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Welpen barfen ist nicht schwer, man muss nur wissen wie.

Auch wenn wir eigentlich noch im Urlaub sind: Diesen Beitrag wollte ich noch im Juni veröffentlichen, da er so gut zur miDoggy Parade passt. Das Thema: „Welpen – die besten Tipps für den Start in ein gemeinsames Leben„. Was ist wohl der beste Tipp als euch etwas Wissen über die gesunde Ernährung von Hunden zu geben? Es gibt nach wie vor einige Menschen, die Angst zu diesem Thema schüren, dabei kann man Welpen barfen ohne später kranke Hunde groß zuziehen.

Manchmal muss ich an die Zeit zurückdenken, in der wir Abby zu uns nach Hause geholt haben. Über was ich mich alles informiert hatte. Auch über das Thema Ernährung hatte ich mir natürlich im Vorfeld Gedanken gemacht. Unsere Züchterin hat ihre Hunde immer gebarft. Da ich damals schon etwas davon gehört hatte, stand für mich fest das auch bei Abby fortzusetzen. Allerdings war der gute Rat unserer Züchterin damals „Ich würde sie als Welpe mit Trockenfutter ernähren. Welpen barfen ist total kompliziert und man muss da sehr aufpassen und kann viel falsch machen.“

Ich hielt mich an ihren Rat und Abby bekam ein Trockenfutter. Gott sei Dank hat sie auch keinerlei Unverträglichkeiten entwickelt. Aus jetziger Sicht (und zugegeben mit viel Lernen) muss ich aber sagen: Das Vorurteil, dass Welpen barfen schwer ist hält sich bis heute. Dabei ist es das gar nicht. Welpen barfen ist nicht schwer und sogar viel gesünder als Fertigfutter – man muss nur wissen worauf mach achten muss.

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Warum es gesünder ist einen Welpen zu barfen.

Bevor ich euch erkläre worauf ihr achten müsst, wenn ihr euren Welpen barfen wollt, solltet ihr erst einmal wissen warum es überhaupt gut ist diesen Weg zu gehen.

In der Welpenzeit lernen unsere Hunde so vieles kennen: Auf Umweltreize und Sozialgefüge legen immer alle sehr viel acht. Dabei übersieht man aber auch, dass unsere Welpen in dieser Zeit auch noch etwas anderes wichtiges kennelernen: Ihre Nahrung.

Dabei passiert im Magen-Darm-Trakt etwas ganz wichtiges: Dieser lernt die aufgenommenen Nährstoffe kennen und erkennen. Dabei lernt der Körper, welche Stoffe für ihn gut sind und welche er verstoffwechseln sollte und was für ihn potenziell gefährlich ist. Bei letzterem spricht man von Erregern. Die guten hingegen sind die Nährstoffe (Fette, Eiweiß und Kohlenhydrate), die der Körper benötigt. Diesen Vorgang bezeichnet man als orale Toleranz.

Der Körper unserer Welpen ist so ausgetüftelt, dass er mit Hilfe von Lymphozyten (also weißen Blutkörperchen) und bestimmter Botenstoffe weiß, welche Stoffe der aufgenommenen Nahrung nicht angegriffen werden sollen. Das bedeutet: Wenn der Körper des Welpen nicht lernt bestimmte Nährstoffe zu akzeptieren, reagiert er auf sie. Dabei heraus kommt dann eine Futtermittelallergie.

Warum ist die Entwicklung der Oralen Toleranz bei Fertigfutter nicht möglich?

Wenn unsere Welpen nach der Muttermilch gleich mit Fertigfutter ernährt werden, hat ihr Körper nicht die Möglichkeit die orale Toleranz zu entwickeln.

Wenn man sich die Zusammensetzung der Fertigfuttersorten ansieht, fällt einem schnell auf, wie viele Inhaltsstoffe enthalten sind. In der Natur würde der Welpe aber niemals derart viele Nährstoffe auf einmal zu sich nehmen. Die orale Toleranz wird auch nicht vom einmaligen Fressen eines Nährstoffes entwickelt, sondern sie dauert ein paar Tage. Das ist übrigens auch der Grund warum man Babys nicht gleich mit 4 Gänge Menüs füttert, sondern erst mit Babybrei einer leichten Gemüsesorte beginnt.

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Welpen barfen – Was sollte man wissen?

