne dass dem Hund dadurch Nachteile entstehen.

So könnt ihr aber auch hündisches Verhalten nachahmen. Die Spielverbeugung könnt ihr ganz einfach auf Knien nachahmen, in dem ihr euren Vorderkörper absenkt. Auch erkennt man bei Hunden ein sogenanntes „Spielgesicht“. Das ist bei euch einfach ein wirklich, ernst gemeintes Lachen. Das erkennen eure Hunde auch als Spielgesicht.

Auch könnt ihr eurem Hund andeuten, dass ihr gefangen werden möchtet. Das geht ganz einfach durch betontes Annähern und dann Weglaufen mit Rückwärtsblick. Gespielt fangen könnt ihr euren Hund aber auch. Dazu reicht es, wenn ihr mit gedrosselter Geschwindigkeit vor oder hinter dem Hund herlauft.

Wie bringt man den Hund in Spiellaune?

Ich persönlich liebe das Soziale Spiel mit Abby, auch wenn man bei ihr sehr aufpassen muss. Durch ihre starken Pfoten sehe ich nach dem Spielen immer aus, als hätte mich ein Hund böswillig attackiert, dabei hatten wir einfach nur Spaß.

Aber als wir mit dem sozialen Spiel begonnen hatten, wusste Abby so gar nicht wirklich, was ich von ihr möchte. Kannte sie bisher ja nur die üblichen „Hundehalter-Spiele“, wie Ball werfen oder Verstecken von Leckerchen. Daher musste ich ihr erst einmal zeigen, dass ich jetzt mit IHR spielen möchte und das auf die hündische Art und Weise.

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Wichtig ist dazu, dass ihr richtig Lust darauf habt, mit eurem Hund zu spielen. Ein halbherziger Versuch wird scheitern, auch wenn ihr Sorge habt, dass euch andere Hundehalter bewerten. Ihr müsst wirklich, wirklich Lust auf das Spiel haben und dann wird sich dieser Enthusiasmus auch auf eure Hunde abfärben. Fangt dann einfach an zu spielen, rennt auf der Wiese umher, spielt mit eurer Familie. Ihr werdet merken, euer Hund lässt sich ganz schnell anstecken. Bei uns zumindest klappt das immer sehr gut und es dauert nicht lange und Abby möchte mit uns mitspielen.

Ihr wollt mehr zum Thema Spiel und Hund erfahren?

Es ist wirklich total spannend. Wenn man einmal begreift, dass Bällchen werfen nicht das Ende der Fahnenstange ist, sondern dass das Soziale Spiel so viel Freiraum lässt für Kreativität und vor allem Spaß mit dem Hund, dann möchte man am liebsten gar nicht mehr aufhören mit Spielen.

Bisher fand ich es aber immer recht schwer an Informationen zum Thema „Soziales Spiel“ zu kommen. Jetzt ist allerdings ein Buch im Kosmos Verlag erschienen, der sich auf 225 Seiten komplex und auch wissenschaftlich mit dem Thema befasst.

„Auszeit auf Augenhöhe“ wurde von niemand geringerem als Dr. Udo Ganslosser und Mechtild Käufer geschrieben. Herr Ganslosser dürfte inzwischen den meisten in der Hundeszene ein Begriff sein, weil er einfach ganz großartige, wissenschaftlich fundierte Bücher schreibt, die aber auch jeder Laie versteht. Zusammen mit der Hundetrainerin Frau Käufer ist es ihm gelungen, das Thema „Soziales Spiel“ so zu verpacken, dass man am liebsten gleich mit seinem Hund spielen möchte.

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Man lernt in dem Buch den Unterschied zu erkennen zwischen Menschen gemachten Spielen und dem, was unsere Hunde wirklich unter Spiel verstehen. Ihr werdet lernen, wie euer Hund zu spielen, ihm zu vertrauen und somit eine engere Bindung zu ihm aufzubauen.

Was man allerdings sagen muss ist, dass das Buch sicherlich keines ist, was man abends kurz vorm Schlafengehen lesen kann. Dazu bietet es zu viel Input, den man auch verarbeiten können muss. Das fand ich kurz vorm Schlafengehen sehr schwierig. Daher empfehle ich es entweder auf dem Weg zur Arbeit oder in der Badewanne zu lesen. Ich konnte mich dann besser auf das geschriebene konzentrieren, es auch reflektieren und verinnerlichen.

Wenn ihr jetzt auch gerne mehr über das Thema Soziales Spiel mit dem Hund lernen wollt, so kann ich euch das Buch wirklich sehr ans Herz legen. Natürlich könnt ihr es hier gleich bestellen. Für euch entstehen dadurch keinerlei Mehrkosten, ich bekomme allerdings eine kleine Provision und kann euch auch weiterhin kostenlos Informationen zur Verfügung stellen.

Aber jetzt verratet mir doch mal: Wie spielt ihr mit euren Hunden? Habt ihr das Soziale Spiel auch schon für euch entdeckt? Wenn ja, wie seid ihr darauf gekommen?

Eure Dini

Ein Gedanke zu „So spielen Hunde || Werbung

  1. Ein wirklich interessanter Artikel – der mich auch sehr zum Schmunzeln gebracht hat. Ich würde jetzt fast in eine Art der „Märchenerzählung“ fallen: vor vielen, vielen Jahren – als weder Spielarten noch Fütterungsarten bei Hunden einen Namen brauchten oder hatten – zog mit unserem ersten Hund Dingo auch das Spiel mit ihm bei uns ein 😉

    Wir haben damals – vor mehr als 25 Jahren – ohne größeres Überlegen einfach auf Dingos Spielaufforderungen reagiert – und uns auf allen Vieren mit ihm gebalgt, ihn gejagt oder sind von ihm gejagt worden. Wir haben ihn auf Hundeart zum Spielen motiviert und hatten viel Spaß dabei.
    So ist es auch bei allen weiteren Hunden gewesen – wobei ich zugeben muss, wenn man zwei Hunde hat dann ist es doch anders. Beide haben zwar auch viel Freude am Spiel mit uns – aber irgendwann ist es doch für sie „einfacher“ miteinander zu spielen … besonders, weil wir die spielerischen zupfer nicht so gut wegstecken wie der hündische Partner 😉

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Cara und Shadow

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