Alltägliches,  Hundesport

Vom Kreischenden Hundekind und zitternden Fingern || Werbung

Ach wisst ihr was mich momentan am Internet richtig nervt? Man muss jede Verlinkung mit Werbung markieren… Dabei möchte ich euch heute von meinem Geburtstagsgeschenk berichten, das ich gestern eingelöst habe. Also Geld habe ich dafür nicht bekommen, im Gegenteil: Mein Mann hat sogar noch welches bezahlt. Was wir gemacht haben? Abby und ich waren Dogscootern!

Dog- Was?

Im Mai fragte meine geliebte bessere Hälfte, was ich mir denn zum Geburtstag wünsche. Gar nicht so einfach darauf zu antworten. Bis mir einfiel, dass ich vor ein paar Wochen durch Zufall im Internet auf Canicross Leipzig gestoßen bin (und das ist jetzt der Grund, warum der Blogbeitrag mit Werbung gekennzeichnet ist). Kerstin hatte sich vor einigen Monaten selbstständig gemacht und hat angefangen in Leipzig und Umland Seminare zum Thema Canicross und Dogscootern, sowieo Bijeköring anzubieten.

Canicross fällt ja dank meines zerstörten Beckenbodens nach 2 Geburten immer noch aus, aber Dogscootern fand ich schon immer spannend. Seit dem ich das erste Mal vom Zughundesport gehört hatte, habe ich immer wieder gesagt, dass ich Dogscootern irgendwann mal ausprobieren möchte. Tja, aber einfach mal einen Scooter für mehrere Hundert Euro kaufen schien mir nicht Sinn und Zweck der Sache. Beim Zughundesportseminar haben wir alle Basics fürs Canicrossen gelernt, aber Dogscootern ging nicht.

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Und der Herzensmann hat mir den Wunsch erfüllt!

Und tatsächlich, zum Geburtstag hat er mir einen Gutschein für einen Schnupperkurs Dogscootern geschenkt. Nun macht man im Sommer aber eben keinen Zughundesport bei heißen Temperaturen, schon gar nicht 1,5 Stunden.

Kaum ging die kühlere Jahreszeit wieder los, schrieb uns Kerstin an und wir bekamen eine Liste mit möglichen Terminen. Also habe ich mir einen ausgesucht (nämlich gestern) und ab ging es. Ein paar Tage vorher bekam ich noch eine Liste mit Dingen, die wir mitbringen sollten. Einen Helm, Handschuhe (Sollte es genau da nämlich kalt werden), ein Halsband, Leckerlie, Spielzeug, Wasser und einen Napf.

Da wir noch Jöringleinen und ein Zuggeschirr hatten, habe ich die noch mit eingepackt. Hatte ich das Gefühl, dass das Geschirr nicht mehr 100%ig passt, wollte ich mal einen Profi drüber gucken lassen. Voll gepackt mit tollen Sachen ging es dann zum vereinbarten Treffpunkt.

Da stand sie und hob den Scooter aus dem Wagen.

Pünktlich auf die Minute waren wir beide da und konnten auch schon loslegen. Da wir irgendwie im Nirgendwo standen, habe ich Abby die Gegend erkunden lassen und Kerstin hat mir noch einmal die Basics erklärt. Dabei hatte sie auch einen Fundus an Zuggeschirren dabei und ich habe schon mit einem geliebäugelt, welches ich jetzt schon öfter an Hunden gesehen habe.

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Abby war in der Zeit wieder mal etwas lauter und fand es sowieso total blöd, dass wir jetzt rumstanden. Irgendwann ergab sie sich aber ihrem Schicksal und schnüffelte die Gegend ab. (Vor ein paar Monaten hätte sie das wohl nicht gemacht). Dann ging es an die Anprobe unseres Geschirrs. Tatsächlich müssen bei einem Zuggeschirr 4 Punkte perfekt sitzen. Schließlich soll sich der Hund ja nicht verletzen. Nun, 3 Punkte saßen bei Abby perfekt und genau der wichtigste, nämlich vorne das Brustbein, tat es nicht. Also haben wir in Kerstins Zuggeschirrfundus gewühlt und einige anprobiert. Jetzt ratet mal, welches ihr am Ende gepasst hat? Genau, das womit ich sowieso schon geliebäugelt habe.

Und jetzt verrate ich euch noch was: Genau das war natürlich das teuerste Model…

Die ersten Trockenübungen

Jetzt war Abby schon perfekt angezogen. Bevor wir sie aber vor den Scooter spannen wollten, sollte ich mich erst einmal mit dem Dogscooter vertraut machen. Also ging es an ein paar Trockenübungen den Weg hoch und wieder runter. Meine Fresse, ich hatte wegen der eisigen Temperaturen extra 3 Paar Socken, 3 Pullover und eine Strumpfhose an. Und nach 5 Minuten hätte ich mich am liebsten ausgezogen!