Barfen hat zudem den Vorteil, dass man die Qualität des Futters selber bestimmen kann. Klar, man kann natürlich schlechte Qualität für wenig Geld kaufen oder eben etwas mehr bezahlen und dafür ordentliche Qualität füttern. Bei Fertigfutter könnt ihr davon ausgehen, dass ein Futtermittelproduzent nie die Topware nehmen wird. Diese kann er einfach nicht gewinnbringend verkaufen.

Das heißt jetzt aber nicht, dass jeder zum nächsten Discounter rennen, dort Fleisch kaufen und das seinem neuen Welpen geben soll. So bitte nicht. Man sollte sich nämlich durchaus bewusst sein, dass man gerade in dieser sensiblen Phase Schaden anrichten kann, wenn man sich vorher nicht informiert.

Grundsätzlich dürft ihr aber keine Angst vorm Füttern haben. Schauen wir einmal kurz in die Natur: Dort bekommen Tierkinder nie andere Nahrung, als die Erwachsenen. Ein Elefantenbaby frisst das gleiche wie seine Mutter, Tanten und Co. Ein Kirk-Dikdik Baby frisst die gleichen Blätter wie seine Eltern und auch bei unseren nächsten Verwandten den Menschenaffen kommt niemand und gibt den Kindern etwas anderes zu fressen. Alle teilen sich ihr Futter. Daher braucht ihr auch bei Welpen keine Sorge haben und vor allem nicht auf irgendwelche Welpenprodukte zurückgreifen.

Natürlich haben Welpen einen anderen Nährstoffbedarf als ausgewachsene Hunde. Vor allem Calcium wird hier von Skeptikern immer angebracht. Wenn man aber bedenkt, dass Welpen täglich viel mehr fressen als ein erwachsener Hund, so könnt ihr euch sicherlich auch denken, dass der Bedarf über die größere Menge Futter aufgenommen wird. Und tatsächlich ist das auch schon das große Geheimnis: Welpen fressen einfach mehr im Verhältnis zu ihrer Größe und nehmen damit auch mehr Nährstoffe auf.

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Was muss man bei der Rationserstellung für Welpen beachten?

Unsere Welpen ziehen in der Regel ab der 8. Woche bei uns ein. Bestenfalls kennt euer Welpe das Barfen schon vom Züchter. Sollte das nicht so sein, könnt ihr euren Welpen aber in der Regel ohne Probleme umstellen.

Dass Welpen in der Wachstumszeit mehr fressen, habe ich euch ja schon erzählt. Man rechnet um einen Plan aufzustellen mit 4-6% des Körpergewichts. Die Menge kann aber auch in einigen Phasen bis zu 10% gehen – je nach Hund. (Zum Vergleich bei erwachsenen Hunden nimmt man 2-3% des Körpergewichts).

Welpen sollte man außerdem nicht nur 1 oder 2 mal pro Tag füttern, sondern bis zu 4 mal. Auf zwei Mahlzeiten kann man die Fütterung dann mit etwa 6 Monaten umstellen. Die Ration rechnet sich nach den bekannten 80% Tierisch und 20 % Pflanzliche Komponenten.

Die Pflanzliche Komponente besteht zu 25% aus Obst und 75 % Gemüse. Hierbei ist es ratsam, immer eine „Ampel“ im Gemüse zu haben, also ein gelbes, rotes und grünes Gemüse zu verarbeiten. Was noch ein wichtiger Punkt ist: Welpen können Stärke noch nicht verdauen. Das lernen sie erst später. Daher sollte man besonders im jungen Alter darauf verzichten Getreide (und somit Stärke) zu füttern.

Die Tierische Komponente besteht zu 50 % aus Muskelfleisch, 15 % Innereien und 15% Blättermagen.

Auch, wenn viele Hundehalter Angst vor Knochenfütterung haben, auch Welpen sollten schon rohe, fleischige Knochen bekommen. Allerdings vertragen sie noch keine harten Knochen, so dass man entweder nur weiche füttert, wie zum Beispiel Hühnerflügel oder Hühnerhälse, oder gewolfte. Dadurch, dass nur weiche Knochen verwendet werden, muss der Knochenanteil in der Mahlzeit höher gesetzt werden. Hierzu nimmt man 20 %.

Ihr seht, so schwierig ist es gar nicht einen Welpen zu füttern – man muss sich vorher nur etwas Gedanken machen. Wenn ihr ängstlich seid, nehmt euch lieber einen Ernährungsberater zur Seite. Dieser wird euch helfen und die BARF-Pläne anpassen, wenn es so weit ist. An nächstem Jahr werde auch ich euch diesbezüglich wieder helfen.

Habt ihr noch Fragen zur Welpenfütterung?

Eure Dini

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