Warum ich gerade keinen Bock mehr auf Hundeernährungsberatung habe.

Warum ich gerade keinen Bock mehr auf Hundeernährungsberatung habe.

Letzte Woche habe ich euch noch erzählt, dass ich im Blog weiterhin Dinge ansprechen werde, die mir einfach durch den Kopf gehen. Heute ist gleich so ein Beitrag dran.

Seit Wochen ist da so ein Gefühl in mir, ein unterschwelliges Bauchgrummeln. Hervorgerufen wird es bei dem Gedanken wieder Hundeernährungsberatungen zu machen. Nicht, weil ich keine Lust drauf hätte. Im Gegenteil…

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Hundeernährung ist so ein spannendes Feld und eine gesunde Ernährung kann das Wohlbefinden des Hundes so enorm verbessern. Wenn man eben nur ein paar Kleinigkeiten bedenkt.

Doch in den letzten Wochen, als ich eben doch mal etwas Zeit hatte und im Handy bei einigen Facebook-Gruppen quergelesen habe, ist mir ein erschreckender Trend bewusst geworden. Zum Thema Hundeernährung gab es immer schon Diskussionen und jeder wusste es immer besser. Dafür hat man sich dann eben an die Ernährungsberater gewandt. Doch inzwischen merke ich auch, dass auch bei denen es jeder besser weiß und jeder den anderen berichtigt und ihn mit Texten sogar bloßstellt.

Früher gab es immer nur schwarz oder weiß. Ihr wisst, ich mag das nicht. Für mich gibt es auch viel grau und Einzelfallentscheidungen. Es gibt Hunde, die Barfen nicht vertragen. Es gibt Hunde, die mögen BARF nicht. Es gibt Hunde, die kommen mit Trockenfutter besser zurecht und das ist auch alles gut so.

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Jetzt liest man aber immer mehr von Hundeernährungsberatern, dass dieses Grau ab jetzt das Schwarz oder Weiß ist. Aus Einzelfallentscheidungen werden Grundsätze gemacht und die armen Hundehalter noch viel mehr verunsichert. Was man gerade verstanden hat wird jetzt als falsch hingestellt und ganz neue Theorien werden in die Welt hinausposaunt.

Man macht eine Beratung nach bestem Wissen und Gewissen und ein paar Tage später erscheint irgendwo ein Artikel zu einer selbstgebildeten Meinung eines Ernährungsberaters. Diese Beiträge pochen immer darauf, dass sie Recht haben und nur sie – alle anderen irren sich ja. Und der arme Hundehalter? Der ist total durch den Wind und weiß nicht weiter… Wem soll er glauben? Dem Ernährungsberater, der ihm erst noch alles ausführlich erklärt hat und für den er Geld bezahlt hat oder dem, der am lautesten schreit? War sein Geld vielleicht sogar zum Fenster herausgeworfen?

Auch ist die Qualität unter den Hundeernährungsberatern so unterschiedlich, dass ich mich manchmal echt schwer damit getan habe für eine Rationsanpassung Geld zu nehmen, weil der Berater vor mir einfach nicht beraten hat sondern den Hundehaltern nur einen Plan hingeklatscht hat. Und dann kommt meine Arbeit mit circa 3 Seiten Erklärungen und einem Telefonat, damit ich auch wirklich alle Fragen aus dem Weg räume. Ich möchte, dass meine Kunden verstehen was ich da mache, bin aber niemand der laut rumschreit, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben… Und dann kommt eben jemand der laut schreit…

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Fehlt es vielleicht an Ideen?

Nein, ganz sicher nicht. Ich hatte für dieses Jahr wirklich großartige Dinge geplant. Für meine Kunden war gerade eine Broschüre in Arbeit, die noch einmal mehr Informationen auf einen Blick für sie bereit hielt.

Ich wollte weitere Onlinekurse aufnehmen und dann anbieten. Was für spannende Themen im Raum standen.

Und vor allem wollte ich etwas ganz Neues starten: Den ersten Barf-Youtube-Channel. Der Kanal ist bereits vorbereitet, die Themen stehen und sind vorgeschrieben. Aber gerade bin ich so unsicher, ob ich das wirklich noch machen soll. Soll ich noch einmal eine andere Meinung, nämlich meine, in die Welt heraustragen und die armen Hundehalter noch mehr verunsichern? Oder soll ich lieber einfach weiterhin Lektüre empfehlen und mich nicht mit in den Ring an Meinungen von Profis und Pseudoprofis werfen?

Ich bin mir gerade echt unsicher und das nimmt mir den Spaß an der Hundeernährungsberatung….