Es ist nämlich so, dass ich es nicht gewohnt bin mit den Handbremsen das Rad zu bremsen. Genau die Bremsen hat der Dogscooter aber nur. Also hieß es für mich treten, Bremsen lernen UND gleichzeitig noch Abby davon abhalten an mir hochzuspringen wie eine Geisteskranke. Sie fand das nämlich ziemlich kacke, dass ich da plötzlich mit diesem gelben, schnittigen Gefährt losfuhr. Auf dem Rückweg hatte sie wohl aber kapiert, dass ich damit nicht auf Weltreise gehe sondern wieder zurückfahre und sie ist neben mir getrabt.

Ziemlich cool soweit. Aber kann ich mich jetzt bitte ausziehen? Also ich hatte definitiv Sport gemacht, immerhin habe ich geschwitzt. Das Abendessen habe ich mir schon einmal verdient.

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Jetzt sollte es aber in den Wald gehen!

Jetzt ging es ans Eingemachte. Kerstin erzählte mir noch von einer anderen Kursteilnehmerin, die totale Angst auf dem Scooter hatte. Ehrlich gesagt ging es mir in dem Moment nicht anders. Abby sprang gerade die ganze Zeit nur an mir hoch, war aufgeregt und laut. Was sollte das jetzt nur gleich werden? Aber nein, der Herzensmann hat hier Geld für bezahlt, wir lassen uns jetzt nichts anmerken, dass wir gerade gerne in Embryonalstellung zurück ins Bett wollen.

Let the Show begin. Abby wurde eingespannt, Kerstin hatte Leckerlies in der Hand und übte erst einmal das Line out mit ihr. Dabei soll der Hund nur bei gespannter Leine vorm Scooter stehen und auf das „Go!“ warten.

Das hat sie wirklich sehr gut gemacht. Ich stand also hinten auf dem Dogscooter bereit und kaum ist Kerstin auf das Fahrrad gestiegen und vorneweg gefahren, habe ich das Go gegeben und Abby rannte hinterher.

Echt… sie rannte. Auf einer Spur. In einem Tempo, Holla die Waldfee! Und sie rannte und sie rannte… und rannte… Bis Kerstin die erste Etappe beendet hatte. Gefühlt waren das Kilometer! In Wirklichkeit waren es sicher nur 3-400 Meter. Aber woaaaaah! Das war wie fliegen!

Dann hatte Abby sich eine kurze Verschnaufpause verdient. Also wurde sie abgemacht und konnte so laufen. Kerstin gab mir weiter Tipps und erzählte von ihren Hunden, bis wir Abby wieder vor den Dogscooter spannten. Wieder wurde das Lineout geübt, was dieses Mal aber lauter stattfand. Jetzt hatte Abby verstanden, um was es hier ging und war dementsprechend aufgeregt.

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Und wieder musste ich mich nur auf den Dogscooter stellen und Abby zog und zog und zog. Kerstin meinte, ich kann Abby gerne loben und so bekam sie von mir natürlich auch „Super!“ „Fein!“ und auch mal ein „Weiter“. Blöd nur, dass Abby bei jedem Wort von mir nach hinten schaute was ich von ihr wollte und dann natürlich auch langsamer wurde und stehen bleiben wollte. Kerstins Diagnose „Ihr habt so eine enge Bindung, dass sie alles richtig machen will. Wenn du dann etwas sagt, verwirrt sie das“. Jo, kenn ich. Deswegen kann ich Abby bei anderen Trainings auch nie zwischendrin loben. Also neue Anweisung: Sie motiviert Abby, ich fahre einfach nur.

So gab es immer wieder Wechsel zwischen Ziehen und Freilaufen, bis die Sonne unterging. Irgendwie viel zu früh… Abby hat das meiner Meinung nach echt großartig gemacht. So viel besser, als ich es mir erträumt hätte.

Und die Moral von der Geschicht?

Abby und ich laufen heute rum wie falsche Fufziger. Ich würde so gerne wieder auf den Scooter. Der ist aber gerade in keinerlei Budget. Aber nach gestern würde ich Abby und mir sogar das Rad zutrauen. Dafür brauche ich aber noch ein wenig Equipment, wie eine Bikeantenne und eben das passende Geschirr.

Ja, das hat wahnsinnig Spaß gemacht. Es ist noch wahnsinnig Arbeit, aber ich glaube es ist für Abby wirklich richtig Spaß. Und jetzt sag ich etwas, was ich im normalen Leben nieeeee sagen würde: Wenn mein Beckenboden okay wäre, würde ich heute mit ihr noch Canicrossen gehen…

Also wir sind im Zughundesport-Fieber. Jetzt richtig. Mit Geräten und so. Ich will das. Jeeeeeeeeeeeeeeeeeeetzt!!!!

Habt ihr auch schon mal gedogscootert? Für alle Leipziger und aus dem Umland: Kerstin bietet ganz tolle Schnupperkurse an, ich kann es nur empfehlen!

Eure Dini

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