Eure Dini

8 Gedanken zu „Warum ich gerade keinen Bock mehr auf Hundeernährungsberatung habe.

  1. Ach herrje, das Gefühl kenne ich.
    Da hilft nur, mal eine Weile nicht so viel zu dem Thema im Internet lesen.
    Konzentrier Dich auf die realen Menschen die wenig Ahnung von dem Thema haben und Deinen Rat dringend brauchen.
    Kopf hoch.
    Ich finde die Idee mit dem Youtube Kanal ganz toll. Ich werde weiterhin alle Deine Pins pinnen, denn ich finde Deine Arbeit ganz toll.
    Liebe Grüße
    Silke
    von Herzenshund kerngesund

    1. Liebe Silke,

      vielen lieben Dank für deine lieben Worte. Ich weiß es auch sehr zu schätzen, wenn du meine Pins weiter verteilst 😀

      Ja du hast sicher Recht, ich brauche eine FB-Gruppen Auszeit zum Thema Hundefutter. Das werde ich auch so machen!

      Liebe Grüße
      Dini

  2. Ich kann Dich gut verstehen – ich glaube rund um das Thema Hund gibt es so vieles, was die Halter spaltet … und Ernährung steht ganz weit oben.
    Ich bin der Meinung, solange der Hund gesund ist sollte jeder füttern wie es für ihn und den Hund am besten ist.
    Ich werde bei jedem Thema vorsichtig, bei dem ein bestimmter Weg als der einzig richtige angepriesen wird. Bei Futtern ist es BARF oder gnaz neu auch Prey … bei Leinen sind es die „verfluchten“ Flexis … bei Beschäftigung ist es entweder zu viel oder zu wenig … bei Erziehung zu streng oder zu wenig. Und gerade das Internet sorgt dafür das sehr viel Halbwissen von Leuten verbreitet wird, die einen Artikel gelesen haben, in den paar Monaten die ihr Hund bei Ihnen lebt damit auch Erfolge hatten und jetzt denken, sie hätten den einzig richtigen Weg für alle Hundeprobleme auf der Welt gefunden 🙂

    Ich wünsche Dir, dass Du den für Dich richtigen Weg findest und wieder Lust auf Deine Projekte bekommst.

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Cara und Shadow

    1. Liebe Isabella,

      ach da hast du Recht. Im Thema Hundeerziehung stecke ich wahrscheinlich nicht tief genug drin, als dass mich das so beschäftigt. Ich sollte einfach wieder aus den FB-Gruppen aussteigen 😀

      Liebste Grüße
      Dini

  3. Hallo,
    ich kann deine Zweifel und Bedenken gut nachvollziehen. Ich bin dabei mich nebenberuflich als Personal Trainerin und Ernährungsberaterin selbstständig zu machen und im Grunde genommen ist es in diesen Themenfeldern ja leider auch nicht viel anders.
    Jeder meint, für ALLE genau DIE EINE passende Lösung gefunden haben und genau das ist das EINZIG WAHRE….oh, wie ich bei sowas jedes Mal mit den Augen rollen könnte…

    Ich denke, wir sollten uns nicht zu sehr von diesen ‚Möchtegern‘-Profis verunsichern lassen und uns gerade wegen deren ‚Eine Lösung, die auf jeden passt‘-Mentalität mit an den Ring stellen.
    Für alle, die mit deren Lösung eben nicht klar kommen, nicht ihren Ziele erreichen können oder das Gefühl haben, ihrem Hund oder sich mit genau dieser Lösung eben nicht gerecht zu werden. Einach um diesen Kunden zu zeigen ‚Du machst nichts falsch, deren Ansatz ist für dich einfach nicht der richtige‘.
    Auch wenn es schwer fällt und man manchmal wirklich das Handtuch werfen will, glaube ich, dass es am Ende doch jeder einzelne Kunde Wert ist, dem wir mit breitgefächertem Wissen und einer individuellen Lösung geholfen haben – mit einer Lösung, die genau für ihn/sie passt.

    In dem Sinne: Aufstehen, Krönchen richten und auf in den Kampf 😉

    (P.S.: Ein Buch, dass mir sehr geholfen hat gerade solche Zweifel auszuräumen, mich auf meinen Weg zu konzentrieren und nicht von anderen runter ziehen zu lassen ist ‚Cool im Kreuzfeuer‘ von Suzanne Grieger-Langer)

    1. Hallo Nina,

      vielen lieben Dank für deine Worte.
      Du hast absolut Recht. Es ist schon recht schwierig.

      Danke übrigens für die Buchempfehlung. Die werde ich mir einmal ansehen.

      LG Dini

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